Fanbus-Angriff in Köln Union Berlin kritisiert Polizeieinsatz

Nach dem Zweitligaduell zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin wurde ein Bus der Gästefans attackiert. Nun haben beide Vereine zu den Vorfällen Stellung genommen.

1. FC Köln - Union Berlin (13.08.18)
REUTERS

1. FC Köln - Union Berlin (13.08.18)


Fußball-Zweitligist Union Berlin hat sich zum Einsatz der Kölner Polizei bei den Ausschreitungen nach dem Spiel gegen den 1.FC Köln geäußert - und das Verhalten der Beamten kritisiert: "Sowohl die Aussagen der Polizei als auch unserer Fans lassen keinen Zweifel daran, von wem die Gewalt in Köln ausging", sagte Union-Pressesprecher Christian Arbeit. "Es ist daher äußerst fragwürdig, warum im Rahmen der Ermittlungen die Opfer wie Täter behandelt werden."

Die Insassen des angegriffenen Busses seien erkennungsdienstlich behandelt worden. Dieser Vorgang habe rund sieben Stunden in Anspruch genommen. Es seien zudem die Mobiltelefone sämtlicher Mitfahrer beschlagnahmt worden. Erst am frühen Morgen habe der Bus die Rückfahrt nach Berlin antreten können.

Nach der Heimpremiere des 1. FC Köln gegen den FC Union Berlin (1:1) war es in der Nacht von Montag auf Dienstag zu Ausschreitungen im Kölner Stadtteil Bocklemünd gekommen. 28 Personen wurden anschließend in Gewahrsam genommen. Inzwischen sind 26 Angreifer wieder auf freiem Fuß, bei zwei Tätern werde nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl noch geprüft, teilte eine Behördensprecherin mit.

Polizei geht von gezielter Aktion aus

"Wir erwarten daher, dass im Rahmen der Ermittlungen und in den öffentlichen Stellungnahmen klar differenziert wird zwischen den Verursachern der gewaltsamen Auseinandersetzungen und den davon Betroffenen", sagte Arbeit. Generell unterstütze der Klub das Bemühen der Polizei, die Vorgänge aufzuklären und die Gewalttäter zu ermitteln. Allerdings forderte Union die Beamten auch auf, ihr Verhalten gegenüber den angegriffenen Fans zu erklären.

Klaus-Stephan Becker, der Leiter der Kölner Kriminalpolizei, erklärte hingegen, dass seine Behörde mithilfe der beschlagnahmten Mobiltelefone prüfen wollte, ob die Konfrontation verabredet gewesen sei. Grundsätzlich gehe man bei dem Angriff von einer gezielten Aktion aus.

Der 1. FC Köln hatte in einem Statement erklärt, dass man jegliche Form der Gewalt verurteile, die Möglichkeiten, außerhalb des Stadions tätig zu werden, jedoch begrenzt seien. Unter den Angreifern seien mehrere Personen gewesen, für die bereits ein Stadionverbot gelte.

leo/dpa/sid



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Epsola 15.08.2018
1.
Was spricht dagegen Auswärtsfans quasi abzuschaffen? Klar gibt es dann trotzdem Möglichkeiten ins Stadion zu kommen, aber das wäre eine ganz andere Situation als die durchorganisierte Ballung von Konfliktpotential an einem einzigen Ort im Stadion. Ich sehe da nur Vorteile die die Nachteile gewaltig übersteigen. Zumindest sollten Vereine wie Hansa Rostock, die ja selbst unter den Chaoten zu leiden haben, von sich aus Absprachen mit anderen Vereinen treffen und gegenseitig auf den Auswärtsticketverkauf verzichten bei Spielen untereinander.
vaikl 15.08.2018
2. Es ist ganz eindeutig
Weder wollen die Vereine selbst tätig werden, noch wollen sie sich um eine kollegiale Zusammenarbeit mit der Ordnungsinstitution, die ansonsten immer laut zur Hilfe gerufen wird, bemühen und stattdessen lieber mit allen Fingern - wieder mal - auf die Polizei zeigen. Dieser "Rettungsversuch" für die Umsätze mit den "Fans" zeigt, woran der deutsche Fußball mit all seiner Folklore wirklich interessiert ist - Kohle, Kohle, Kohle.
pirx64 15.08.2018
3.
Ein Karnevalsverein mi Narrenfans, was will man da anderes erwarten?
pric 15.08.2018
4. Ohje ohje
In Anbetracht der schrillen Unglaubwürdigkeit der Aussagen von Polizeisprechern (im Stile eines amerikanischen Präsidenten), der Beschlagnahmung der Telefone und diesem hier: http://www.spiegel.de/sport/fussball/sachsen-behoerden-gehen-gegen-ultras-von-chemie-leipzig-vor-a-1223115.html ergibt sich schon langsam ein Bild. Nun gut, neu ist es nicht, dass die Polizei erstaunlich oft fragwürdige Auffassung davon hat, wie man gewalttätige Fans in den Griff bekommt.
misterFFB 15.08.2018
5. @Epsola
Weltfremd, Ihr Kommentar...
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