Trainer beim VfB Stuttgart Schwäbische Kurzarbeit

Der Hamburger SV gilt allgemein als Richtgröße, wenn es um den Verschleiß von Fußballlehrern geht. Stuttgart holt aber auf - seit dem Meistertitel 2007 standen 15 Trainer an der Seitenlinie des VfB.

DPA

Der Herbst kommt - und der VfB trennt sich von seinem Trainer. Nur etwas mehr als acht Monate durfte Tayfun Korkut die Bundesliga-Mannschaft der Stuttgarter betreuen. Acht turbulente Monate, in denen er zunächst verlacht ("Was bitte wollen die denn mit dem?"), dann nach einer furiosen Rückrunde gefeiert - und schließlich nach einem enttäuschenden Saisonstart gefeuert wurde.

Das Schwäbische kennt augenscheinlich keinen Ausdruck für Kontinuität: 2007 war der VfB Stuttgart Deutscher Meister. Seit jenem Mai-Samstag, als zunächst Thomas Hitzlspergers Volleyschuss im Cottbusser Tornetz landete und ein 20 Jahre alter Nachwuchsspieler namens Sami Khedira mit dem 2:1 den fünften Meistertitel des VfB perfekt machte, beschäftigte der VfB 15 Trainer. (Na gut, eigentlich nur 13. Zwei von ihnen durften sich nämlich gleich zweimal in Stuttgart versuchen.)

Alle Trainer seit der VfB-Meisterschaft im Jahr 2007:

Regelmäßig der gleiche Ablauf: Der VfB startet mit hohen Erwartungen in eine Saison, im Herbst aber wirft man die Pläne um - die Trennung von Korkut ist seit 2007 die zehnte in der zweiten Jahreshälfte. Einer überragenden Rückrunde folgte auch bei Korkut eine desaströse Hinrunde.

Einzig der Hamburger SV verschliss im deutschen Profifußball im gleichen Zeitraum noch mehr Trainer (18). Klammert man jedoch die Interimsengagements von Ricardo Moniz, (zweimal) Rodolfo Cardoso, Frank Arnesen und Peter Knäbel mit jeweils drei oder weniger Einsätzen aus, so ist der Posten beim VfB Stuttgart mittlerweile der Schleudersitz Nummer eins.

Das Anforderungsprofil für den neuen Mann ist formuliert: "Zunächst mal ist es wichtig, dass er genügend Ruhe ausstrahlt, um in diesem Haifischbecken Bundesliga zu bestehen. Der zweite Punkt ist, er muss möglichst einen modernen Fußball spielen lassen und unsere Mannschaft weiterentwickeln. Drittens muss er eine Balance zwischen erfahrenen und jungen Spielern finden", sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Wer auch immer auf Korkut folgt - ihm dürfte klar sein, dass er beim VfB nicht allzu viel Geduld erwarten sollte.

chh/sid



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