Wayne Rooney "König von England"

Wayne Rooney ist Englands neuer Fußballstar. Einen Tag nach seinen beiden Treffern gegen die Schweiz liegt das Mutterland des Fußballs seinem Wunderkind zu Füßen und verwandelt sich zu "Waynes World“.


The sky is the limit: Wunderkind Wayne Rooney (l.) hebt ab
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The sky is the limit: Wunderkind Wayne Rooney (l.) hebt ab

Coimbra - Sein Vater vergoss auf der Tribüne Tränen der Freude und die Presse krönte ihn zum "König von England". Nach den beiden Treffern des 18-Jährigen vom FC Everton gegen die Schweiz beim gestrigen 3:0-Sieg träumen die Engländer wieder vom Viertelfinaleinzug. Zugleich schrieb der Teenager EM-Geschichte. Er ist der jüngste Torschütze bei einer Endrunde aller Zeiten.

"Roo Britannia! Rooney neuer König von England. Er hält Englands Hoffnungen am Leben", titelte das Boulevardblatt "The Mirror". "The Sun" schrieb für den neuen Volkshelden Klassiker der Musikgeschichte um: "Fly me to the Roon", "I did it my Wayne". Sogar die "Times" ließ sich von der Begeisterung anstecken: "England ist wieder am Leben und lässt sich vom Wunderkind führen."

Voll des Lobes für den Jungen aus einem Arbeiterviertel Liverpools ist auch Englands Trainer Sven-Göran Erksson: "Er ist ein phantastischer Fußballer und trotz seiner Jugend kein Talent mehr, sondern schon auf alles vorbereitet." Rooney selbst machte der Rummel eher verlegen. "Rekorde zu brechen ist immer schön. Aber jetzt versuche ich erstmal, ein bisschen runterzukommen. Es geht nicht darum, jedes Tor zu erzielen. Es geht darum, dass die Mannschaft ins Viertelfinale einzieht", sagte "Roonaldo".

Chelsea bietet 35 Millionen Euro

Rekordjagd: Rooney ist jüngster EM-Torschütze aller Zeiten
AFP

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Das verbessern von Rekorden ist Rooney übrigens nicht fremd. Er ist der jüngster Debütant und Torschütze aller Zeiten in der Premier League und in der Nationalmannschaft.

Ob Rooney, Sohn des ehemaligen Amateurboxers Wayne Rooney Senior, noch lange Zeit dem FC Everton treu bleiben wird, ist mehr als fraglich. Der FC Chelsea hat in der Person von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch bereits angeklopft. Er will das Wunderkind für eine Ablöse von umgerechnet 35 Millionen Euro nach London holen.

Uefa prüft Rooneys zweiten Treffer

Während England noch seinen neuen Star bejubelt, muss Rooney damit rechnen, dass ihm sein zweiter Treffer gegen die Schweiz aberkannt wird. Die Technische Kommission der Uefa berät, ob der Treffer möglicherweise als Eigentor gewertet wird.

Rooney hatte in der 75. Minute den Ball gegen den Pfosten geschossen, der Ball prallte von dort gegen den Hinterkopf von Torhüter Jörg Stiel und anschließend ins Netz. Für Rooney ist der Fall eindeutig: "Ich schoss so hart wie ich konnte, und der Ball ging glücklich rein. Ich beanspruche dieses Tor für mich."



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