Vier Tore von Gomez Deutschland feiert Kantersieg gegen Emirate

Endlich durfte er wieder jubeln: Nach 15 Spielen ohne Torerfolg hat Mario Gomez in der Nationalmannschaft wieder getroffen - und dann gleich viermal. Der Angreifer war beim hohen Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate der Matchwinner. Auch Torwart-Debütant Manuel Neuer überzeugte.

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Es ist ein ganz besonderer Moment für Manuel Neuer, das erste Länderspiel des 23-Jährigen steht bevor, gleich soll es losgehen im Al-Maktoum-Stadion zu Dubai - und dann das: Aus den Boxen nur ein Rauschen, kein Ton, keine Nationalhymne. Die Spieler stehen aufgereiht nebeneinander, warten vergeblich. Kurz darauf wird das Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angepfiffen - fünf Minuten später als geplant, ohne das traditionelle Abspielen der Hymnen.

Für Neuer wurde das Debüt trotz des kuriosen Auftakts zum Erfolg: Deutschland gewann den Test gegen die Emirate 7:2 (4:0), der Schalker Torwart zeigte eine starke Leistung. Die Treffer für die DFB-Elf erzielten Abwehrspieler Heiko Westermann (29. Minute), Mittelfeldmann Piotr Trochowski (39.), VAE-Verteidiger Faris Juma per Eigentor und Mario Gomez (35./45+2./48./90+2).

Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich zufrieden: "Die Asien-Reise hat sich gelohnt. Neuer hat super gehalten, Gomez wieder getroffen. Das sind zwei Dinge, die mich freuen. Aber wir müssen auch realistisch bleiben. Der Gegner hatte nicht das Niveau, das wir in Europa gewohnt sind."

Über den Gewinner des Abends gab es dennoch keinen Zweifel: Endlich durfte auch Gomez wieder jubeln, seit 15 Monaten und 15 Spielen hatte der künftige Bayern-Stürmer in der DFB-Elf nicht mehr getroffen. Nach dem erlösenden Tor zum 2:0 war ihm die Erleichterung deutlich anzusehen. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht bedankte er sich bei Lukas Podolski, der die Vorlage geliefert hatte.

Und dann wollte Gomez mehr: Immer wieder lief der 23-Jährige in Position, kämpfte bei Temperaturen von 30 Grad um viele Bälle, setzte auch seine Teamkollegen oft in Szene. Kurz vor der Halbzeit wurde er erneut belohnt, nach einer Flanke von Andreas Hinkel drückte er den Ball aus kurzer Distanz zum 4:0 über die Linie.

Natürlich war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden, der Rest des Spiels war Wiedergutmachung für die zuletzt enttäuschenden Darbietungen der DFB-Elf. Dass Gomez in der Anfangsphase zwei große Möglichkeiten vergeben hatte - längst vergessen. Dass die deutsche Hintermannschaft nicht immer hellwach agierte - kein Problem.

Schon vor dem 1:0 durch Westermann lief in der Offensive gegen die schwache Auswahl der Emirate vieles besser als zuletzt. Immer wieder leiteten die Mittelfeldakteure Hitzlsperger, Gentner, Trochowski und Schweinsteiger schöne Spielzüge ein.

Die Führung hatte der Schalker Abwehrspieler mit einem Schuss aus zehn Metern erzielt, aus ähnlicher Distanz war auch Trochowski beim 3:0 erfolgreich. Beide Male kam die Vorlage von außen - Lahm hatte von links für Westermann aufgelegt, Hinkel von rechts für Trochowski.

In der zweiten Hälfte spielte Deutschland weiter offensiv, Gomez nutzte gleich die erste Chance nach dem Seitenwechsel zum 5:0. Diesmal behielt er allein vor Schlussmann Majed Naser die Nerven und schob den Ball durch die Beine des Keepers über die Linie. Die Vorlage hatte der Stuttgarter Cacau geliefert. Er war zur Halbzeit eingewechselt worden und kam zu seinem zweiten Länderspiel. Neuer sowie Christian Träsch (Stuttgart) feierten gegen die Emirate ihr Debüt.

Vier Minuten später fiel das 6:0 durch ein Eigentor von Faris Juma, der vergeblich versuchte, einen Schuss von Schweinsteiger noch vor der Linie klären. Stattdessen grätschte der Verteidiger den Ball ins eigene Netz.

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen"

In der Folge ließen es die DFB-Akteure etwas ruhiger angehen, zwei Gegentore durch Ismail Salem (61.) und Nawaf Mubarak (73.) waren die Folge. Und auch wenn Keeper Neuer gerade nach dem zweiten Treffer mit sich und seinen Vorderleuten haderte - er konnte mit seinem ersten A-Länderspiel zufrieden sein.

Vor 7000 Zuschauern zeigte er mehrmals gute Paraden, kurz vor Schluss lenkte er noch einen Schuss von Mohamed Saeed an den Pfosten (86.). Der Schlusspunkt der Partie war jedoch dem Mann des Spiels vorbehalten: Nach Vorlage von Träsch traf Gomez aus spitzem Winkel zum 7:2-Endstand. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Das war kein starker Gegner, aber ich bin froh, dass der Fluch jetzt vorbei ist", sagte Gomez.

Nach dem gelungenen Abschluss der Asienreise freute sich der Torjäger auf den verdienten Urlaub. "Es war eine wahnsinnig lange Saison", sagte Gomez. Für Neuer ist die Spielzeit dagegen noch nicht beendet. Der Keeper wird bald nach Schweden reisen. Dort steht am dem 15. Juni die U21-Europameisterschaft an - mit Manuel Neuer im Tor der deutschen Auswahl.

Vereinigte Arabische Emirate - Deutschland 2:7 (0:4)
0:1 Westermann (29.)
0:2 Gomez (35.)
0:3 Trochowski (39.)
0:4 Gomez (45+2.)
0:5 Gomez (48.)
0:6 Juma (52./Eigentor)
1:6 Salem (53.)
2:6 Mubarak (73.)
2:7 Gomez (90+2.)
VAE: Naser (ab 60. Mohd) - Masoud Salem, Juma, Qassim, Abbas (ab 69. Mousa) - Ismail Salem, Hilal Saeed (ab 46. Amir Mubarak), Jumaa (ab 78. Ali), Khamis (ab 46. Nawaf Mubarak) - Khalil (ab 46. Ahmed), Mohamed Saeed.
Deutschland: Neuer - Hinkel (ab 78. Träsch), Arne Friedrich (ab 46. Huth), Westermann, Lahm (ab 57. Schäfer) - Schweinsteiger, Gentner, Hitzlsperger (ab 66. Weis), Trochowski - Gomez, Podolski (ab 46. Cacau).
Schiedsrichter: Darwish (Jordanien)
Zuschauer: 7000
Gelbe Karten: Amir Mubarak, Masoud Salem / Hitzlsperger



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Seite 1
Haio Forler 03.06.2009
1.
Zitat von sysopEndlich durfte er wieder jubeln: Nach 15 Spielen ohne Torerfolg hat Mario Gomez in der Nationalmannschaft wieder getroffen - und dann gleich viermal. Der Angreifer war beim hohen Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate der Matchwinner. Auch Torwart-Debütant Manuel Neuer überzeugte. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,628202,00.html
Ja, der Gomez, das ist schon ein Killer. Der macht ja in 16 Spielen 4 Tore. Vielleicht sollte er in Europa öfter mal gegen VAE spielen. Das wird mal einer.
frietz, 03.06.2009
2. ich gebs gleich zu
ich habe das spiel nicht gesehen, weil ich mir solche spiele nicht antue. ich denke aber, dass die vae etwa das niveau einer besseren regionalligamannschaft haben. warum spielt man nicht gegen vermeintlich ebenbürtige bzw. stärkere gegner? was soll es bringen, meist gegen mannschaften wie lichtenstein oder die vae zu spielen? das ist doch keine echte herausforderung. england, frankreich, italilen, argentinien, brasilien, spanien, portugal, usw. es gibt so viele mannschaften, gegen die man zeigen könnte, ob man was drauf hat. das böse erwachen kommt dann beim nächsten turnier. wir können uns nicht immer auf losglück oder den nimbus als turniermannschaft verlassen.
ohmscher 03.06.2009
3. Super Erfolg!
Zitat von sysopEndlich durfte er wieder jubeln: Nach 15 Spielen ohne Torerfolg hat Mario Gomez in der Nationalmannschaft wieder getroffen - und dann gleich viermal. Der Angreifer war beim hohen Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate der Matchwinner. Auch Torwart-Debütant Manuel Neuer überzeugte. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,628202,00.html
Toll.
Wolfgang Jung 03.06.2009
4. Kick
VfB Schwäbisch-Gemischtwaren - VfB Dubai-Süd
deefens 03.06.2009
5. Durchwachsen alles
Solche Spiele sind völlig sinnfrei, weil sie bei jungen Spielern den falschen Eindruck erwecken, man könne jeden Gegner locker an die Wand spielen. Das böse Erwachen gibts dann meist kurz vor wichtigen Turnieren wie damals gegen Italien oder England. Ob das dem späteren Abschneiden im Turnier förderlich ist, darf bezweifelt werden. Man kann sicherlich nicht nur gegen hochkarätige Gegener antreten, aber ein bischen ausgewogen sollte das Ganze schon sein. Wenn man mal einen Blick auf die letzten 10 Gegner wirft, fällt auf dass mit England nur 1 namhafter Gegenspieler (aber auch nur mit der B-Elf) dabei war und da hat man auch noch gleich prompt verloren. Insgesamt scheint die Luft gerade eh komplett raus zu sein. Die Ergebnisse sind schlecht, die Spieler müde (allen voran Schweinsteiger), die Gegner Kanonenfutter. Und man kann irgendwie keine klare Linie bei Jogi erkennen, was sich allein schon in der ewigen und völlig unnötigen Torhüterdiskussion zeigt. Insgesamt nicht gerade der beste Nährboden für ein erfolgreiches Turnier 2010.
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