Trainer beim FC Arsenal Emery folgt auf Wenger

Der spanische Trainer Unai Emery soll den FC Arsenal nach der Wenger-Ära in die Zukunft führen. Er trifft auf eine hochveranlagte Mannschaft, doch der Neustart wird nicht ohne Probleme verlaufen.

Unai Emery
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Unai Emery


22 Jahre lang bestimmte Arsène Wenger die Geschicke des FC Arsenal. Die Trainerbank der Gunners ohne den französischen Erfolgscoach ist schwer vorstellbar, doch nach seinem vor Wochen verkündeten Abgang hat sich der Klub aus London auf einen Nachfolger verständigt: Unai Emery wird neuer Trainer und soll Arsenal zurück in die Champions League führen.

"Ich bin begeistert, zu einem der größten Vereine im Fußball zu kommen", sagte Emery: "Arsenal ist in der ganzen Welt für seinen Spielstil, sein Engagement für junge Spieler, das fantastische Stadion und die Art, wie der Verein geführt wird, bekannt."

Emery wechselt von Paris Saint-Germain zu den Gunners. Der Baske hatte den französischen Meister und Pokalsieger in beiderseitigem Einvernehmen nach der Saison verlassen und damit den Weg für Dortmunds früheren Trainer Tuchel frei gemacht, der am vergangenen Sonntag offiziell in Paris vorgestellt wurde. Mit dem spanischen Erstligisten FC Sevilla gewann Emery dreimal in Folge die Europa League (2014 bis 2016).

In Paris hatte Emery eine Meisterschaft, zwei Pokalsiege und zwei Liga-Pokalsiege gefeiert, in der Champions League war er mit PSG jedoch zweimal in Folge im Achtelfinale gegen den FC Barcelona und Real Madrid gescheitert.

Emery steht unter Erfolgsdruck

Unter Wenger hatte Arsenal zuletzt zweimal in Folge die Qualifikation zur Champions League verpasst, in der kommenden Saison tritt der Klub deshalb wieder in der Europa League an. Emery steht daher unter großem Erfolgsdruck.

Er trifft mit Pierre-Emerick Aubameyang, Mesut Özil, Henrikh Mkhitaryan, Granit Xhaka und Sead Kolasinac auf einige ehemalige Bundesliga-Profis, die hochveranlagte Mannschaft hat ihre Qualitäten in der Offensive. Auf dem Transfermarkt hielt sich Arsenal bisher zurück, Emery dürfte auf Verstärkungen drängen.

Besonders schwierig wird es allerdings sein, sich als Wenger-Nachfolger zu positionieren. Der Franzose hatte die Identität des Klubs in den vergangenen 22 Jahren entscheidend geprägt und das Beispiel Manchester United hat gezeigt, wie belastend eine solche Nachfolge sein kann. 2013 war David Moyes nach 26 Jahren auf Trainerlegende Sir Alex Ferguson gefolgt und wurde noch in seiner Premierensaison entlassen.

krä/sid

insgesamt 8 Beiträge
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Papazaca 23.05.2018
1. Einen PSG-Gefeuerten einstellen?
Bei Paris waren nach dem Neymar-Transfer vielleicht die Erwartungen zu hoch. Und Neymar kam auch, weil Katar Saudi-Arabien demonstrieren wollte: Wir haben Geld, wir können alles mögliche. Aber ob ein bei PSG Gescheiterter die ideale Lösung für Arsenal ist? Es sieht eher nach einer Lösung im zweiten Anlauf aus, weil Wenger nur halbherzig geht. Da ist die Tuchei-Lösung in Paris konsequenter. Eher Nagelsmann als Ancelotti, um den Vergleich besser zu veranschaulichen. Ist das Scheitern bei Paris eine Empfehlung für Arsenal?
genaumeinding 23.05.2018
2. Beste aller denkbaren Entscheidungen
Ein Trainer, der mit Sevilla mehrfach die Euroleague gewonnen hat ist vielversprechend. Wer kann sich eigentlich an den letzten Titelgewinn von Wen’ger noch erinnern?
torrente007 23.05.2018
3. @Papazaca
Tuchel wird bald merken wo der Hase langläuft beim PSG. Das Problem bei Paris ist das die Spieler über dem Trainer stehen. Emery ist ein guter Trainer. Ich glaube das die Zeit bei Paris ihn noch besser gemacht hat. Er weiß jetzt wie er mit Weltstars umzugehen hat.
mr.brand 23.05.2018
4.
Zitat von genaumeindingEin Trainer, der mit Sevilla mehrfach die Euroleague gewonnen hat ist vielversprechend. Wer kann sich eigentlich an den letzten Titelgewinn von Wen’ger noch erinnern?
...Community Shield 2017 (nach dem FA Cup) war wohl der letzte Titel, den Arsenal unter Wenger gewonnen hat...
TheDjemba 23.05.2018
5. Inwiefern
Zitat von PapazacaBei Paris waren nach dem Neymar-Transfer vielleicht die Erwartungen zu hoch. Und Neymar kam auch, weil Katar Saudi-Arabien demonstrieren wollte: Wir haben Geld, wir können alles mögliche. Aber ob ein bei PSG Gescheiterter die ideale Lösung für Arsenal ist? Es sieht eher nach einer Lösung im zweiten Anlauf aus, weil Wenger nur halbherzig geht. Da ist die Tuchei-Lösung in Paris konsequenter. Eher Nagelsmann als Ancelotti, um den Vergleich besser zu veranschaulichen. Ist das Scheitern bei Paris eine Empfehlung für Arsenal?
Inwiefern denn gescheitert? Er ist Meister geworden und Pokal- und Ligapokalsieger. Die Champions League hat er nicht gewonnen, aber ganz im Ernst, das schafft auch Tuchel mit PSG nicht. Und gefeuert wurde Emery in Paris auch nicht, sein Vertrag lief aus... Und im Gegensatz zu Tuchel hat Emery auch internationale Titel im Gepäck...
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