Platz drei für Ribéry Franzosen beklagen Foul der Fifa

Franck Ribéry hat 2013 gewonnen, was es zu gewinnen gab - zumindest mit dem FC Bayern. Doch bei der Wahl zum Weltfußballer landete der Franzose nur auf dem dritten Platz. In Frankreich ist der Schuldige daran bereits ausgemacht: die Fifa.

Franck Ribéry: Am Ende nur Platz drei hinter Ronaldo und Messi
AFP

Franck Ribéry: Am Ende nur Platz drei hinter Ronaldo und Messi


Für die meisten Experten war es die Geschichte einer angekündigten Niederlage: Bei der opulenten Fifa-Gala in Zürich, einer Art Oscar-Verleihung für den weltbesten Fußballer, galt Cristiano Ronaldo von vorneherein als Favorit. Frankreichs Franck Ribéry, so die Einschätzung, würde trotz des gewonnenen Triples die renommierte Auszeichnung verpassen.

Als es dann tatsächlich so kam und der Bayern-Profi hinter Ronaldo und Messi sogar nur auf Platz drei landete, wurde diese Entscheidung in Boulogne-sur-Mer, im hohen Norden Frankreichs, wo Ribéry einst seine Karriere begonnen hatte, mit Schreien und Pfiffen quittiert: "Es ist eine große Enttäuschung", sagte Jugendfreund Toni im Nachrichtensender BFMTV zur Entscheidung von Zürich: "Auch wenn Ronaldo ein guter Spieler ist, tatsächlich hätte Ribéry gewinnen müssen."

Der Schuldige war schnell ausgemacht. Ob Fans oder Kommentatoren, durchweg wurde die Fifa für das vermeintliche Foul-Spiel bei der Wahl verantwortlich gemacht. Denn der "Goldene Fußball", 1956 vom Magazin "France Football" geschaffen, war noch bis vor vier Jahren ausschließlich von Fachjournalisten verliehen worden.

Fotostrecke

15  Bilder
Gala in Zürich: Roter Teppich, roter Messi
Dann erwarb die Fifa, die bis dato eine eigene Trophäe an den Weltfußballer verliehen hatte, den renommierten Preis - und änderte die Regeln. Seither entscheidet ein dreigeteiltes Gremium über die Vergabe der Auszeichnung in Gold, Silber und Bronze: jeweils 209 Wahlberechtigte - Journalisten, Trainer und Mannschaftskapitäne - küren den besten Kicker der Welt.

"Die Journalisten urteilten nach gewissen Kriterien", sagt Julien Brigot, Reporter des Nachrichtensenders France-Info. "Die Trainer und Spielführer entscheiden eher nach dem Eindruck, der durch die individuelle Leistung auf dem Feld zustande kommt. Also: keine Chance für Ribéry." Frankreichs Fans teilten die Einschätzung und sahen Ronaldo in Umfragen vorn. Viele aber nur zähneknirschend.

"Wenn Ribéry dieses Jahr nicht den 'Goldenen Fußball' erhält, ist das nicht zu verstehen", äußerte sich ein Leser Namens "FoutreX" auf dem Forum der Sportzeitung "L'Équipe": "Ribéry hat ALLES gewonnen, er ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten."

"Ich bin ein Mannschaftsspieler"

Ribéry hatte den vergeblichen Griff nach dem Ballon d'Or wohl geahnt. Bei der Pressekonferenz mit seinen Kontrahenten Messi und Ronaldo schloss er sein Statement mit der lakonischen Bemerkung: "Ich bin sehr zufrieden, hier zu sein."

Und im Interview mit RTL betonte er vor allem seinen Ehrgeiz für das Kollektiv. "Ich bin ein Mannschaftsspieler und für mich zählen die Titel, die man gemeinsam gewinnt. Mir ist der Weltmeistertitel wichtiger als der Goldene Fußball."

Und deshalb ist er auch mit seinem deutschen Arbeitgeber sichtlich zufrieden. Auf die Frage, ob er nicht gerne auch für Paris St. Germain kicken würde, sagte er lächelnd: "Ich bin glücklich bei den Bayern und freue mich auf die Gelegenheit, gegen PSG zu spielen."



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 90 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jeku 13.01.2014
1. Gratulation,
über Jahre hinweg konstant gute Leistung. Der Richtige hat gewonnen !!
bauschti22 13.01.2014
2. Franck, le Roi!
Christiano hat eine klasse Saison gespielt, keine Frage! Aber wer überragender Spieler in einem Team ist, das das Triple (!) geholt hat, der sollte diese Trophäe bekommen.
bärchen07 13.01.2014
3. Schlechter Verlierer?
Laut Sky hat Ribery das Gebäude zu einen Nebeneingang verlassen. Er fuchsteufelswild und stinksauer. Eiwei
d3v1l 13.01.2014
4. Gratulation...
... an alle Bayern Hasser, die sich jetzt schön freuen - nicht etwa weil der bessere gewinnt, nur um den "Bauern" eins auszuwischen... armseelig...
pr8kerl 13.01.2014
5. Ribery und die Champions League Teil 2
Ohne Frage ist CR7 ein guter Fußballer, gewonnen hat er 2013 nichts. Messi war lange verletzt. Ribery ist Teamplayer und fällt nicht so durch Tore auf. Das mag auch Ausschlag gegeben haben. Außerdem kennt man in Asien, Südamerika und Afrika eher Real Madrid und den FC Barcelona. Die Trainer und Spielführer der Nationalmannschaften dort haben den FC Bayern nicht so oft im Fernsehen wie Real, ManU und Barca. Tja, Bundesliga, da ist Aufholbedarf vorhanden. Aber egal, Hauptsache Ribery gewinnt weitere Titel mit den Bayern. Am liebsten 2014 wieder die Champions League.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.