Unentschieden gegen Nürnberg: Abseitstor rettet Werder einen Punkt

Turbulente Schlussphase in Bremen: Erst stellte Nürnberg den Spielverlauf mit dem Führungstreffer auf den Kopf, dann kam Bremen durch ein Abseitstor zum Ausgleich. Am Ende mussten sich beide Teams zum Abschluss der Hinrunde mit einem Punkt begnügen.

Umstrittene Entscheidung: Abseits-Tor kostet Nürnberg Sieg Fotos
DPA

Hamburg - Dreimal Aluminium, aber nur ein Punkt für Werder Bremen: Im abschließenden Hinrundenspiel der Fußball-Bundesliga verpassten die Norddeutschen mit einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg den Sprung auf Platz zehn und liegen damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Gegen den "Club" fehlte den bemühten Bremern lange Zeit Glück und Präzision vor dem Tor. Erst kurz vor Schluss konnte die Elf von Trainer Thomas Schaaf die Nürnberger Führung ausgleichen. Nils Petersen stand bei seinem Treffer in der 88. Minute, als er einen Schuss von Kevin de Bruyne abfälschte, allerdings im Abseits. Timo Gebhart hatte die Gäste kurz zuvor in Führung gebracht (82.)

"Wir müssen immer alles akzeptieren, wenn gegen uns gepfiffen wird. Das geht nicht. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo ich als Trainer des 1. FC Nürnberg sagen muss: Es reicht. Unter dem Strich war es aber ein verdientes Unentschieden", sagte FCN-Coach Dieter Hecking.

Werder dominierte die Partie von Beginn an. In der achten Minute zog de Bruyne im Strafraum an FCN-Verteidiger Per Nilsson vorbei, den Schuss des Belgiers konnte "Club"-Torhüter Schäfer gerade noch an den Pfosten lenken. Auch in der nächsten Szene stand der 33-Jährige im Mittelpunkt: Nach einer Freistoßflanke von de Bruyne verlängerte Nilsson per Kopf fast ins eigene Tor - wieder parierte Schäfer (19.).

Gebhart bringt Nürnberg in Führung

Die Gäste konzentrierten sich gezwungenermaßen zunächst auf die Defensivarbeit. Die wenigen Angriffe auf das Tor von Werder-Keeper Sebastian Mielitz scheiterten meist schon im Ansatz. Einzig ein abgefälschter Distanzschuss von Javier Pinola sorgte für Gefahr. Mielitz reagierte stark und klärte den Ball zur Ecke. Kurz vor der Pause sah Bremens Marko Arnautovic seine fünfte Gelbe Karte, der Österreicher fehlt damit zum Rückrundenauftakt gegen Meister Borussia Dortmund.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Nürnberg etwas besser ins Spiel: Nach einer Pinola-Flanke verpasste Markus Feulner die Führung nur knapp. Der Kopfball des FCN-Mittelfeldspielers war zu unplatziert und so kein Problem für Mielitz. Bremen blieb trotz dieser Szene das dominierende Team.

Mit schnellen Kombinationen versuchte die Schaaf-Elf immer wieder zum Erfolg zu kommen. Besonders Werders de Bruyne erarbeitete sich dabei zahlreiche Abschlussmöglichkeiten. In der 61. Minute fehlten dem Belgier genau wie in der ersten Hälfte nur Zentimeter zum Torerfolg - sein Schuss von der Strafraumgrenze landete erneut am Pfosten (61.). Zwei Minuten zuvor hatte schon Nils Petersen nur die Latte getroffen.

Nürnberg beschränkte sich aufs Kontern - mit Erfolg. In der 82. Minute erzielte Gebhart die etwas glückliche Führung für die Gäste. Bremen reagierte mit wütenden Angriffen und kam kurz vor Schluss noch zum 1:1. Der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen - Petersen stand im Abseits.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)
0:1 Gebhart (82.)
1:1 Petersen (88.)
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Junuzovic - De Bruyne, Hunt (83. Akpala) - Arnautovic (68. Fritz), Elia - Petersen
Nürnberg: Raphael Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons, Balitsch (60. Cohen) - Kiyotake (46. Mak), Feulner (77. Plattenhardt), Gebhart - Polter
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 38.553
Gelbe Karten: Arnautovic (5) - Gebhart (3), Chandler (4), Cohen, Klose (3)

mib/sid

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Langsam reicht´s!
grunzbichler 16.12.2012
Was war für ein Aufstand in den Zeitungen und Foren, als Schiri Stark das Spiel von Dortmund-Hannover zerpfiffen hat. Nicht der Elfer war der Skandal, aber das Abseits vorher, der Konsenselfer und noch ein Abseitstor. Heute wird schon wieder ein Spiel vom "Unparteiischen"trio entschieden. Wobei Nürnberg und ein paar andere Parias immer wieder erheblich benachteiligt werden. Der DFB sollte sich mal überlegen, ob er nicht auch Rote Karten für Schieds- und Linienrichter einführt, die die Spielregeln foulen. Die Leistungen dieser Herren sind in dieser Saison so schlecht wie schon lange nicht mehr, man könnte fast auf den Gedanken kommen, der eine oder andere würde das nicht ganz unabsichtlich tun. Aber mit dem Killerbegriff "Tatsachenentscheidung" kann ja jeder Murkser seine Hände in Unschuld waschen. Im Vergleich zu Handball oder Eishockey ist Fußball doch eher eine gemütliche Sportart. Aber bei den schnellen Sportarten gibt es Schiris, die es tatsächlich hinbekommen, ihre Spiele sauber zu pfeifen.
2. Nicht auszuhalten
berti88 16.12.2012
Ja sag mal schlafen die denn? Bei der Anzahl an Fehlentscheidungen in den letzten Wochen gehen den Kritikern des Videobeweises langsam die Argumente aus.
3. Viel zu wenig
brian19walther10 16.12.2012
Wenn man diesen Spielverlauf sich genau anguckt, muss man feststellen dass Nürnberg völlig glücklich sein kann, über das Unentschieden. Klar ist das blöd wegen das Abseitstor, aber Nürnberg hätte sich nicht beschweren dürfen wenn sie mit 3:0 nach Hause geschickt werden. Also sollten sie mal ruhig bleiben und Tee trinken. Werder muss jetzt endlich mal in Fahrt kommen, dann können sie doch gleich gegen Dortmund anfangen.
4.
berti88 16.12.2012
Zitat von brian19walther10Wenn man diesen Spielverlauf sich genau anguckt, muss man feststellen dass Nürnberg völlig glücklich sein kann, über das Unentschieden. Klar ist das blöd wegen das Abseitstor, aber Nürnberg hätte sich nicht beschweren dürfen wenn sie mit 3:0 nach Hause geschickt werden. Also sollten sie mal ruhig bleiben und Tee trinken. Werder muss jetzt endlich mal in Fahrt kommen, dann können sie doch gleich gegen Dortmund anfangen.
Das kann doch unmöglich Ihr Ernst sein. Wieso sollte irgendjemand ruhig bleiben, wenn ihm zwei Minuten vor dem Ende der Sieg geklaut wird? Das die Führung glücklich war tut überhaupt nichts zur Sache. Das wäre ja auch noch schöner, wenn immer nur derjenige gewinnen dürfte, der es auch verdient hat.
5. ?
grunzbichler 16.12.2012
Zitat von brian19walther10Wenn man diesen Spielverlauf sich genau anguckt, muss man feststellen dass Nürnberg völlig glücklich sein kann, über das Unentschieden. Klar ist das blöd wegen das Abseitstor, aber Nürnberg hätte sich nicht beschweren dürfen wenn sie mit 3:0 nach Hause geschickt werden. Also sollten sie mal ruhig bleiben und Tee trinken. Werder muss jetzt endlich mal in Fahrt kommen, dann können sie doch gleich gegen Dortmund anfangen.
Wenn die Bremer zu unfähig sind, selber ein Tor zu schiessen, ist es richtig, dass der Schiri korrigierend eingreift, oder was wollten Sie uns sagen? Kleine Regelkunde: Bei dem Sport gewinnt, wer die meisten Tore schiesst, Haltungsnoten und künstlerischer Gesamteindruck zählen nicht. (Außer wenn der Schiri vorher beim Synchronschwimmen mal gerichtet hat, wie in diesem Fall)
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