Völler versus Lahm "Erbärmlich und schäbig"

Mit dem Vorabdruck aus seinem Buch hat DFB-Kapitän Philipp Lahm für viel Wirbel gesorgt, vor allem seine Ex-Trainer kommen schlecht weg. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler reagierte jetzt mit scharfer Kritik - und attestierte Lahm "null Charakter".

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Hamburg - Seine Wutrede aus der Zeit als Bundestrainer ist unvergessen - jetzt hat sich Rudi Völler den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern München, Philipp Lahm, vorgenommen. Mit massiver Kritik hat Völler auf Passagen des Buches von Lahm reagiert. "Ich empfinde das als Frechheit ohnegleichen, was er da beispielsweise über seinen ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann geschrieben hat", sagte der ehemalige Nationalmannschafts-Teamchef.

Teilweise sei das "erbärmlich und schäbig", so der heutige Sportchef von Bundesligist Bayer Leverkusen. Völler bescheinigte DFB-Kapitän Lahm "null Charakter". Der 51-Jährige rief die "Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes" indirekt zu Konsequenzen für Lahm auf: "Ich bin mal gespannt, wie der DFB jetzt reagiert und wie man dort mit den Veröffentlichungen umgeht."

Lahm hatte in seinem Buch "Der feine Unterschied" Völler und Klinsmann deutliche Schwächen bei der Trainingsarbeit vorgeworfen. Auszüge aus dem Buch waren als Vorabdruck in der "Bild"-Zeitung publiziert worden. Das Buch kommt am kommenden Montag in den Handel.

Kritik am Auftreten bei der Europameisterschaft

Zudem hat der DFB-Kapitän die Mannschaft, die an der Europameisterschaft 2008 teilnahm, kritisiert. Das Team sei ein "zerstrittener Haufen" gewesen. Der Bruch offenbarte sich bei der 1:2-Niederlage gegen Kroatien im zweiten Gruppenspiel. "Ältere Spieler scheißen junge Spieler auf dem Platz zusammen. Statt füreinander in die Bresche zu springen, zieht einer den anderen runter", schrieb Lahm.

Spieler hätten mit "demonstrativer Körpersprache" gezeigt, dass sie nicht mehr können und schlimmer noch, dass sie nicht 100 Prozent geben wollten. Es sei "ein Durcheinander und Gemecker" auf dem Platz gewesen, "aber keine ordnende Energie, die den Spielern etwas zum Anhalten gibt", führte der 27-Jährige weiter aus.

Auch bei der Aussprache am folgenden Tag sei man auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. "Manche Spieler machen kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen andere. Aber es wird nichts ausgesprochen." Für Lahm war nach diesem Turnier absehbar, "dass diese Mannschaft frische Energien braucht." Das habe Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls erkannt.

Zuvor bereits hatte er seine ehemaligen Trainer attackiert. Er griff sowohl Jürgen Klinsmann als auch Louis van Gaal und Felix Magath an. Lahm hatte zudem festgestellt, man habe unter Völler "nichts Spezielles" trainiert. "Lustig, ja, und völlig unsystematisch", heißt es über Völlers Methodik. Über den früheren Bayern-Coach Klinsmann schrieb Lahm: "Bei Klinsmann trainierten wir fast nur Fitness. Taktische Belange kamen zu kurz." Schon "nach sechs oder acht Wochen" hätten alle Spieler gewusst, "dass es mit Klinsmann nicht gehen würde. Der Rest der Saison war Schadensbegrenzung."

Auch der ehemalige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld zeigte wenig Verständnis. "Ich finde das eigentlich nicht günstig, denn als aktueller Nationalspieler sollte man sich ein wenig zurückhalten. Das ist ja ein Buch, das Kritik übt an seinen Vorgesetzten. Und da fragt man sich, warum hat er die Kritik nicht früher angebracht?", fragte der Schweizer Nationalcoach: "Als Klinsmann da war, als van Gaal da war, hat er sich ja auch immer zurückgehalten. Und das finde ich eigentlich schade. Da ist Philipp Lahm, der eigentlich einen guten Charakter hat, nie negativ auffällt und immer moderate Interviews gibt, ein bisschen falsch beraten."

Der Nationalspieler selbst wollte am Rande des Champions-League-Rückspiels der Bayern in Zürich (1:0) nichts preisgeben. "Es ist nicht der richtige Ort, sich darüber zu äußern. Wer das Buch richtig liest, merkt, dass es keine Abrechnung ist", sagte er.

aha/dpa/sid



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Seite 1
hatem1 24.08.2011
1. Lahm
Da wollte Everybodys Darling wohl mal zeigen, dass er auch anders kann. Lächerlich.
glen13 24.08.2011
2. ...
Zitat von sysopMit dem Vorabdruck aus seinem Buch hat DFB-Kapitän Philipp Lahm für viel Wirbel gesorgt, vor allem seine Ex-Trainer kommen schlecht weg. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler reagierte jetzt mit scharfer Kritik - und attestierte Lahm "null Charakter". http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782156,00.html
Ich dachte immer, was in der Kabine und auf dem Platz passiert bleibt unter den Beteiligten. Tony Schuhmacher hat mit "Abpfiff" auch schon mal so über Kollegen hergezogen. In der Tat finde ich das Vorgehen von Lahm auch nicht gut. Was bildet der sich eigentlich ein? Als Kapitän ist jedenfalls einer ungeeignet, der Interna ausplaudert und als Teamkollege auch. Wer will schon morgen in der Zeitung lesen, was er gestern Lahm anvertraut hat. Lahm hat sich jetzt zu weit in den Vordergrund gespielt ohne Rücksicht. Das hat sich nach seinen tollen "authetischen" gehäuften Interviews in der letzten Zeit angedeutet. Das ist kein Sportsmann!
Americanet 24.08.2011
3. ...
Zitat von sysopMit dem Vorabdruck aus seinem Buch hat DFB-Kapitän Philipp Lahm für viel Wirbel gesorgt, vor allem seine Ex-Trainer kommen schlecht weg. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler reagierte jetzt mit scharfer Kritik - und attestierte Lahm "null Charakter". http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782156,00.html
Eigentlich schade. Da äußert einer, der sonst eigentlich nie eine Meinung hat und sich selbst in der Öffentlichkeit sterbenslangweilig und immer diplomatisch präsentiert, endlich mal den Mund und schon schreien die ersten nach Konsequenzen. Nun könnte man dieses Geschrei einfach als das von einem abtun, der sich ja ganz offensichtlich nicht so richtig beherrschen kann, wenn nicht der DFB ein völlig undemokratischer Altherrenverein mit despotischen Zügen wäre. Mal schauen, wie weit die Meinungsfreiheit geht im Fussball.
martman11 24.08.2011
4. Papierverschwendung
Zitat von sysopMit dem Vorabdruck aus seinem Buch hat DFB-Kapitän Philipp Lahm für viel Wirbel gesorgt, vor allem seine Ex-Trainer kommen schlecht weg. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler reagierte jetzt mit scharfer Kritik - und attestierte Lahm "null Charakter". http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782156,00.html
Jeder Trottel muss heutzutage ein Buch rausbringen..Allein zum Zwecke des Umweltschutzes sollten Verlage es ablehnen für solche Bücher wie das von diesem hinterhältigen Milchbubi zu drucken...es ist einfach nur Papierverschwendung
fallobst24 24.08.2011
5. hmm
das buch wird definitiv ein Bestseller, und wenns noch so schlecht oder schäbig sein sollte. Soviel steht schon mal fest. Glaube auch nicht, dass der Lahm sich damit einen Gefallen getan hat bzw. für seine Zukunft tut. Aber ich denke mal er wird nicht so naiv sein und das nicht erwartet haben. Seine Entscheidung damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Kritik als solche öffentlich zu äußern ist oft befreiend, wenn auch nicht zwangsläufig hilfreich für einen selbst. Das werden die meisten Menschen im und außerhalb des Fussballgeschäfts wohl so sehen. Damit wird die ganze Diskussion der nächsten 2 Wochen (und die Diskussion wirds definitiv geben und selbst wenn die Medien das mit aller Macht vorantreiben müssen) letztlich auf dem Stil der Kritik und verletzten Gefühlen der davon Betroffenen liegen. Jede einzelne Silbe wird dann umgedreht werden... zum Wohle der Wahrheitsfindung natürlich... Also sollte man sich entspannen und die nächsten 2 Wochen keine Fussball-News verfolgen ;)
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