Halbzeit-Videobeweis Freiburg verzichtet auf Einspruch - und kritisiert DFB

Nach dem umstrittenen Videobeweis in der Halbzeitpause wird Freiburg die Spielwertung nicht anfechten. Der Ärger über den DFB ist aber groß.

Freiburgs Nils Petersen spricht mit Schiedsrichter Guido Winkmann
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Freiburgs Nils Petersen spricht mit Schiedsrichter Guido Winkmann


Der verspätete Elfmeter im Abstiegskrimi zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg hat für heftige Diskussionen gesorgt. Nun hat sich auch der Sportklub geäußert und erklärt, er werde nach der 0:2-Niederlage auf einen Einspruch verzichten.

"Nach reiflicher Überlegung hat sich der SC Freiburg dazu entschieden, keinen Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen, um die volle Konzentration auf die kommenden wichtigen Spiele richten zu können", teilte der Tabellen-16. in einer Stellungnahme mit. Gleichzeitig kritisierte der Verein das Vorgehen als "unpräzise" und "intransparent", die Bundesliga dürfe "kein Experimentierfeld" für den Videobeweis sein.

Das war passiert: Schiedsrichter Guido Winkmann hatte bereits zur Halbzeit gepfiffen, die Spieler waren auf dem Weg in die Kabine - und dann griff Video-Assistentin Bibiana Steinhaus ein. Winkmann entschied nach Studium der Videobilder auf Strafstoß. Die Teams mussten zurück aufs Feld, der Mainzer Pablo de Blasis verwandelte zum 1:0.

Kritik am Vorgehen des DFB

Laut DFB-Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich sei das Vorgehen regelkonform gewesen. "Wichtig ist, dass der Hinweis der Video-Assistentin noch erfolgte, bevor das Schiedsrichterteam das Spielfeld verlassen hat. Das ist hier der Fall", sagte Fröhlich der "Bild"-Zeitung: "Bibiana Steinhaus kontaktierte Guido Winkmann, als dieser noch auf dem Spielfeld war. Das belegen die Aufzeichnungen aus dem Video-Center in Köln."

Der SC Freiburg hat an dieser Darstellung Skepsis geäußert und schrieb in seiner Mitteilung: Die Fernsehbilder "verdeutlichen vielmehr, dass Herr Winkmann die Intervention erst wahrgenommen hat, nachdem er das Spielfeld verlassen hat. Gerade mit dem zeitlichen Abstand von einem Tag hätten wir uns diesbezüglich eine transparente, präzise und damit nachvollziehbare Erläuterung des DFB gewünscht."

jan



insgesamt 17 Beiträge
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viwaldi 18.04.2018
1. Tricksen, schummeln, lügen
Wenn der Schiedsrichter das Spielfeld verlassen hat und keiner kann von außen erkennen, das der Videobeweis läuft, muss die Sache erledigt sein. Wann die Frau in Köln den Telefonhörer in ddie e Hand nimmt, interessiert keinen. Der DFB täte gut daran, hier die Fakten klar auf den Tisch zu legen und nicht zu vertuschen. Zu einer transparenten Fehlerkultur gehört auch, mal zuzugeben wenn etwas nicht richtig gelaufen ist. Sonst verkaspert man die Zuschauer und Spieler. DFB, ich warte.
grotefend 18.04.2018
2. Richtig
Ich stimme Ihnen zu, nur dass Mainz in diesem Fall nicht bevorteilt wurde. Es war ein klarer Strafstoß, ohne den Mainz benachteiligt worden wäre. Also: kuriose Situation insgesamt-
spon-facebook-10000394802 18.04.2018
3. Dieser zweifelhafte 11er
hat enorme Auswirkungen auf den Abstieg. Köln und HSV hätten weiter eine Chance auf den Relegationsplatz gehabt. Durch diese irrwitzige 11er-Aktion stehen Köln und HSV als Absteiger fest. Sehr sportlich, was der DFB sich da leistet!
Johannes60 18.04.2018
4. Schlussfolgerung
Als Schlussfolgerung werden die Schiedsrichter wohl die Anweisung erhalten, dass sie immer dann, wenn vor dem Halbzeit- oder Schlusspfiff eine Strafraumszene war, so lange auf dem Spielfeld bleiben, bis sie aus der Video-Zentrale das Okay zum Verlassen des Spielfeldes erhalten.
Msc 18.04.2018
5.
Man muss doch nur ein einziges Mal zum American Football schauen und dann weiß man wie Videobeweis gehen muss. Kann es denn so schwer sein? Dort erklärt der Schiedsrichter über den Stadionlautsprecher nach jeder Strafe das Warum und Wieso. Einfach so nach dem Halbzeitpfiff noch mal alle zusammenzutrommeln und einen Elfmeter schießen zu lassen, ist völlig dilettantisch!
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