Verkauf gescheitert Kölmel bleibt auf Zentralstadion sitzen

Der bereits als perfekt vermeldete Verkauf des Leipziger Zentralstadions ist gescheitert. Kinowelt-Chef Michael Kölmel brach die Verhandlungen nach Problemen mit dem Kauf-Interessenten ab. Die Austragung von Spielen beim Confederations-Cup und der WM 2006 soll aber nicht gefährdet sein.


Leipziger Zentralstadion: "Bedauern, dass es zu keiner Lösung gekommen ist"
DDP

Leipziger Zentralstadion: "Bedauern, dass es zu keiner Lösung gekommen ist"

Leipzig - Kölmel, der sich ursprünglich auf sein Kerngeschäft Kino konzentrieren wollte, will das für 116 Millionen Euro umgebaute Zentralstadion nun definitiv bis nach der WM 2006 behalten und die noch ausstehenden Bauarbeiten fristgerecht beenden. Das WM-OK wollte keine Stellungnahme zur überraschenden Entwicklung in Leipzig abgeben.

"Die Fußball-Großereignisse in Leipzig sind nicht gefährdet", sagte dafür der Leipziger Sportbürgermeister Holger Tschense, "wir bedauern, dass es nicht zu einer Lösung gekommen ist, aber wir können Herrn Kölmel nicht zum Verkauf zwingen." Die noch ausstehenden Bauarbeiten bis zu den drei Spielen im Confederations-Cup im Juni würden planmäßig weitergehen, zusätzlich sind bis zu den fünf WM-Spielen noch verschärfte Sicherheitsauflagen der Fifa zu erfüllen. Kölmel hatte die Schlussverhandlungen mit dem Interessenten Gerald Wagener über das 30-Millionen-Euro-Geschäft abgebrochen, nachdem immer neue Probleme aufgetreten waren.

Kölmel verspricht in einem Brief an Tschense die fristgerechte Beendigung aller Bauarbeiten im Stadion: "Wir sollten alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten auf dieses Ziel lenken, denn nur so lässt sich garantieren, dass der geplante Confederations-Cup und die WM-Spiele planmäßig und professionell stattfinden können." Ein angebliches Insolvenzrisiko wegen noch offener Forderungen von Baufirmen soll nicht bestehen.

Von den ursprünglich 90,55 Millionen Euro Baukosten des Stadions hatte Kölmel mit seiner EMKA Immobilien-Beteiligungs-GmbH 27,338 Millionen Euro übernommen. Von den - unter anderem wegen Sicherheitsauflagen der Fifa - entstandenen Mehrkosten von 26 Millionen Euro entfallen noch einmal knapp zwei Drittel auf den privaten Geldgeber, den Rest zahlt die Stadt.



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