Verdächtigter Ex-Profi Gattuso "Ich wäre wahnsinnig"

Der italienische Fußball steckt mitten in einem neuen Manipulationsskandal, ermittelt wird unter anderem gegen Gennaro Gattuso. Der Ex-Profi bestreitet nun jegliche Beteiligung und fordert die Staatsanwälte auf, ihn schnell zu befragen.

Ex-Profi Gattuso: "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet"
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Ex-Profi Gattuso: "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet"


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der ehemalige italienische Fußball-Profi Gennaro Gattuso, gegen den im jüngsten Manipulationsskandal ermittelt wird, hat seine Unschuld beteuert. "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet, und man beschuldigt mich, Spiele zu manipulieren. Ich wäre wahnsinnig, wenn ich so etwas tun würde", sagte der 35-Jährige und richtete einen Appell an die Justiz: "Ich hoffe, dass mich die Staatsanwälte so rasch wie möglich befragen, damit ich meine Position erklären kann."

Der ehemalige Star des AC Mailand gab allerdings Kontakte zu Francesco Bazzani zu, der als illegaler Vermittler Spiele für etwa 700.000 Euro zur Manipulation angeboten haben soll. "Die halbe Serie A kennt Bazzani. Er ist ein Freund, wie viele andere", sagte Gattuso. Wie mehrere italienische Medien übereinstimmend berichten, darunter die "Gazzetta dello Sport" und der "Corriere della Sera", soll in der Nacht von Montag auf Dienstag Gattusos Haus durchsucht worden sein.

Die Staatsanwälte von Cremona setzten derweil die Ermittlungen fort. Durchsucht wurde die Wohnung eines Nachwuchstrainers und eines Ex-Spielers des FC Bologna.

Angeblich bis zu 30 Spiele der Serie A betroffen

Im Fußball-Manipulationsskandal sollen laut Staatsanwaltschaft von Cremona bis zu 30 Spiele der Serie A im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 verschoben worden sein. "Trotz Verhaftungen und Ermittlungen in den vergangenen Jahren ist offenkundig, dass bestimmte Personen, wie schon vor dem Ausbruch des Skandals, Fußballspiele manipulieren", sagte Staatsanwalt Roberto Di Martino bei einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag.

Unter Manipulationsverdacht stehen mehrere Spiele zum Ende der Saison 2010/2011, darunter drei Partien des AC Mailand. Auch weitere Clubs wie Inter Mailand, Lazio Rom und Rekordmeister Juventus Turin sollen betroffen sein. Dazu kommen zahlreiche weitere Partien in der Serie B und der Lega Pro, der dritten italienischen Liga.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen in diesem neuen Strang des Wettskandals gegen etwa 20 Verdächtige, darunter auch mehrere ehemalige und noch aktive Spieler. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs gebildet zu haben.

Der Präsident des italienischen Fußballverbandes, Giancarlo Abete, hat Gattuso in Schutz genommen. "Ich habe großes Vertrauen zu Gattuso. Ich kenne ihn und bin mir sicher, dass er aus dieser Sache herauskommt", sagte Abete laut der Nachrichtenagentur Ansa.

chp/sid/dpa



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LapOfGods 18.12.2013
1. Klingt in der tat unwahrscheinlich
Gattuso spielte beim AC Mailand. Wo in Italien verdient man besser als da? Wenn der also nicht sein Vermögen vorher verjuxt hatte, dann macht es alleine das schon unwahrscheinlich. Denn wie hoch soll sein Ertrag aus der Schiebung im Verhältnis zum Gehalt sein? Schaut man auf die Ergebnisse selber: Der AC Mailand wurde 2011 mit 6 Punkten Vorsprung Meister. Diese Meisterschaft stand erst am vorletzten Spieltag fest. An den letzten 14 (!) Spieltagen gab der AC überhaupt nur folgende Punkte ab: 0:1 in Palermo (Tabellen-8., 30.Spieltag) Gegen Palermo flog der AC in der Zeit auch noch im Pokal raus, vielleicht lagen die denen damals nicht gerade? 0:0 beim AS Rom (Tabellen-6. am 36.Spieltag) 0:0 in Udine (Tabellen-4., am 38. und letzten Spieltag) Dazu kommt noch ein Heim-1:1 nach Rückstand gegen Bari, den Tabellenletzten, am 29.Spieltag, was sicher schon überraschend war. Bei den 10 Siegen in dem Zeitraum fing man sich - typisch italienisch - nur 3x je 1 Gegentor. Wenn das keine Eigentore waren, auf was sollte man denn da wetten? Im Prinzip ist also nichts dabei, was einem Deutschen Meister nicht auch passiert wäre. Das haben auch die Bayern z.B. damals immer mal wieder gezeigt (siehe Cottbus, Köln, Bielefeld, St.Pauli, Gladbach). Ich glaube schon, dass Spiele verkauft werden. Aber wofür sollte ich dann einen prominenten Spieler vom AC Mailand bestechen, wenn ich dasselbe in der 3./4./5.Liga viel billiger haben kann?
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