Uniteds Pokal-Aus: Ferguson entschuldigt sich bei Manchester-Fans

Ärger in Manchester: Nach dem peinlichen Aus im Ligapokal hat United-Trainer Alex Ferguson seine Mannschaft scharf kritisiert. Der Coach entschuldigte sich zudem bei den Anhängern. Die Leistung sei des Clubs nicht würdig gewesen, so Ferguson.

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ManUnited-Coach Ferguson: "Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll"

Hamburg - Seit mehr als 25 Jahren ist Alex Ferguson Trainer von Manchester United. Der Schotte hat den Club zu einer der besten Mannschaften weltweit gemacht. Zweimal hat Ferguson in dieser Zeit die Champions League gewonnen, zwölfmal die englische Meisterschaft, insgesamt über 30 Titel. Nur ganz selten musste er sich für seine Mannschaft entschuldigen.

Doch am Mittwochabend unterlag der Rekordmeister im Ligapokal-Viertelfinale im heimischen Old Trafford dem Zweitligisten Crystal Palace 1:2 (nach Verlängerung). Und zeigte trotz spielerischer Überlegenheit eine blamable Leistung. "Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll", sagte Ferguson sichtlich geschockt. "Ich entschuldige mich bei den Fans, denn diese Leistung war Manchester United nicht würdig." Sein Team kritisierte er scharf: "Jedes Spiel bedeutet viel für den Club, jede Partie ist wichtig. Wir müssen unseren Stolz beschützen und unsere Geschichte. Heute war davon nichts zu sehen. Neun Nationalspieler waren auf dem Platz, die Niederlage ist eine riesige Enttäuschung."

Zwar hatte Ferguson auf seine Top-Stars wie Wayne Rooney, Nemanja Vidic, Javier Hernández oder Nani verzichtet, trotzdem konnte sich die Startaufstellung sehen lassen. So waren neben einigen Nachwuchsspielern etablierte Profis wie Antonio Valencia, Ji-Sung Park, Darron Gibson und Ex-Bundesligaprofi Dimitar Berbatow ebenso dabei wie die Brüder Rafael und Fabio da Silva. Doch insbesondere die Nationalspieler enttäuschten. Berbatow wurde in der Pause ausgewechselt. In der 64. Minute holte Ferguson Rafael da Silva vom Feld.

"Das war eine phantastische Leistung von Crystal Palace"

Die Gäste aus London zeigten dagegen eine kampfstarke Leistung. Dabei avancierte der eingewechselte Darren Ambrose zum Matchwinner. Der 27-Jährige brachte Palace mit einem Traumtor aus rund 25 Metern zunächst in Führung (65.). United-Ikone Gary Neville, mittlerweile TV-Experte, bezeichnete den Treffer als bestes Tor, das jemals einem Gästespieler im Old Trafford gelungen sei. Drei Minuten später verwandelte Federico Macheda einen Foulelfmeter zum Ausgleich. In der 98. Minute köpfte Glenn Murray nach einer Freistoßflanke von Ambrose den Siegtreffer.

"Das war eine phantastische Leistung von Crystal Palace. Jeder Spieler hat sich ein Bein ausgerissen, um ins Halbfinale zu kommen", so Ferguson. Gäste-Coach Dougie Freedman sagte: "Wir haben nicht durch eine taktische Meisterleistung gewonnen, sondern weil wir hungriger waren und leidenschaftlich gespielt haben."

Das Aus im Ligapokal ist der Tiefpunkt einer bislang durchwachsenen Saison für United. In der Liga hat das Team als Tabellenzweiter bereits fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter und Stadtrivale Manchester City. Ende Oktober hatte Fergusons Team gegen City eine 1:6-Klatsche kassiert. In der Champions League muss United am letzten Spieltag noch zittern: Bei einer Niederlage in Basel am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wäre Manchester ausgeschieden.

max/sid/Reuters

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