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Polizeigewalt gegen Fußball-Ultras: Faust von der Seite

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Ultra und Polizist (auf Schalke): Auseinandersetzungen im Fan-Block Zur Großansicht
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Ultra und Polizist (auf Schalke): Auseinandersetzungen im Fan-Block

Polizisten wären wohl selbst dann das Feindbild der Fußball-Ultras, wenn sie sich strikt an die Gesetze hielten. Doch tatsächlich gibt es viele glaubwürdige Hinweise auf Brutalität und Willkürakte. Besonders die Spezialeinheiten stehen in der Kritik.

Es gibt für die Polizei Schöneres, als bei einem Fußballspiel für Recht und Ordnung zu sorgen. Der Spruch "ACAB" ("All cops are bastards") grinst den Beamten von Dutzenden Shirts und Caps entgegen. Selbst 14-jährige Kinder recken den Mittelfinger Richtung Polizeikette. Haben die Kids aus der neunten Klasse negative Erfahrungen mit der Polizei gemacht? Wohl kaum.

Die Anti-Haltung gegenüber der Polizei ist oft nur Pose. Aber eben nicht immer.

Viele Ultras berichten über Willkürmaßnahmen und Übergriffe von Seiten der Polizei. Einer, Fan eines Drittligisten in Nordrhein-Westfalen, erzählt, wie er bei einem Spiel seiner Mannschaft plötzlich von Beamten mitgenommen wurde. Im Einsatzfahrzeug sei ihm ohne Vorwarnung Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden. Als die Dose leer gewesen sei, habe der Beamte seinen Kollegen gefragt: "Ach, da ist ja kaum etwas drin, hast du noch eine Dose?" Der Kollege hatte eine.

Die meisten Fälle, die Ultras für Polizeigewalt anführen, beziehen sich auf Sondereinheiten der Polizei. Sie heißen USK (Unterstützungskommando) oder BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten).

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Champions-League-Playoffs: Polizei-Schrecken in der Kurve
An sie richten sich auch die Vorwürfe der Fans von Union Berlin, deren Fanbeauftragter mit Pfefferspray traktiert worden sein soll, obwohl er sich vorher ausgewiesen haben will.

Es gibt Schilderungen brutaler Gewaltanwendung, "völlig ohne Grund". Er selbst habe "auch schon mit dem Bauch im Schnee gelegen", berichtet ein Ultra, "da zieht mir der eine den Kopf hoch und gibt mir noch mal die Faust von der Seite."

Dass zur Begrüßung Worte wie "Lutscher" und "Wichser" fallen, dass Beamte sich demonstrativ mit der rechten Hand in die linke hauen, wenn Ultras vorbeiziehen, berichten Dutzende Ultras unabhängig voneinander. Auf dem Rückweg von Auswärtsfahrten, erzählt einer, falle die Ansprache im Bus oder Zug oft wie folgt aus: "Sobald einer raucht oder auf Klo geht, gibt's auf die Fresse." Ein Mädchen, das dringend auf Toilette musste, sei angefeixt worden: "Dann mach doch in die Hose." In mehreren dokumentierten Fällen wurde die Hose tatsächlich nass. Eine demütigende Erfahrung.

Auch ein Jurist, der schon häufig misshandelte Fußballfans vor Gericht vertreten hat, hält die Sondereinheiten für ein großes Problem im Fußball-Alltag: "Alles, was man den Ultras an schlimmen Eigenschaften zuschreibt, trifft bei denen wirklich zu: Gewaltfaszination, gegenseitiges Hochpushen, Corpsgeist. Die sind unter der Woche kaserniert, frustriert, dass sie am Wochenende schon wieder keinen freien Tag haben. Dementsprechend heiß sind sie dann auch manchmal darauf, eine Eskalation herbeizuführen."

Viel zu viele Beamte in irgendeiner gottverlassenen Stadt

Am Tag nach einem DFB-Pokalspiel und einem Polizeieinsatz voller "sinnloser Brutalität" gegen eine von ihm begleitete Ultra-Gruppe, schreibt ein Ultra: "Die psychologischen Folgen bei den Jungs sind katastrophal. Ich versuche ja immer, denen so ein bisschen Vertrauen in den Rechtsstaat einzuimpfen. Dazu hatte selbst ich gestern überhaupt keine Lust mehr und hätte mich damit vermutlich auch einfach nur lächerlich gemacht."

Natürlich sind solche Exzesse Ausnahmeerscheinungen. Bei den meisten Spielen sieht der Alltag eher so aus: Viel zu viele Beamte, die nicht wissen, warum sie in schwerer Montur bei plus 35 oder minus zehn Grad stundenlang beobachten müssen, wie teils besoffene, teils alberne, meist aber vollkommen unauffällige Fußballfreunde sich dem Stadion nähern und irgendwann - endlich, endlich - wieder nach Hause gehen.

Bei geschätzten 99 Prozent aller Bundesliga-Spiele haben die Beamten nach Feierabend nichts Erwähnenswertes zu berichten. Und bei geschätzten 99 Prozent der Ultras ist es ebenso. Nur dass weit mehr Ultras als Polizisten von Gewalt fasziniert sind.

Zwischen der Gewaltfaszination der Ultras und der einiger Polizisten besteht ein Unterschied: Die einen werden - völlig zu Recht - bestraft, wenn sie gegen Gesetzesparagrafen verstoßen. Die anderen haben eine Ausbildung, die sie dazu befähigen sollte, Menschen, die sich daneben benehmen, festzunehmen, anstatt sie zu schlagen.


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insgesamt 74 Beiträge
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    Seite 1    
1. Polizisten raus aus den Stadien
max-mustermann 28.12.2013
Auch auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole, was haben Polizisten in Stadien zu suchen ? Ein Stadion ist Privatgrund den ich nur mit "Genehmigung" also sprich mit Eintrittskarte betreten darf, also sollen die Vereine gefälligst auch Sicherheitsfirmen auf eigene Rechnung anheuern. Ich kann schlieslich auch keine Privatfeier abhalten und deshalb für den Abend kostenlos ein paar Polizisten als Aufsicht anfordern. Die Polizei hat nur für Ordnug auf öffentlichem Grund zu sorgen dh. vor dem Stadion, auf dem Bahnhof usw.
2. Völliger Quatsch
sf49ersftw 28.12.2013
Wer nur ein bisschen Ahnung von der Materie hat weiß, dass man sich in einem Fahrzeug, in dem zwei Dosen Pfefferspray leergesprüht wurden über Stunden nicht mehr aufhalten kann ohne tränende Augen und Übelkeit zu bekommen. Soviel zur Glaubwürdigkeit dieses "Opfers". Pfefferspray wird daher so gut wie nie in geschlossenen Räumen eingesetzt
3. optional
RenRlp 28.12.2013
Ich überlege gerade, wer dieser beiden Gruppen mehr Mitgefühl (nicht Recht!) von mir zu erwarten hat. Die eine Gruppe, dessen Lebensinhalt darin zu bestehen scheint, aus purer Lust am Chaos zu einer Sportveranstaltung zu gehen. Dagegen die andere Seite, welche ständig - gezwungenermaßen, am Wochenende hunderte Kilometer durch Deutschland "reisen", um eben diese Gruppe im Zaum zu halten. Auf Kosten des Steuerzahlers und der Familien der Beamten. Dazu ein Haufen Überstunden. In fremder Umgebung. Für Chaoten.
4. Ein sehr wichtiger Unterschied wurde nicht genannt ....
MaXimumOwn 28.12.2013
Ultras werden festgenommen und müssen - alleine unter Polizisten - keine Angst davor haben zu sterben. Ein Polizist alleine unter Ultras .... ich denke wir wissen alle genau, dass der Polizist das nicht überleben würde. Die Achtung vor einem Menschenleben ist bei den aggressiven Ultras gleich 0 ....
5. Das Problem
beatrock63 28.12.2013
sind die gewalttätigen Fans. Ohne sie könnten 90% der Polizisten zu Hause bleiben und hätten auch keinen Frust, der dann in übertriebener Gewaltanwendung sein Ventil findet.
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Fanprotest: 12:12 Minuten Stille


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