Unregelmäßigkeiten Dubiose Zahlungen an Werder-Chef Born

Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung Jürgen Born hat laut einem Bericht des SPIEGEL eingeräumt, Geld von einem Spielerberater erhalten zu haben, der Werder einen Stürmer vermittelt hatte. Warum er das Geld bekommen hat, weiß er nicht mehr genau.


Ein Ehestreit in Peru bringt Bremens Clubchef Jürgen Born in Bedrängnis. Nach peruanischen Medienberichten soll Born bei dem Transfer des peruanischen Spielers Roberto Silva, der im Sommer 2001 von Sporting Cristal Lima zu Werder Bremen kam, Geld erhalten haben.

Werder-Chef Born: Geld von einem Spielerberater bekommen
AP

Werder-Chef Born: Geld von einem Spielerberater bekommen

Born dementierte das. Nun liegt dem SPIEGEL eine Zahlungsanweisung von Silvas Berater Carlos Delgado vom 29. August 2001 über 50.000 US-Dollar auf Borns Konto bei der Banco de Montevideo vor.

Das Dokument stammt aus den Unterlagen, die Delgados Noch-Ehefrau Fiorella Foré aus Wut auf ihren Gatten aus dessen Haus mitgehen ließ. Born, der acht Jahre lang in leitender Funktion bei der Deutschen Bank in Montevideo war, gibt nun doch zu, mehrmals Geld von Delgado empfangen zu haben. Er könne sich aber nicht erinnern, ob diese Überweisung im Zusammenhang mit dem Transfer Silvas stand.

Born, der seit 2000 Honorarkonsul Uruguays ist, sagt, er habe Delgado im Sommer 2001 Geld für eine Weltreise geliehen. Vielleicht handele es sich bei den 50.000 Dollar um eine Rückzahlung. Sicher sei er sich aber auch da nicht. Weil er als Vorstandsmitglied von Werder keine Vermittlungstätigkeit ausüben durfte, habe er für seinen Freund Delgado Verbindungen zu Spielern hergestellt, die vor dem Transfer nach Europa aus Verträgen herausgekauft werden mussten. Das Geld dafür sei auch über dieses Konto geflossen. So sei das Geschäft früher gelaufen, sagt Born, der sich als Opfer einer Erpressung von Delgados Noch-Ehefrau sieht. Die hatte die brisanten Unterlagen vor zwei Wochen peruanischen Medien zugespielt.

Auch seine Behauptung von letzter Woche, Werder Bremen habe die Ablöse von 1,35 Millionen Dollar für Silva nicht an die Vermittlungsagentur Image, sondern an den Verein Sporting Cristal Lima gezahlt, hat Born zurückgenommen. Das Geld sei auf Wunsch Limas an die Agentur Delgados geflossen. Es sei egal, wo man es hinschickt. Angekommen sind beim peruanischen Verein nur 250.000 Dollar.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.