Hoeneß-Rückkehr Barock, aber Business

Uli Hoeneß ist wieder da - und er vermittelt den Eindruck, jetzt kehre das Herz in die Vereinspolitik zurück. Das ist Quatsch.

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Beim Fußball-Stammtisch gehörte er in den vergangenen drei Jahren zum festen Inventar: Der Stoßseufzer, wenn es um das Thema FC Bayern ging, und der sich ungefähr so anhörte: "Unterm Uli wäre das so nicht passiert", beziehungsweise: "Der Uli hätte das nicht so weit kommen lassen".

Wenn es um die Verklärung der Verdienste von Uli Hoeneß geht, konnte man zeitweilig den Eindruck gewinnen, der FC Bayern sei unter ihm als Manager und Präsidenten geführt worden wie eine kuschelige Eckkneipe, bei der der Patron auch noch selbst jeden Abend am Zapfhahn steht. Die kalte Welt bleibt draußen vor der Tür, und aus der Musikbox säuselt Peter Alexander: "Und beim Wirt hier kriegt jeder Kredit."

Ganz so war es ja nicht. All das, was dem FC Bayern gerne vorgeworfen wird nach dem Motto, der Verein sei eine ungemütliche, kühle Geldmaschine geworden, hat natürlich längst unter Hoeneß' Ägide und mit Hoeneß' Betreiben stattgefunden. Schon unter Hoeneß fuhr der Verein zum Trainingslager nach Katar. Und auch damals war das Scheichtum schon keine Wellnessoase. Schon unter Hoeneß wurde die Internationalisierung des Vereins massiv vorangetrieben, der Wettbewerb mit den Topvereinen in England und Spanien gesucht.

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Uli Hoeneß: Der Rückkehrer

Unter Hoeneß wurden der Konkurrenz aggressiv die Stars abgeworben. Schon unter Hoeneß wurden selbstverständlich immense Millionensummen für Topspieler ausgegeben, für Franck Ribéry, Manuel Neuer oder Arjen Robben, 30 Millionen in Mario Gomez und 40 Millionen in Javi Martínez investiert, und schon unter Hoeneß wurde der eigene Nachwuchs dafür vernachlässigt.

Und auch die berühmten Hoeneß'schen Attacken, nach denen sich Medien, Fans und Öffentlichkeit so gesehnt haben, waren ja beileibe keine Affekthandlungen eines Mannes, dem mal eben die Emotionen durchgingen. Es waren stets kalkuliert gesetzte Reizpunkte, um die Konkurrenz zu verunsichern und die eigenen Reihen dichter zu schließen. Geplante Provokationen, die fast immer ihren Zweck erfüllten, weil alle darauf angesprungen sind. Wie jetzt auch bereits wieder bei seiner Kampfansage in Richtung RB Leipzig.

Es mag sein, dass Hoeneß den Konflikt von Trainer Josep Guardiola mit Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt oder den sang- und klanglosen Abgang von Bastian Schweinsteiger anders moderiert hätte, aber auch und gerade unter Hoeneß stand das vermeintliche Vereinswohl stets über allem, wurden Spieler und Trainer mehr oder weniger kalt abgeschoben, wenn es dem Vorstand notwendig erschien.

Uli Hoeneß, der Mann fürs Gemüt, und Karl-Heinz Rummenigge, der distanzierte Mann fürs Geschäft - diese öffentlich zur Schau gestellte angebliche Arbeitsteilung hat genau deswegen so gut und lange funktioniert, weil beide in den entscheidenden Fragen der Vereinspolitik übereingestimmt haben und im Grunde sehr ähnlich ticken. Dass es dem barockeren Hoeneß mit seiner Art leichter gefallen ist, die Massen mitzunehmen als dem tendenziell drögen Westfalen Rummenigge, ist unbestritten. Aber in Sachen rationaler Klubführung geben sich die beiden nichts.

Der FC Bayern hat sich in den zweieinhalb Jahren ohne Hoeneß keineswegs in dem Maß verändert, wie es gerne kolportiert wird. Er ist vielmehr noch genau der FC Bayern, wie Uli Hoeneß ihn geformt hat. Daher wird der Präsident keine großen Eingewöhnungsprobleme haben.



insgesamt 91 Beiträge
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Schrobiltgen 26.11.2016
1. Schande !
Es ist einfach nur eine Schande,dass ein verurteiter Verbrecher wieder einen Posten übernimmt wo er wieder als Vorbild von Millionen angesehen wird. Lasst uns eifrig Steuern hinterziehen, unser aller Vorbild macht es ja auch: :-)
daslästermaul 26.11.2016
2.
anstelle der üblichen großspurigen Auftritte sollte jetzt das Gebot der Stunde für Ulli Hoeneß sein, damit er seine Bewährungsauflagen nicht verletzt.
Skakesbier 26.11.2016
3. Welcome back, Uli!
In Deutschland gibt's längst keine halbwegs ebenbürtigen Gegner mehr, in Europa jedoch verliert der FCB langsam, aber sicher den Anschluß! Da gibt's 'ne Menge Arbeit.
ollimorp 26.11.2016
4.
Mir scheint als kennen sie einen anderen FC Bayern als ich. Einen Haken kann ich lediglich über die "agressive" Einkaufspolitik (nimmt sich wenig zu der Einkaufspolitik der Konkurrenz...) und dass sie in die arabischen Länder ins Trainingslager fahren. Ich glaube zwar nicht dass dort dort Wellness und Professionalität keine Fremdwörter sind, aber da ich es nicht besser weiß, lass ich es mal so stehen. Der Rest ist ein zusammengereimter Mumpitz, den man sich auch von einem x-beliebigen angesoffenen Fan eines anderen BuLi-Vereins erzählen lassen kann. Zwei Vereinsurgesteinen die außergewöhnliche Bindung und Emotionen versuchen abzusprechen ist mutig... und Gary Lineker raucht Pott mit der Queen im Deutschlandtrikot
aktiverbeobachter 26.11.2016
5. Schande
Zitat von SchrobiltgenEs ist einfach nur eine Schande,dass ein verurteiter Verbrecher wieder einen Posten übernimmt wo er wieder als Vorbild von Millionen angesehen wird. Lasst uns eifrig Steuern hinterziehen, unser aller Vorbild macht es ja auch: :-)
Ich finde es eine Schande, dass Leute wie Sie Ihren pauschalen Bayernhass nicht ablegen können. Er ist bestraft worden und bekommt nun seine zweite Chance. Das ist eine Gesellschaft die ich toll finde. Die Menschen die einen Fehler gemacht haben trotzdem eine neue Chance gibt. Verzeihen und Vergeben. Warum sind Sie dazu nicht willig ? Ihr Aufruf erscheint mir nur reißerisch und billig polemisch.
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