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Stuttgart besiegt Hertha: Carpe Dié!

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Bundesliga: Leverkusen dreht Partie, VfB siegt weiter Fotos
DPA

Es sollte das Topspiel des Samstags werden. Das konnte man nach dem Heimsieg des VfB Stuttgart über Hertha BSC nicht wirklich behaupten. Einem wird's egal sein. Alles Wichtige zum VfB-Erfolg.

Ausgangslage des Spiels: Team der Stunde gegen Team der Saison. Dazu Jürgen Kramny gegen Pal Dardai, die beiden Trainer, die in der Liga mit den wohl niedrigsten Erwartungen empfangen wurden, um es danach allen zu zeigen. Damit also das Spiel, das an diesem Nachmittag mit den höchsten Erwartungen empfangen wurde. Um es dann allen zu zeigen.

Ergebnis des Spiels: 2:0 (0:0), Torschützen: Serey Dié, 51. Minute, Filip Kostic 83. Minute. Der VfB, 18. nach 16 Spieltagen, nach 21 Spieltagen und fünf Siegen später jetzt Neunter.

Die erste Halbzeit: VfB ohne Daniel Didavi, Hertha ohne Mitchell Weiser und Salomon Kalou. Damit war ein Gutteil der Matchwinner der Vorwochen schon mal gar nicht mit von der Partie. Und die Gewinner der ersten Hälfte somit benannt. Topspiel geht anders. Eine Adrenalinszene blieb haften: Vedad Ibisevic scheiterte frei vor VfB-Torwart Tyton, und alle "Ausgerechnet Ibisevic"-Äußerungen, die kurz davor waren, das Licht der Welt zu erblicken, wurden unverrichteter Dinge wieder zurückgeschickt.

Man of the Matsch: Serey Dié Zur Großansicht
Getty Images

Man of the Matsch: Serey Dié

Die zweite Halbzeit: Plötzlich Leben in der Bude. Timo Werner verpasst in der 46. Minute die VfB-Führung, Tolga Cigerci in der 47. Minute die Hertha-Führung. Alle sind wach, und Serey Dié nutzt das mit einem Schuss, der den beliebten Fußball-Hashtag #allesRaushauen verdient hätte, zur Führung. Hertha danach so, wie man Hertha kennt. Von früher. Kostic macht kurz vor Schluss alles klar.

Ganz unten: Die Bundesliga hat ihr neues Aufregerthema: Die Platzverhältnisse im Februar. Die befinden sich angesichts der Jahreszeit überraschend nicht im Optimalzustand. Im Vergleich zum berühmten und sprichwörtlichen Englischen Rasen verliert die Liga also auch hier gegenüber der Premier League an Boden. Selten war in Stuttgart so viel Tiefe in einem Spiel.

Tyton, Ibisevic, Schieber: Stillleben mit Ex-VfBern Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

Tyton, Ibisevic, Schieber: Stillleben mit Ex-VfBern

Spieler des Spiels: Müsste angesichts des "Rasens" in Stuttgart eher Man of the Matsch heißen. Sereso Geoffroy Gonzaroua Dié, geboren 1984 in Abidjan, Elfenbeinküste, hat schon manches gesehen in seinem Fußballerleben. Zum Beispiel die Schweiz, in der er mehr als 150 Erstligapartien ablieferte. Aber was er noch nicht kannte, war, wie es ist, ein Bundesligator zu erzielen. Jetzt weiß er es: Es ist ein Moment, um auszurufen: Fange den Tag!

Zweikampf des Spiels: Fiel diesmal aus. Stuttgarts Spielgestalter Daniel Didavi fehlte nach seiner Ampelkarte aus der Vorwoche. Das war sehr schade, denn man hatte sich doch schon so auf das Duell mit Herthas Laufwunder Vladimir Darida gefreut. Man hätte so wundervolle Zungenbrecher basteln können: Da denkt Dardais Darida, dieser Didavi da dachte an Daliah Lavi. Didavi dachte da, an Daliah Lavi denkt Dardais Darida.

Ex-Stuttgarter Ibisevic: Doch kein "ausgerechnet" Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

Ex-Stuttgarter Ibisevic: Doch kein "ausgerechnet"

Rückkehrer des Spiels: Jahrelang hatte Vedad Ibisevic für den VfB in vorderster Linie die Knochen hingehalten, zuletzt war er nur noch Ersatz, und besonders liebevoll wurde über ihn auch nicht gesprochen. Nun kam der mittlerweile 31-Jährige als Tabellendritter nach Stuttgart zurück. Er hatte die Führung nach 36 Minuten auf dem Fuß und vergab sie. So wertvoll war er lange nicht mehr für den VfB gewesen. "Vedad kann töten", hat sein Trainer Dardai über ihn gesagt, aber auch Killer haben ein weiches Herz.

Rückkehrer des Spiels II: Julian Schieber hat fast ein Jahr lang kein Fußballspiel bestreiten können. Nach 66 Minuten kehrte er für die Hertha auf den Platz zurück. Der Hertha-Sturm bestand dann aus Schieber (VfB 2009-2012) und Ibisevic (VfB 2012-2015). Entsprechend: kein Tor.

Jubilar des Spiels: Jens Bröllos. Den kennen Sie nicht? Wir bis dahin auch nicht. Aber er war der 500.000 Besucher in der Stuttgarter Arena in dieser Saison und wurde darob mit einem VfB-Trikot beglückt. Kurze Intensivrecherche ergab: Jens Bröllos, Inhaber von Elektro-Bröllos aus Kirchheim/Neckar, Familienbetrieb in der vierten Generation (1921 Erste Esso-Tankstelle im Bereich Oberamt Besigheim mit Akku-Ladestation). Das Internet ist doch toll.

Erkenntnis des Spiels: Der Hinrunden-Dritte Hertha BSC hat in dieser Rückrunde nach vier Spieltagen noch keine einzige Partie gewonnen und ist immer noch Vierter. Das sagt doch bestimmt irgendetwas über die Bundesliga aus.

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Hab nur ich damit ein Problem?
winne27 13.02.2016
Dieser Bericht über ein ein Fussballspiel lässt sich wohl kaum noch "downen" oder sollte man sich vielleicht doch nach jahrzehntelanger Treue von Spon abwenden und Nachrichtenquellen suchen die nicht solchen einen Quark verbreiten. Hugh ich habe zweifelnd gesprochen.
2. ach ja ...
retterdernation 13.02.2016
oder lieber - ach nein heißt es heute in Berlin. Drei Spiele in einer Woche sind der Hertha wohl zu viel. Dem VfB eben nicht. Schade Hertha. Auf dem Boden der Tatsachen angekommen, nennt man das. Irgendwann mussten Wir auch wieder verlieren. Seit dem Bayernspiel im November kannte man dieses Gefühl der Niederlage nicht mehr. Weiter gehts ... Hahohe
3. erfrischender Stil
aberratio_ictus 13.02.2016
Ein Lob für den erfrischenden Stil des Berichtes. Der Autor hat bewiesen, das es auch mit Esprit geht und Berichte nicht so klingen müssen wie die floskelschwangeren aus dem Textgenerator.
4.
AndreHa 13.02.2016
Der VfB ist Tabellenführer. Zwar nur der Rückrunde, aber das lässt hoffen. Die ersten 4 Spiele der Hinrunde verloren, die ersten 4 der Rückrunde gewonnen. So kann es weiter gehen.
5. Dieser VfB
Schlaflöwe 13.02.2016
kann auch auf Schalke bestehen.
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