Unfall beim DFB: Streckenposten gibt Passant Hauptschuld

Absperrung am Unfallort: Zwei Verletzte bei PR-Aktion Zur Großansicht
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Absperrung am Unfallort: Zwei Verletzte bei PR-Aktion

Wer ist schuld am Unfall beim DFB? Ein Streckenposten sagt, der schwer verletzte Urlauber aus Deutschland sei zu nah an der Rennstrecke gewesen. "Er stand nicht auf der Straße, aber dicht dran."

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der Streckenposten, der bei dem Autounfall im WM-Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verletzt wurde, hat die Hauptschuld an dem Unglück den Passanten gegeben. Der 63 Jahre alte Urlauber sei über die Absperrung gegangen, sagte Michael K. der "Hamburger Morgenpost": "Er stand nicht auf der Straße, aber dicht dran. Die Absperrung war ein paar Meter weg. Er wollte ein Foto machen und wohl auch ein Autogramm haben." Der Urlauber wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Den Verlauf der eigentlich geheim gehaltenen Strecke hätten "viele herausbekommen. So 20 Menschen, vielleicht waren es auch 15 oder 23. Die standen am Parkplatz des Hauses, auf der anderen Seite. Das war ein Riesen-Glück, dass da nicht mehr passiert ist."

Wie viel Schuld die Fahrer Nico Rosberg und Pascal Wehrlein hatten, wollte K. nicht beurteilen: "Das kann ich nicht sagen. Vielleicht hätten sie da nicht ganz so schnell sein müssen, nicht ganz so viel Theater machen sollen. Aber ich weiß es nicht."

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Fußball-Nationalmannschaft: Schwerer Unfall überschattet PR-Aktion
Rosberg war nach Berichten von Augenzeugen bei einer Bergabfahrt von einer Frau am Fahrbahnrand offenbar irritiert worden und bremste plötzlich. Der hinter ihm fahrende Wehrlein erfasste die beiden Männer, als er Rosberg ausweichen wollte.

Wehrlein habe ihn bereits im Krankenhaus in Meran besucht, so der Streckenposten: "Er hat sich entschuldigt. Er war völlig geschockt, total fertig. Er konnte fast gar nicht reden", berichtete K. und machte dem 19 Jahre alten Wehrlein ausdrücklich keine Vorwürfe: "So etwas wollte doch niemand. Und es ist sehr schwer, auf dieser Strecke zu fahren. Die Straße war nass. Außerdem gibt's da viele Wellen."

Er selbst hätte aber "tot sein können", sagte der Südtiroler, der bei der Kollision im Passeiertal nach eigenen Angaben mit den Ellbogen durch die Windschutzscheibe geflogen ist.

Die Nationalspieler Benedikt Höwedes und Julian Draxler hatten bei der Aktion als Beifahrer in den Autos von DTM-Fahrer Wehrlein und Formel-1-Pilot Nico Rosberg gesessen. Am Mittwoch will die Nationalmannschaft das Training wieder aufnehmen. Am Dienstagabend war ein geplantes Testspiel gegen die U20 abgesagt worden. Für 12 Uhr hat der DFB eine Pressekonferenz angekündigt, der Verband will sich zu Einzelheiten und Hintergründen des tragischen Ereignisses äußern.

Rosmarie Pamer, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Martin im Passeiertal, fürchtet Auswirkungen auf die Stimmung: "Logischerweise ist die sehr gedrückt. Ich hoffe, dass es dem schwer verletzten Mann bald besser geht und der Unfall nicht im Mittelpunkt der zehn Tage Trainingslager steht."

luk/dpa/sid

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insgesamt 106 Beiträge
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1. Verbremser von Rosberg.....
removebeforeflight 28.05.2014
......schon wieder?
2.
Andr.e 28.05.2014
Zitat von sysopDPAWer ist schuld am Unfall beim DFB? Ein Streckenposten sagt, der schwer verletzte Urlauber aus Deutschland sei zu nah an der Rennstrecke gewesen. "Er stand nicht auf der Straße, aber dicht dran." http://www.spiegel.de/sport/fussball/unfall-in-suedtirol-streckenposten-gibt-passanten-hauptschuld-a-972083.html
Quatsch, es waren 26! ...
3. Und wieder mal Mercedes
spon-facebook-10000004584 28.05.2014
Wie war das noch vor 2 Jahren, als Testfahrer von Mercedes eine Frau und ihr Kind tot gefahren haben? Wenn ich eine Strecke absperre, dann doch so, dass ich mich als Besucher darauf verlassen kann, dass hinter der Absperrung die Gefahrenzone endet. Aber die Urlauber haben die Hauptschuld? Klar doch. Komplettes Fehlmanagment der Veranstalter, sprich Merceds Benz.
4. Autorennen...
HARK 28.05.2014
... haben halt auch überhaupt gar nichts auf öffentlichen Wegen und Straßen zu suchen, schon gar nicht in einem Terrain, das allgemein als Urlaubsort gilt. Das war ja keine Autobahn, wo das passiert ist, wo sich nur Lebensmüde freiwillig zu Fuß begeben, sondern ein Fahrweg, der tagtäglich von Radfahrern und Wanderern benutzt werden dürfte.
5. Was eine total überflüssige Aktion
immerruhigbleiben 28.05.2014
Wofür braucht unsere Nationalmannschaft Sponsorenaktionen im Trainingslager? Sollten die dort nicht Fußball spielen, statt in Rennautos durch die Natur zu rasen? Wer noch einen Beweis brauchte, dass es bei der WM nur ums Geld und nicht den Fussball geht, hier ist er! Pervers!
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