WM-Qualifikation Kompany spielt mit Brüchen im Gesicht durch

Belgiens Nationalmannschafts-Kapitän hat sich beim Spiel gegen Serbien schwer im Gesicht verletzt. Doch statt vom Platz zu gehen, spielte er durch - und erhielt ein Sonderlob vom Trainer.

Belgiens Kapitän Kompany: Zusammenprall mit dem gegnerischen Torwart
AP/dpa

Belgiens Kapitän Kompany: Zusammenprall mit dem gegnerischen Torwart


Hamburg - Belgiens Kapitän Vincent Kompany ging zu Boden nach seinem Zusammenstoß mit dem serbischen Torwart Vladimir Stojkovic. Er schlug die Hände vors Gesichts, wälzte sich auf dem Rasen. Als Kompany wieder aufstand, war zu sehen: überall Blut. Im Gesicht, auf dem Trikot, an den Händen. Die Nase war gebrochen, auch im Bereich der Augen hatte er Brüche erlitten. Dazu eine leichte Gehirnerschütterung.

Es schien klar: Er hätte sich auswechseln lassen müssen. Doch er hat durchgespielt.

60 Minuten dauerte das Spiel noch, 60 Minuten hat Kompany trotz Schmerzen durchgehalten - und damit seinen Beitrag geleistet zum 2:1-Erfolg der Belgier, mit dem sie den ersten Platz in der Qualifikationsgruppe A übernahmen. "Kompanys Einsatz und sein unheimlicher Mut waren sinnbildlich. Das sagt alles über die Moral meiner Mannschaft", sagte Nationaltrainer Marc Wilmots über den ehemaligen Hamburger, der seit fünf Jahren für Manchester City spielt. Und Wilmots muss es wissen: Er selbst erwarb sich in seiner aktiven Zeit auf Schalke den Spitzenamen "Kampfschwein".

buc/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 40 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
metbaer 08.06.2013
1.
Respekt! Ausnahmsweise gilt nicht der Spruch: "Football-players pretend to be hurt. Icehockey players pretend they are not." ;)
nardis 08.06.2013
2. Das ist nicht nur Moral auf hohem Niveau
sondern vor allem Wahnsinnig. Wenn der Boden der Augenhöhle bricht herrscht hohe Gefährdung fürs Augenlicht. Ziemlich dumm dann noch weiterzuspielen.
DerNachfrager 08.06.2013
3. Ein Vorbild für alle Teenager...
...die demnächst auf dem Sportplatz tot umfallen.
richardheinen 08.06.2013
4.
Ich gehe davon aus, dass der Spieler den Grad seiner Gefährdung unterschätzt hat. Es wäre Sache von Trainer und medizinischer Abteilung gewesen, ihn zu seinem Schutz vom Feld zu nehmen. Grob fahrlässiges Verhalten, evtl. mit strafrechtlicher Relevanz. Treten in der Zukunft Folgeschäden auf, wird sich jeder Verantwortliche freisprechen nach dem Motto "Es war die Entscheidung des Spielers".
moe.dahool 08.06.2013
5. Erwachsen
Der gute Mann wird wohl wissen was er tut. Für ihn und seine Mannschaft ging es um viel. Und mit Sicherheit hat er bei der Entscheidung weiter zu spielen nicht daran gedacht, dass deutsche Foristen kleinklein den typisch deutschen Bedenkenträgerfinger heben. Euch kann man es nie recht machen, entweder die Profis kriegen zuviel Cash, anders herum ist es auch nicht okay. Das heutige Soll an Motzattacken schon erfüllt?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.