Urteil Hoyzer lebenslang gesperrt

Jetzt hat Robert Hoyzer es auch schriftlich: Der Ex-Schiedsrichter, Auslöser des Wett- und Manipulationsskandals im deutschen Fußball, wurde heute vom DFB-Sportgericht endgültig aus dem Verband ausgeschlossen und darf nie wieder Spiele pfeifen.


Ex-Schiedsrichter Hoyzer: Sperre schon akzeptiert
DPA

Ex-Schiedsrichter Hoyzer: Sperre schon akzeptiert

Das Gericht unter Vorsitz von Rainer Koch entschied im schriftlichen Verfahren auf eine lebenslange Sperre für Hoyzer. "Hoyzer hat dem deutschen Fußball und dem Schiedsrichterwesen unermesslichen Schaden zugefügt. Er wird im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals wegen unsportlichen Verhaltens in acht Fällen aus dem DFB ausgeschlossen", erklärte Koch in der Urteilsbegründung.

Hoyzer, der bei der Verhandlung gegen den derzeit suspendierten Bundesliga-Schiedsrichter Torsten Koop heute in der DFB-Zentrale als Zeuge aussagte, hat die Sperre bereits akzeptiert und wird damit nie wieder Fußballspiele leiten können.

Koops Anwälte hatten zum Auftakt der Verhandlung für einen Eklat gesorgt und einen Befangenheitsantrag gegen Koch gestellt. "Wir stellen einen Antrag auf Ablehnung des Sportgerichts-Vorsitzenden Rainer Koch, da er in Interviews die Glaubwürdigkeit von Robert Hoyzer pauschalisiert hat", sagte Holger Gläser bei der Verhandlung in der DFB-Zentrale in Frankfurt. Das Sportgericht lehnte den Antrag ab. Koop wird vorgeworfen, seinem Verband einen Anwerbeversuch durch Hoyzer zu spät gemeldet zu haben.

Hoyzer ist inzwischen wieder aus dem Essener Kreisliga-Club Steele 09 ausgetreten. Der ehemalige Referee war am Montag eingetreten, um sich der DFB-Gerichtsbarkeit stellen zu können. "Wir möchten uns bei den Verantwortlichen des Vereins bedanken, dass sie das möglich gemacht haben", sagte Hoyzers Anwalt Thomas Hermes.



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