Umstrittener Strafstoß Telefonterror bei Schiedsrichter Fleischer

Sein Pfiff besiegelte die erste Saisonniederlage des 1. FC Köln: Am vergangenen Samstag entschied der Unparteiische Hellmut Fleischer in der Nachspielzeit auf Elfmeter für den 1. FC Kaiserslautern. Seitdem erhält der Referee Drohanrufe.


Kölns Stürmer Podolski, Schiedsrichter Fleischer: Diskussion über umstrittene Elfmeterentscheidung
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Kölns Stürmer Podolski, Schiedsrichter Fleischer: Diskussion über umstrittene Elfmeterentscheidung

Köln - Fleischer wurde nach seiner fragwürdigen Elfmeterentscheidung am vergangenen Samstag beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem 1. FC Kaiserslautern (2:3) am Telefon bedroht: "Seit Samstag herrscht bei mir der Telefon-Terror. Das ist keine angenehme Sache", so der Referee.

Im Kölner Fan-Forum soll die Telefonnummer von Fleischer veröffentlicht worden sein. FC-Manager Andreas Rettig bedauert diesen Vorfall: "Das tut uns natürlich sehr leid, aber leider haben wir darauf keinen Einfluss." Hintergrund des Ärgers war der von Fleischer verhängte Strafstoß in der Nachspielzeit der Bundesliga-Partie, als Lautern-Profi Ferydoon Zandi im Laufduell mit dem Kölner Abwehrspieler Christian Springer zu Fall gekommen war.

Springer droht unterdessen noch Ärger von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes, der den Abwehrspieler zu einer schriftlichen Anhörung aufgefordert hat. Der 34-Jährige hatte dem Schiedsrichter im Anschluss des Spiels Absicht unterstellt. Inzwischen revidierte der Verteidiger seine Aussagen: "Das war nicht so gemeint. Ich wollte damit nur sagen, dass Herr Fleischer solche Situationen immer mit einem Elfmeter klären wird", so Springer.

Auch Kölns Trainer Uwe Rapolder ging nach dem Schlusspfiff auf Fleischer los: "In der Gesamtdramaturgie des Spiels war dieser Elfmeter eine Frechheit. Was denkt sich so ein Mann, wenn er die Bilder im Fernsehen sieht? Kommt er sich wichtig vor? In so einer Situation zu diesem Zeitpunkt kann sich ein Schiedsrichter nicht zur spielentscheidenden Figur machen", kritisierte Rapolder.

Die Elfmeter-Entscheidung hatte im Kölner Lager umso mehr für Aufregung gesorgt, da Fleischer in der Partie bei Borussia Dortmund am 20. April 2002 schon einmal einen unberechtigten Elfmeter gegen den FC verhängt hatte. Nach der damaligen 1:2-Niederlage war der Kölner Abstieg praktisch nicht mehr zu verhindern.



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