Champions League Uefa-Präsident will auf Videoschiedsrichter verzichten

"Ich sehe Konfusion": Der Präsident des europäischen Fußballverbands hat die Einführung des Videoschiedsrichters in der Königsklasse ausgeschlossen - zumindest für den Moment.

Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich
imago/ Ulmer

Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich


Laut Uefa-Präsident Aleksander Ceferin wird es in der kommenden Saison noch keinen Videoschiedsrichter in der Champions League geben. "Wir werden den Videoassistenten in der Champions League nicht nutzen", sagte Ceferin nach dem Uefa-Kongress in Bratislava. Er sei nicht grundsätzlich gegen die technische Hilfe für Referees, sehe allerdings "hin und wieder eine große Konfusion".

Am Samtag entscheidet das International Football Association Board (IFAB) in Zürich über die Einführung des Videobeweises. Das internationale Gremium ist für die Änderungen von Fußballregeln verantwortlich und durch Mitglieder des Weltverbands Fifa sowie der Verbände aus England, Nordirland, Schottland und Wales besetzt.

Uefa-Präsident Ceferin rechnet damit, dass das IFAB auf dem Treffen die Einführung des Videobeweises beschließen wird. Allerding geht er davon aus, dass es den Verbänden freigestellt werde, ob sie den Videoassistenten bei ihren Wettbewerben nutzen wollen.

Laut Ceferin ist bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) mit dem Einsatz von Videoreferees zu rechnen. Fifa-Chef Gianni Infantino gilt als großer Befürworter. Die Uefa wolle zunächst ihre Schiedsrichter adäquat schulen, bevor man sich für eine Einführung in den Klub-Wettbewerben entscheide, sagte Ceferin.

Damit setzt sich die unterschiedliche Bewertung von technischen Hilfsmitteln im Fußball durch die Spitzenverbände Uefa und Fifa fort. Schon bei der Einführung der Torlinientechnik durch den damaligen Fifa-Chef Joseph Blatter hatte dessen Uefa-Pendant Michel Platini einen anderen Kurs eingeschlagen und stattdessen im Europapokal die Torlinien-Assistenten eingeführt.

bka/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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geschneider 26.02.2018
1. Genau, das stört nur.
Und zwar nicht nur das geheimnisvolle Element namens "Spielfluß". Das wäre zu verschmerzen. Viel schlimmer stört es bei den natürlich nur imaginären Spiel-Schiebungen oder Ergebnis-Absprachen, die es noch natürlicher in Deutschland überhaupt nicht geben kann. Woanders im Reich der UEFA aber vielleicht doch ...
hausfeen 26.02.2018
2. Die Technik ist nicht das Problem. Die halbprofessionellen Bediener ..
... sind für das Chaos verantwortlich. Beim American Football geht das mittlerweile tadellos, obwohl die Regeln viel komplexer und das Gewusel auf dem Platz viel dichter sind.
immerfroh 26.02.2018
3.
Kaum zu glauben, es gibt bei der UEFA auch vernünftige Entscheidungen. Offenbar hat man sich die Miseren in den Ligen genau angeschaut und daraus die richtigen Schlüsse gezogen .
wetarudi 26.02.2018
4. Faruna42#
Mal ehrlich, in der heutigen schnellen Internetzeit sollte eine Vereinbarung mit anderen Nationen getroffen werden. Ein internationaler Austausch des Viedeoschiedsrichters oder mehreren Schiedsrichtern die die UEFA stellt wäre doch kein Problem. Beispiel Bundesliga, ein Videoschiedsrichter aus Spanien und einer aus Italien oder England bewerten die Szenen. Die Ligen würden sich langfristig in den unterschiedlichen Schiedsrichter (national/international) Entscheidungen nähern. Bin mal gespannt was andere Fussballfreunde davon hallten. Ein Problem,könnte sein die Lizenzen der einzelnen Ligen im TV.
sudino 27.02.2018
5. Wenn der Videoschiedsrichter
mehr regelkonforme Entscheidungen durchsetzen hilft, dann sollte man ihn beibehalten. Was sollen Argumente wie Spielflußunterbrechung ? Sind Massenschlägereien und lange Pfeifkozerte vernünftige Alternativen ? Wo Menschen sind werden auch Fehler gemacht. Diese zu reduzieren wird doch von fast allen im täglichen Leben angestrebt, weshalb dann nicht im Fussball ? Wir sollten uns eher um die "Feuerwerker" auf den Rängen kümmern. Kameras einsetzen und dann ab mit diesen Gefährdern vor den Kadi !
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