Unerlaubte Verhandlungen Rekordstrafe für FC Chelsea

Das hatte sich der FC Chelsea hübsch ausgedacht. Um Ashley Cole vom Lokalrivalen Arsenal abzuwerben, wurde der Nationalspieler diskret angesprochen. Man traf sich dann in einem Hotel. Leider erfuhr der Verband von der verbotenen Sache - und belegte Chelsea mit der höchsten Strafe der Ligageschichte.


Chelsea-Coach Mourinho: Etwas zu forsch agiert
AP

Chelsea-Coach Mourinho: Etwas zu forsch agiert

London - Ein Untersuchungsausschuss der englischen Premier League hat Meister FC Chelsea, dessen Teammanager Jose Mourinho und Arsenal-Verteidiger Cole wegen Missachtung der Transferbestimmungen hart bestraft. So muss Chelsea umgerechnet 443.000 Euro wegen des unerlaubten Abwerbeversuchs zahlen. Ein Abzug von drei Punkten in der Premier League wurde zudem auf Bewährung ausgesetzt. Mourinho erhielt eine Geldstrafe in Höhe von rund 295.000 Euro, Cole muss circa 147.000 Euro zahlen.

Der Profi hat mittlerweile durch seinen Anwalt ankündigen lassen, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen. "Der Beschluss geht von einer Arbeitsbeziehung wie bei den Herren und Sklaven vor über 100 Jahren aus", schimpfte Coles Rechtsbeistand Graham Shear. Notfalls will er bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. Shear glaubt, dass die Regeln der englischen Fußball-Liga gegen europäisches Recht verstoßen. Chelsea und Mourinho haben sich noch nicht entschieden, sie können innerhalb von 14 Tagen Einspruch gegen das Urteil einlegen.

Mourinho hatte sich Ende Januar dieses Jahres um die Dienste des englischen Nationalspielers bemüht und sich wohl auch mit diesem in einem Londoner Hotel getroffen, obwohl Cole vertraglich an Arsenal gebunden war. Ein solches Vorgehen ist laut der Statuten der Premier League strikt untersagt. Spieler dürfen erst sechs Monate vor Ende des Vertrages angesprochen werden, Coles Kontrakt läuft bis 2007.

Alle beteiligten Akteure hatten anfangs die Vorwürfe bestritten, im Laufe der monatelangen Untersuchungen eines unabhängigen Ausschusses aber die Verstöße eingeräumt. In England dürfen sich Vereinsvertreter nur unter bestimmten Voraussetzungen mit Spielern zu Verhandlungen treffen. So muss beispielsweise der Club, bei dem der Profi unter Vertrag steht, über das Treffen informiert werden.



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