WM-Kartenverkauf Fifa zeigt umstrittene Ticketbörse Viagogo an

Im Januar hatte die Fifa erwirkt, dass Viagogo keine WM-Tickets verkaufen darf. Karten gab es dort trotzdem. Nun hat der Weltverband Anzeige gestellt. Kritik an der Onlineplattform ist nichts Neues.


Die Fifa hat Strafanzeige gegen die umstrittene Ticketplattform Viagogo gestellt. Der Fußballweltverband wirft dem in der Schweiz ansässigen Unternehmen vor, beim Verkauf von Eintrittskarten für die WM in Russland gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zu verstoßen. Das teilte die Fifa mit.

Das "ultimative Ziel im Kampf gegen den Zweitmarkt" sei es, die Sicherheit der Fans in Bezug auf die Ticketpreise zu gewährleisten. Die Fifa schloss sich mehreren Klägern an, die ebenfalls die angeblich unfairen Geschäftspraktiken von Viagogo kritisieren.

Bereits im Januar hatte der Weltverband eine Einstweilige Verfügung gegen Viagogo erwirkt, das keine Tickets für die WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) verkaufen durfte. Dennoch waren dort Karten für das Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien zu haben - für mehr als das doppelte des üblichen Preises. Wer seine Eintrittskarten über inoffizielle Plattformen wie Viagogo kaufe, müsse sich darauf gefasst machen, nicht in die Stadien eingelassen zu werden, so die Fifa.

Finalkarten für bis zu 30.000 Euro

Viagogo arbeitet mit sogenannten Leerverkäufen, bietet also Tickets an, die das Unternehmen noch gar nicht besitzt. Der Konzern wurde zudem oft für seine Preispolitik gescholten. Besonders in der Kritik stehen die hohen Bearbeitungsgebühren. Für jeden Deal wird eine Provision verlangt - in der Regel zehn Prozent von dem, der sein Ticket loswerden will, und 15 Prozent vom Käufer. Preise liegen dadurch häufig ein Vielfaches über denen aus dem eigentlichen Verkauf.

Für das WM-Finale 2014 in Rio verkaufte Viagogo Karten für bis zu 30.000 Euro. "Die Preise werden von den Verkäufern festgelegt und können unter oder über dem ursprünglichen Kaufwert liegen", heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Die Fifa ist nicht der einzige Veranstalter, der Plattformen wie Viagogo mit Skepsis betrachten. Die Hamburger Elbphilharmonie hatte vor dem Bezug von Schwarzmarkt-Tickets über Leerverkäufe gewarnt und dabei explizit Viagogo genannt. In der Vergangenheit gab es auch in der Bundesliga Streit bezüglich der Praktiken von Viagogo, unter anderem beim FC Schalke.

mon/sid



insgesamt 9 Beiträge
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Wilke 05.06.2018
1.
Sehr schön, bin einmal auf diese überteuerte Plattform reingefallen... Bei der Suche nach Tickets wird man ständig genötigt wieviel Leute auch das Ticket anschauen und eine Stopuhr läuft runter... so das man dann keinerlei Zeit hat sich die Nebenkosten durchzulesen. Und am Ende waren´s dann fast 40 € Nebenkosten zum Ticketpreis..nie wieder kaufe ich was bei den.
pulverkurt 05.06.2018
2. Parasiten wie Viagogo...
... braucht wirklich niemand.
zensurgegner2017 05.06.2018
3.
Der Leser möge sich folgendes fragen: Was ist parasitätärer und schädlicher für die Menschheit Viagogo: tätigt Leerverkäufe, treibt damit Preis in die Höhe FIFA: Zahlt unter 4% Steuern in der Steueroase Schweiz Wird belohnt, wenn mit windigen Scheinkonstrukten Gewinne auf dem Papier in die Steueroase Schweiz verschoben wird Zwingt Gatsgeberstaaten dazu, auf Steuereinnahmen zu verzichten, und die Steuerhoheit der Schweiz anzuerkennen Abgesehen davon lohnt es sich für die FIFA steuerlich zu tricksen, so dass meist Vetter, Cousins, Familieanghehörige der Entscheider Posten in Scheinfirmen bekommen Aus meiner Sicht ist gegenüber dem ABzockverhalten der FIFA Viagogo ein Engel
huckzuck 05.06.2018
4. Bei mir hat es geklappt und nicht überteuert
Habe darüber eine Karte gekauft und klar einen kleinen Aufschlag von insgesamt ca. 50 EUR bezahlt. Alles im Rahmen also, offiziell war nichts zu bekommen. Habe erst nach Kauf mitbekommen, dass dort gegen Viagogo etwas lief und wieviele kritische Berichte es gibt. Bei mir scheint alles gut gelaufen zu sein, wird sich vermutlich erst vorm Stadion herausstellen. Ticketnummer wurde online akzeptiert, die braucht es nämlich für das Reservieren der Zugtickets zum/vom Spiel oder auch zur Beantragung der Fan-ID, die mich heute aus Rußland erreicht hat. Und sollte ich nicht reinkommen ins Stadion, na und. Billiger und einfacher kommt man kaum nach Rußland, kein Visumverfahren und auch noch 2 x Übernacht-Zugfahren inkl.
keksguru 05.06.2018
5. mondpreisige Versandkosten
neulich wollten wir zu Zweit ein Spiel bei Bayer Leverkuse sehen... ich hab noch nie im Leben Tickets gekauft, lande bei Viagogo und wunder mich daß 2 Tickets auch zweimal Versandkosten verursachen ... angeblich per UPS Express Saver, 13 Euro pro Eintrittskarte dazu noch eine Servicegebühr von vielen Euro, zusammen mit den Tickets fast 100 Euro. Dreister gehts wohl kaum... Bei Bayer Leverkusen direkt gekauft waren das zusammen nicht mal 60 Euro, 4 Euro Bearbeitungsgebühr und 2 Euro Versandkosten + die Tickets zu 24 Euro das Stück.
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