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Stuttgarts Sieg gegen Hertha: Läuft

Aus Stuttgart berichtet

Stuttgarter Spieler: Fünfter Sieg in Folge Zur Großansicht
DPA

Stuttgarter Spieler: Fünfter Sieg in Folge

Auch der Tabellendritte ist für den VfB Stuttgart kein Hindernis auf dem Weg zum fünften Sieg in Folge. Was hat Trainer Jürgen Kramny nur mit dieser Mannschaft gemacht?

In Stuttgart haben sie ein Ritual bei Heimsiegen. Kaum ist der Schlusspfiff verhallt, erschallt "Paradise City" von "Guns n'Roses" aus den Boxen. Das ist zum einen merkwürdig, weil im Refrain von grünem Gras gesungen wird; und der Untergrund, auf dem die Stuttgarter Spieler das 2:0 gegen Hertha BSC Berlin bejubelten, erinnerte nur entfernt an so etwas wie Rasen. Nur vereinzelt ragten Halme aus dem Matsch.

Aber das mit dem Paradies: Das passt zurzeit sehr gut.

Fünf Siege haben die Stuttgarter in Serie gefeiert, sie dürfen sich Tabellenführer der Rückrunde nennen. Die Mannschaft, die noch in der Hinrunde abgeschlagen war, lässt sich jetzt immer wieder von den eigenen Fans feiern. Und macht nicht den Eindruck, als könne sie irgendwas aufhalten, nicht mal die Müdigkeit.

Sie hat im Pokal gegen Dortmund und auch jetzt gegen Berlin 90 Minuten Vollgas gegeben und ist dabei so sicher durch den Schlamm gefegt, als habe sie besonders lange Stollen unter den Schuhen. Während die Berliner Spieler nach gut einer Stunde völlig k.o. schienen, rannten die Stuttgarter einfach weiter. Spieler wie Filip Kostic wirkten dabei noch in den Schlussminuten, als setzten sie nach einem trainingsfreien Tag gerade mal den ersten Sprint des Tages an.

"Fit sind wir schon auch", sagte VfB-Trainer Jürgen Kramny, als er darauf angesprochen wurde. Und äußerte eine ganz eigene Theorie, warum sein an diesem Tag überragender Sechser, Serey Dié, sich in Sachen Laufpensum mal wieder selbst übertroffen hatte: "Der hat sich die Müdigkeit einfach heute rausgelaufen, falls er nach dem Dortmund-Spiel überhaupt müde war."

Fitness und Laufbereitschaft waren zwei der Gründe, warum der VfB nach Treffern von Dié (51.) und Kostic (84.) die Hertha trotz des Widerstands in der ersten Halbzeit doch ziemlich locker besiegte. Aber eben lange nicht alle.

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Resignation der Berliner

Warum spätestens Mitte der zweiten Halbzeit jeder der 45.000 Zuschauer das Gefühl hatte, dass hier nur der VfB als Sieger vom Platz gehen konnte, lag an mehr. Dynamisches Offensivspiel und mutige Zweikampfführung auf Seiten der Stuttgarter, zunehmende Resignation und immer mehr Frustfouls auf Seiten der Berliner. Die zeigten sich nach dem Schlusspfiff selbstkritisch: "Wir hatten in der zweiten Halbzeit nichts mehr entgegenzusetzen und haben zu viele Fehlpässe gespielt", sagte Abwehrchef Sebastian Langkamp. Zehn zu eins Ecken sagten auch sehr viel aus.

Die Stuttgarter Spieler wurden nach dem Schlusspfiff immer wieder gefragt, was sich denn nun genau getan habe, seit Kramny das Traineramt übernommen hat. Wie ist aus einem verunsicherten Abstiegskandidaten eine Mannschaft geworden, die 15 Punkte aus fünf Spielen geholt hat? Solche Fragen würden die Spieler ihren Müttern oder Freundinnen möglicherweise in klaren, knappen Worten beantworten. Journalisten gegenüber tun sie das nicht, denn dafür müssten sie über den ehemaligen Trainer öffentlich herziehen. Das wäre nicht fair.

Weitaus eleganter ist es, dessen Nachfolger zu loben. Und das tat Daniel Schwaab ausführlich. Rein fußballerisch laufe es gerade bestens: "Wir haben jetzt mehr Ballbesitzphasen und können den Ball auch mal länger laufen lassen", sagte der Verteidiger. Auch atmosphärisch sei gerade alles bestens. "Es macht im Moment sehr viel Spaß, und der Trainer ist da keiner, der dann die Spaßbremse spielt."

Damit hatte er natürlich nicht das Geringste über die Zeit unter Alexander Zorniger gesagt. Oder doch?

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insgesamt 13 Beiträge
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1.
leave_in_silence 13.02.2016
So wie letztes Jahr Werder Bremen nach der Winterpause alles weggebügelt hat, tut es dieses Jahr der VfB. Glückwunsch zum Nichtabstieg! Besser Stuttgart weiter dabei als Hoffenheim oder Ingolstadt.
2. Naja
Valis 13.02.2016
Stuttgart hat die gesamte Saison keinen schlechten Fussball gespielt. Die Ergebnisse haben nur nicht gestimmt. Jetzt mit dem Hype einer Siegesserie und der Bestätigung der Spieler das das was sie auf dem Platz machen richtig ist kommt die Effektivität und die Ergebnisse. Tolle Mannschaft
3. Phänomenal
didohaun 13.02.2016
wie sich eine Mannschaft derartig verwandelt, vermeintlich nur weil ein anderer Trainer das Sagen hat. Gladbach ist dafür auch ein gutes Beispiel, wie dieselben Akteure urplötzlich ihre einstmal vorhandenen aber irgendwie verlorengegangen Fähigkeiten wiederentdecken. Die Anhänger sollen sich freuen und die Vereinsführung das Momentum nutzen, um die Weichen für die Zukunft dieses Mal richtig zu stellen.
4.
hjanko 13.02.2016
Hallo, die Mannschaft spielt jetzt eigentlich den Fußball den Zorniger initiert hat. Siehe das zweite Tor - Pressing schon am gegnerischen Strafraum, nach Ballgewinn waren mehr Stuttgarter im Strafraum der Herthaner. Zorniger hat Fehler gemacht, keine Frage. Er wollte zu schnell zu viel, Kramny hat das korriegiert in dem er den VfB einige Meter nach hinten schob. Aber nicht alle, die 4erkette wurde weiter recht hoch gehalten, dadurch wurde alles enger für den Gegner. Dazuhin hat er die, in Stuttgart ist das leider eine ganze Horde, unfähiger Journalisten ziemlich deutlich spüren lassen was er von ihnen hält, woraufhin ein Kesseltreiben gegen ihn begann. Ausnahmsweise mal ein 'hätte'! Wenn die Mannschaft nur die Hälfte der Chancen der ersten 5 Spiele genutzt hätte, würden wir heute nicht Kramny feiern, der, für mich sehr überraschend, aber wirklich gute Arbeit abliefert. Er hat schlicht das gute an Zornigers Taktik - agressives Pressing und schnelles Umschalten, mit anderen konventionelleren Spielweisen, kombiniert. Chapeau Hr. Kramny, gut und intelligent gemacht. Loben muss man auch den Manager Dutt, der letztes Jahr im Januar Serey Die aus dem Hut gezaubert hat und jetzt vor der Saison mit Insua, Rupp und Thyton überraschend gute Spieler geholt hat. Als Schmankerl wurde jetzt in der Winterpause mit Großkreutz ein weiter Spieler mit einer sehr guten Einstellung hinzugefügt...
5.
dolemite 13.02.2016
Zitat von hjankoHallo, die Mannschaft spielt jetzt eigentlich den Fußball den Zorniger initiert hat. Siehe das zweite Tor - Pressing schon am gegnerischen Strafraum, nach Ballgewinn waren mehr Stuttgarter im Strafraum der Herthaner. Zorniger hat Fehler gemacht, keine Frage. Er wollte zu schnell zu viel, Kramny hat das korriegiert in dem er den VfB einige Meter nach hinten schob. Aber nicht alle, die 4erkette wurde weiter recht hoch gehalten, dadurch wurde alles enger für den Gegner. Dazuhin hat er die, in Stuttgart ist das leider eine ganze Horde, unfähiger Journalisten ziemlich deutlich spüren lassen was er von ihnen hält, woraufhin ein Kesseltreiben gegen ihn begann. Ausnahmsweise mal ein 'hätte'! Wenn die Mannschaft nur die Hälfte der Chancen der ersten 5 Spiele genutzt hätte, würden wir heute nicht Kramny feiern, der, für mich sehr überraschend, aber wirklich gute Arbeit abliefert. Er hat schlicht das gute an Zornigers Taktik - agressives Pressing und schnelles Umschalten, mit anderen konventionelleren Spielweisen, kombiniert. Chapeau Hr. Kramny, gut und intelligent gemacht. Loben muss man auch den Manager Dutt, der letztes Jahr im Januar Serey Die aus dem Hut gezaubert hat und jetzt vor der Saison mit Insua, Rupp und Thyton überraschend gute Spieler geholt hat. Als Schmankerl wurde jetzt in der Winterpause mit Großkreutz ein weiter Spieler mit einer sehr guten Einstellung hinzugefügt...
Ich weiss nicht ob Sie VfB fan sind, falls ja dann stehen sie Sinnbildlich für die realitätsfremde Einschätzung die ich als VfB fan bei vielen anderen seit Jahren miterlebe. Es gibt in Stuttgart viele Journalisten die, die Situation unter Zorniger durchaus realistisch und mit der nötigen Kritik beleuchtet haben. Zorniger war unter dem Strich ein starrköpfiges Rindvieh der taktische Anfängerfehler gemacht hat, angefangen bei der Aufstellung der Verteidigung bis hin zur Einschätzung des Gegners. Das war schon teilweise vor seiner Verpflichtung bekannt, wurde jedoch in den kommenden Wochen deutlicher und deutlicher.
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