Von Mike Glindmeier
Hamburg - Der Aufsichtsrat des Hamburger SV hat das unwürdige Spiel um Bernd Hoffmann beendet. Der Vorstandsvorsitzende sowie die zweite Vorsitzende Katja Kraus, die beim Bundesligisten für Marketing und Kommunikation zuständig war, wurden am Mittwoch abgefunden. Ursprünglich hatte das Duo noch Verträge bis zum 31. Dezember 2011. Man habe sich einvernehmlich von Bernd Hoffmann und Katja Kraus getrennt, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff.
"Es war mir an jedem Tag eine Freude und Ehre, für diesen phantastischen Club zu arbeiten. Auch an schwierigen Tagen. Ich bedauere sehr, dass aufgrund der Entwicklung der vergangenen Wochen eine Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung nicht möglich ist", so Hoffmann: "Ich bin sicher, wir hätten noch viel bewegen können."
Der Aufsichtsrat des Clubs hatte den Vorständen auf einer Sitzung Anfang März das Vertrauen entzogen. Sieben der zwölf Kontrolleure stimmten für das Duo, für eine weitere Amtszeit hätten Hoffmann und Kraus allerdings acht Stimmen benötigt. Zur Abstimmung hatte ein neuer Einjahresvertrag gestanden, üblicherweise laufen Vorstandsverträge beim HSV über drei Jahre.
Hoffmann hatte die Führung der Hamburger am 1. Februar 2003 übernommen. Seine letzte Amtshandlung war die Beurlaubung von Trainer Armin Veh am vergangenen Sonntag. Der ehemalige Stuttgarter Meistertrainer, der sich Hoffmann gegenüber stets loyal verhielt, wurde nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern beurlaubt.
Die Nachfolge Hoffmanns wird der Unternehmer Carl Edgar Jarchow auf Interimsbasis übernehmen. Der 55 Jahre alte FDP-Politiker gehörte von 2001 bis 2004 bereits dem HSV-Aufsichtsrat an. Für Katja Kraus wird der ebenfalls HSV-erfahrene Joachim Hilke in den kommenden zwei Jahren im Vorstand sitzen. Der Marketingmann war schon von 1998 bis 2001 Mitglied im Vereinsvorstand.
Auf der sportlichen Ebene herrscht dagegen weiter Unklarheit. Der neue Sportchef Frank Arnesen bekommt bis zu seinem Dienstantritt in Hamburg am 1. Juli keine Freigabe von seinem derzeitigen Arbeitgeber FC Chelsea. Bei Cheftrainer Michael Oenning ist der Verbleib über das Saisonende hinaus ungewiss.
Mit Material vom sid
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