Ultra-Ärger beim FC Bayern Schmäh-Plakat gegen Neuer sorgt für Wirbel

Friedensgipfel ohne Folge: Die Fans des FC Bayern München hatten dem Verein versprochen, Manuel Neuer künftig mit Respekt zu behandeln. Doch der Torwart musste sich erneut von einer Ultra-Gruppe verhöhnen lassen. Jetzt hat der Club die Übeltäter zu "unerwünschten Personen" erklärt.

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Hamburg - Eigentlich war Mittwoch ein guter Tag für den FC Bayern. Die Münchner gewannen ein Testspiel im Trainingslager in Riva del Garda gegen eine Auswahl der italienischen Provinz Trentino locker 15:0. Während Zugang Nils Petersen sich über seine drei Tore freute, gab es für Manuel Neuer nicht viel zu lachen. Er blieb zwar ohne Gegentor, doch eine meterlange Fan-Tapete wird ihm trotzdem die Laune vermiest haben.

"Du kannst auch noch so viele Bälle parieren, wir werden dich nie in unserem Trikot akzeptieren", war in dicken Buchstaben zu lesen. Urheber dieses Protestplakates soll die Ultra-Gruppe "Inferno Bavaria" sein. Laut Vereinsmitteilung handelt es sich "um eine beim FC Bayern nicht registrierte Gruppierung": "Der Versuch dieser kleinen Gruppierung, einen Keil in die Übereinkunft zwischen den Teilnehmern des Runden Tisches zu treiben, wird sowohl von den Verantwortlichen des FC Bayern München als auch von den Fanvertretern zurückgewiesen."

Am vergangen Samstag hatte ein "Runder Tisch" zwischen den Verantwortlichen des FC Bayern München und einer Gruppe von Fanvertretern stattgefunden. Vertreter der Gruppe "Inferno Bavaria" waren zu diesem Gespräch nicht eingeladen worden. Als Resultat dieser Runde seien verschiedene Übereinkünfte zwischen den Parteien getroffen, heißt es beim FC Bayern.

"Unter anderem, dass Manuel Neuer in Zukunft sowohl von allen Fanclubs als auch den anwesenden Vertretern der Ultras als Bestandteil der Mannschaft des FC Bayern München gesehen wird, dass er mit Respekt behandelt wird und dass Schmähungen gegen ihn unterlassen werden." Vertreter der Fanvereinigung "Schickeria" hätten sich am Mittwochenabend noch vor Ort bei Sportdirektor Christian Nerlinger und telefonisch beim Fanbeauftragten Raimond Aumann von dieser Aktion distanziert, schreibt der FC Bayern in einer Mitteilung.

"Meinungsäußerung ist beim FC Bayern offenbar nicht erwünscht"

Der Wechsel des Nationaltorhüters, der in diesem Sommer für rund 18 Millionen Euro nach München wechselte, war schon in den vergangenen Monaten immer wieder Anlass für teilweise massive Proteste beim FC Bayern. Neuer hatte sich zu seiner Zeit in Gelsenkirchen stets zu den Schalker Ultras bekannt. So etwas kommt in der Ultra-Szene eines anderen Vereins gar nicht gut an.

"Inferno Bavaria" kritisiert schon seit längerer Zeit den Umgang des FC Bayern mit einem Teil seiner Anhänger. Im April hatte die Ultra-Gruppe aus Protest ein Heimspiel der Münchner boykottiert. Der Club hatte damals auf Anti-Neuer-Plakate im Stadion mit einer Reihe von Sanktionen wie strengere Einlasskontrollen reagiert.

"Desweiteren wurde angekündigt, dass das Präsentieren eines unangemeldeten Spruchbandes zu Strafen und Stadionverbot führen könnte. Freie Meinungsäußerung ist beim FC Bayern anscheinend unerwünscht", schrieben die Anhänger damals auf ihrer Web-Seite. Dieser Vorwurf dürfte durch die heutige Androhung weiterer Sanktionen seitens des Clubs neue Nahrung erhalten haben. Wie genau diese aussehen werden, ließen Bayern-Vertreter offen. In der Mitteilung zu der Plakataktion von "Inferno Bavaria" hieß es nur: "Aufgrund der Vorkommnisse in Arco sind die Personen dieser Gruppierung beim FC Bayern München ab sofort Persona non grata."

Ähnliche Protestaktionen hatte es in der Bundesliga schon zu Zeiten gegeben, als die Ultra-Bewegung in den Bundesliga-Stadien noch gar nicht vertreten waren. Als Torhüter Carsten Wehlmann 2000 vom FC St. Pauli zum Stadtnachbarn Hamburger SV wechselte, empfingen ihn die HSV-Anhänger bei einem Spiel im Volksparkstadion mit einem Plakat. Darauf stand: "Carsten, dich wehl mann hier nicht".

Mit Material vom sid

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insgesamt 151 Beiträge
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pariah_aflame 07.07.2011
1. die drecks
öhm ... luxusfans mit luxusproblemen?
Europa! 07.07.2011
2. Was ist das eigentlich für ein Gesindel?
Leute, denen sportliche Leistungen offensichtlich egal sind, gehören nicht in unsere Stadien. Weder auf den Rasen, noch auf die Tribüne. Der FC Bayern soll diese "Fans" achtkantig rausschmeißen, wenn sie irgendwo auftauchen.
mel80 07.07.2011
3. ---
Wie wärs mit Stadionverbot für diese Deppen?
metbaer 07.07.2011
4. ...
Was für ein lächerlicher Blödsinn. Diese Personen sollten mal begreifen, dass Profifußball ein Geschäft ist und sonst nichts. Was da irgendwelche 'Fans' wollen, spielt einfach keine Rolle im Tagesgeschäft.
adler391 07.07.2011
5. Personae non gratae
Wenn man in einem Artikel schon lateinische Redewendungen verwendet, sollte man auch wissen, wie der Plural angewendet wird...
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