Vertragswirrwarr auf St. Pauli Schwere Vorwürfe gegen Sportchef Schulte

Trainer weg, Abstieg so gut wie perfekt, jetzt auch noch das: Laut einem Zeitungsbericht hat der FC St. Pauli die Frist für die Option auf die Vertragsverlängerung von Charles Takyi verpennt. Ein weiterer Stammspieler soll den Club für Kleingeld verlassen können. Im Team brodelt es.

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Trainer Stanislawski, Mittelfeldspieler Lehmann, Takyi: "Ein Platz in der Sch....."
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Trainer Stanislawski, Mittelfeldspieler Lehmann, Takyi: "Ein Platz in der Sch....."


"Ein Platz an der Sonne" steht auf den Trikots des FC St. Pauli. Nach dieser Saison würde "Ein Platz in der Sch…." besser passen. 2010 war das Wonnejahr des FC St. Pauli: Aufstieg in die Bundesliga, Fertigstellung der neuen Haupttribüne, 17 Punkte in der Bundesliga-Hinrunde.

2011 steht der Club vor einem Scherbenhaufen. Die Rückrunde lief miserabel, St. Pauli holte nur zwölf Punkte. Trainer Holger Stanislawski hat sich gen Hoffenheim verabschiedet, der Abstieg ist so gut wie besiegelt. Doch jetzt könnte es noch dicker kommen. Der Club läuft Gefahr, neben den zahlreichen ausgeliehenen Profis zwei seiner besten Spieler zu verlieren - aus eigenem Verschulden.

Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet, soll Sportchef Helmut Schulte es versäumt haben, rechtzeitig eine Option für Mittelfeldspieler Charles Takyi zu ziehen. Bislang hätte es immer geheißen, der 26-Jährige habe einen bis 2012 gültigen Vertrag. Doch diese Laufzeit gelte nur, wenn beide Seiten die Option ziehen, so die "Morgenpost".

Takyi, der in dieser Bundesliga-Saison bislang 23 Spiele für den FC St. Pauli absolvierte und dabei fünf Tore erzielte, könne im Sommer nun ablösefrei den Club verlassen. Dem FC St. Pauli, der Takyi vor zwei Jahren für 350.000 Euro von Greuther Fürth kaufte, würde damit eine Ablöse verloren gehen, die deutlich über einer Million Euro liegen dürfte.

Lehmann zum Schnäppchenpreis

Sportchef Helmut Schulte widerspricht dem Bericht. "Wir haben die Option fristgerecht gezogen. Charles hat damit einen gültigen Vertrag bis 2012." Schulte räumt jedoch ein, dass es "bestimmte Verabredungen" gebe, "die es dem Spieler ermöglichen, im Abstiegsfall in der ersten Bundesliga zu bleiben."

Genau dort möchte auch Matthias Lehmann in der kommenden Saison spielen. Der Mittelfeldstratege gehört zu den Leistungsträgern im Team der Hamburger. Zuletzt hieß es immer wieder, dass Stanislawskis künftiger Arbeitgeber 1899 Hoffenheim an einer Verpflichtung des 27-Jährigen interessiert sei. Von einer Ablösezahlung von rund zwei Millionen Euro war die Rede.

Geld, das der FC gut gebrauchen könnte, um nach dem Abstieg einen konkurrenzfähigen Zweitliga-Kader aufzubauen. Doch offenbar fällt der Geldsegen deutlich geringer aus. Laut dem "Mopo"-Bericht darf Lehmann den Verein für einen "niedrigen sechsstelligen Betrag" verlassen. Der 27-Jährige, der in dieser Saison 31 Spiele bestritten und vier Tore erzielt hat, hatte erst Anfang des Jahres einen Vertrag bis 2013 unterschrieben. Schulte wollte zu diesem Thema keine Stellung beziehen.

Zudem soll in der Mannschaft explosive Stimmung herrschen. Viele Spieler sollen sauer sein, dass bislang noch keiner mit Ihnen über ihre Verträge gesprochen hat. Schulte weist auch diesen Vorwurf zurück: "Bei uns hat keiner den Wunsch geäußert, über Verträge zu sprechen."

Immerhin gibt es positive Neuigkeiten in Sachen Trainerfindung. André Schubert vom Zweitligisten SC Paderborn wird den Club in der kommenden Saison trainieren. Zunächst hatte es noch Hinweise darauf gegeben, dass sich St. Pauli mit Marcel Koller einig sein soll.

Trainerverpflichtung hin oder her: Von einem Platz an der Sonne ist St. Pauli derzeit Lichtjahre entfernt.

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Koltschak 04.05.2011
1. Typisch HSV ist man versucht zu sagen..
...schnell gelernt in dem einen Jahr Bundesliga, lieber FC St. Pauli! Respekt.
gekreuzigt 04.05.2011
2. wie kommt es eigentlich, ..
Zitat von sysopTrainer weg, Abstieg so gut wie perfekt, jetzt auch noch das: Laut einem Zeitungsbericht hat der FC St. Pauli die Frist für die Option auf die Vertragsverlängerung von Charles Takyi verpennt. Ein weiterer Stammspieler soll den Club für Kleingeld verlassen können. Im Team brodelt es. * http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,760666,00.html
[QUOTE=sysop;7770904]Trainer weg, Abstieg so gut wie perfekt, jetzt auch noch das: Laut einem Zeitungsbericht hat der FC St. Pauli die Frist für die Option auf die Vertragsverlängerung von Charles Takyi verpennt. Ein weiterer Stammspieler soll den Club für Kleingeld verlassen können. Im Team brodelt es. * ..dass bei spon wirklich von jedem pubs aus st.pauli berichtet wird? so viel beachtung hat der verein kaum verdient.
sirius08/15 04.05.2011
3. Warum,
Zitat von gekreuzigt[QUOTE=sysop;7770904]Trainer weg, Abstieg so gut wie perfekt, jetzt auch noch das: Laut einem Zeitungsbericht hat der FC St. Pauli die Frist für die Option auf die Vertragsverlängerung von Charles Takyi verpennt. Ein weiterer Stammspieler soll den Club für Kleingeld verlassen können. Im Team brodelt es. * ..dass bei spon wirklich von jedem pubs aus st.pauli berichtet wird? so viel beachtung hat der verein kaum verdient.
[QUOTE=gekreuzigt;7772467] lesen sie ihn denn?
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