Fußballbundesliga Wolfsburg hat das Siegen verlernt

Die sportliche Krise des VfL Wolfsburg setzt sich fort: Auch gegen den 1. FC Köln sprang nicht mehr als ein 1:1 heraus. Das Führungstor von Julian Draxler reichte nicht für einen Sieg.

Wolfsburgs Naldo, Kölns Modeste: Treten auf der Stelle
Bongarts/Getty Images

Wolfsburgs Naldo, Kölns Modeste: Treten auf der Stelle


Es läuft einfach nicht mehr beim VfL Wolfsburg. Auch gegen den 1. FC Köln enttäuschte das Team von Dieter Hecking und kam über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus. Langsam verliert der Klub, der immerhin Vizemeister und Pokalsieger ist, den Anschluss nach oben.

Julian Draxler hatte die Gastgeber nach 65. Minuten in Führung gebracht. Anthony Modeste glich mit einem sehenswerten Schlenzer zehn Minuten später aus.

Es war trotz der Treffer über weite Strecken ein sehr schwaches Bundesligaspiel, das die Zuschauer in der Wolfsburger Arena über sich ergehen lassen mussten. Die Gastgeber waren zwar überlegen, sie hatten auch ihre Chancen, aber es regierten Fehlpässe, Missverständnisse, Verunsicherung. Da auch die Gäste nach vorn wenig Konstruktives anstellten, war das torlose Resultat zur Pause nur folgerichtig.

Der VfL hatte Luiz Gustavo nach fast drei Monaten Verletzungspause wieder in der Mannschaft, aber auch der Brasilianer konnte dem Team wenig Stabilität verschaffen. Viele Fehler im Aufbauspiel, wobei sich vor allem die beiden Innenverteidiger Naldo und Dante hervortaten, sorgten dafür, dass die Kölner wenig Mühe hatten, ihre Defensive geordnet zu halten.

Es gab sie wider Erwarten dennoch, die ganz klaren Chancen, das Spiel mit Toren zu veredeln. Sogar eine pro Halbzeit. Aber Wolfsburgs Max Kruse gelang es nach 20 Minuten aus kurzer Distanz nicht, Kölns Keeper Timo Horn zu überwinden. Ansonsten: Stückwerk. In der zweiten Hälfte visierte Luiz Gustavo aus kurzer Entfernung den Außenpfosten an, statt den näherliegenden Weg ins Tor zu gehen.

Dann kam Draxler und schien sein Team nach den Wochen der Tristesse mit seinem Tor zu erlösen. Aber Modeste machte dieses kurze Glücksgefühl schnell wieder zunichte.

Platz sieben nach 19 Spieltagen: Das ist für eine Mannschaft, die die Ansprüche hat, in die Nähe eines Bayern-Jägers gerückt zu werden, ernüchternd. Nur dem Umstand, dass auch andere vermeintliche Verfolger derzeit schwächeln, haben es die Wolfsburger zu verdanken, dass sie noch Tuchfühlung auf die Champions-League-Plätze haben.

Die Gäste aus Köln verharren auf Rang neun, zwei Punkte hinter Wolfsburg. Die Mannschaft von Peter Stöger, gegenüber der Vorwoche auf vier Positionen verändert und mit Simon Zoller und Modeste als Doppelspitze, tat alles, um das Kombinationsspiel der Wolfsburger im Ansatz zu ersticken. Und der VfL tat weitgehend dasselbe.

Jetzt geht es für die Wolfsburger nach Schalke. Wer das Spiel verliert, hat das nächste Krisengerede an der Hacke.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 1:1 (0:0)
1:0 Draxler (65.)
1:1 Modeste (75.)
Wolfsburg: Benaglio - Jung, Naldo, Dante, Ricardo Rodriguez - Luiz Gustavo, Guilavogui - Vieirinha, Draxler, Schürrle (79. Caligiuri) - Kruse (65. Bendtner)
Köln: Horn - Risse, Maroh, Mavraj, Hector - Gerhardt, Lehmann - Bittencourt (86. Svento), Mladenovic (79. Vogt) - Zoller, Modeste (90. Osako).
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 28.000

aha

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
aurichter 31.01.2016
1. Der Efze
hat hervorragend gespielt, kann man nicht anders sagen. Bei WOB eine Fehlpassorgie, die nicht härter bestraft wurde, die Chancen bspw von Kruse nicht genutzt, von Schürrle nicht zu reden. Da muss man dann eben mit einem Punkt zufrieden sein.
experte1305 31.01.2016
2. VfL Faulpelz!
Wenn Hecking diese verwöhnten Nichtsnutze nicht bald in den Griff kriegt, muss er weg!
e-biker 31.01.2016
3. Ein Software-Update...
könnte vielleicht helfen ;-) Jetzt kann man sehen wie abhängig die Mannschaft von de Bruyne war....
cinkor 31.01.2016
4. Tja......
Manche Spieler sind halt unersetzlich egal ob man für sie 75 oder 80 Millionen bekommen hat. Obwohl ich ein großer Fan von Geld bin, Geld macht eben kein Spiel und schießt Tore.
aurichter 01.02.2016
5. Ich möchte
Schürrle nicht zu Nahe treten, ohne Ihn und der wunderbaren Flanke wäre DE evtll nicht Weltmeister geworden, aber mal ganz ehrlich, der Junge hat von Anfang an nicht in das Team gepasst. Für das Geld hätte man auf der Transfermarkt einen sehr guten Nachwuchsstrategen ala Weigl bekommen können. Aber hier war der Gedanke zum schnellen Erfolg sicher drängender, allerdings absolut falsch gedacht. Es gab angesichts der Ablösesumme von 32 Mio Euro bei vielen Fans schon Schnappatmung und diese enorme Ausgabe wurde von Woche zu Woche, von Monat zu Monat unplausibeler. Maxi Arnold fehlt an allen Ecken und Kanten, Rodríguez ist weit von seiner Bestform entfernt, NALDO und Dante sind alles Andere als sicher in der Abwehr. Da passt im Moment einiges nicht zusammen. Rodríguez spukt der geplatzte Wechsel im Kopf herum, Schürrle hat soviel Selbstbewußtsein wie ein Kaninchen. Wenn da im Team nicht bald ein Ruck erfolgt, dann wird in der CL das AF das Ende bedeuten und die CL Plätze in der BL werden auch unerreichbar bleiben, da Underdogs wie die Hertha, ein langsam erstarktes Schalke und auch die Karnevalstruppe aus Määnz an WOB vorbeiziehen. Ach ja Bayer 04 ist ja auch noch da - puuh das wird ein hartes Brot für die Wölfe. Da wird dann bei Betrachtung der Ausgaben (die Einnahmen für de Bruyne blendet man aus) der Fahrtwind schon heftig werden auf den Fluren der Fußballabteilung. Mittelmaß bei der teuren Truppe wird man nicht mehr akzeptieren.
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