Wechsel-Flop Stau im Faxgerät verhindert Bundesliga-Transfer

Peinliche Panne: Ein streikendes Faxgerät hat den Transfer von Hamburgs Eric Maxim Choupo-Moting zum 1. FC Köln verhindert. Dringend benötigte Unterlagen konnten erst mit Verzögerung versendet werden. Der Vertrag erreichte die DFL wenige Minuten zu spät - der Transfer platzte.

Hamburg-Profi Choupo-Moting (links): Auch künftig auf der Bank des HSV
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Hamburg-Profi Choupo-Moting (links): Auch künftig auf der Bank des HSV


Hamburg - Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: "Die DFL hat uns mitgeteilt, dass die Unterlagen nicht rechtzeitig eintrafen und der Transfer nicht zustandekommt", sagte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann der Kölner Tageszeitung "Express", nachdem der Wechsel von Hamburgs Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting zum FC geplatzt war.

Dabei sollen sich die Beteiligten um 17.30 Uhr bereits einig gewesen sein. 30 Minuten blieben da noch bis zum Ende der Transferfrist um 18 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen alle benötigten Unterlagen bei der DFL eingegangen sein, um einen Wechsel abzuschließen.

Doch als Just Choupo-Moting, der seinen 21-jährigen Sohn berät, den unterschriebenen Vertrag um 17.49 Uhr faxen wollte, brach mittendrin die Übertragung ab. "Das Problem war ein Faxstau. Erst um 18.03 Uhr landete das Fax bei uns", sagte FC-Pressesprecher Christopher Lymberopoulos SPIEGEL ONLINE. Der FC leitete das Fax um 18:06 Uhr unverzüglich an die DFL weiter. "Um 18.14 Uhr waren alle Unterlagen in Frankfurt", sagt Lymberopoulos. 14 Minuten zu spät, die DFL untersagte den Wechsel.

"Das Schicksal wollte es so - er muss in Hamburg bleiben"

"Ihr Standpunkt ist: Für technische Probleme können wir nichts. Wir aber auch nicht. Wir haben gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt", so Kölns Geschäftsführer Horstmann. Allerdings: "Unsere Hoffnung ist gering, dass wir die DFL noch überzeugen." Auch Just Choupo-Moting sagte: "Ich habe mit der DFL gesprochen, keine Chance. Das Schicksal wollte es so - er muss in Hamburg bleiben." Doppelt bitter: Beim HSV sitzt Choupo-Moting meist nur auf Bank, der 1. FC Köln sucht dringend einen Stürmer.

Ein bisschen Hoffnung besteht laut FC-Sprecher Lymberopoulos aber noch. Derzeit unterhalten sich die Justiziare des 1. FC Köln und die der DFL. "Wir können anhand der Uhrzeiten auf dem Fax alles belegen, auch Eric Maxims Vater kann das. Nun liegt es an der DFL", sagte Lymberopoulos SPIEGEL ONLINE. "Ende der Woche wird sich die DFL mit der Angelegenheit befassen", kündigte DFL-Sprecher Kay-Oliver Langendorff an.

Schon zuvor hatte es Aufregung um einen möglichen Wechsel Choupo-Motings gegeben. Der 1. FC Köln wollte den Stürmer für die Rückrunde ausleihen. Doch der Hamburger SV lehnte ab. Verständlich, hat Choupo-Moting doch nur noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Nach Informationen des "Kicker" wollte der HSV dann die Option auf Verlängerung bis 2012 ziehen - verwarf diesen Plan aber wieder, weil dem Club Choupo-Motings Gehalt ab Sommer 2011 zu hoch gewesen sein soll.

Der aufgrund der verpassten Wechselfrist gescheiterte Transfer von Choup-Moting ist kein Einzelfall. Aus dem gleichen Grund konnte sich der ehemalige Nürnberger Profi Robert Vittek nicht dem österreichischen Meister RB Salzburg anschließen. Die Freigabe von Ankaragücü traf bei der Mannschaft von Trainer Huub Stevens erst eine Minute nach Mitternacht und damit zu spät ein; offizieller Transferschluss war 00.00 Uhr. Die Salzburger hoffen nun auf Gnade durch den Weltverband Fifa.

Jetzt haben wohl alle die Faxen dicke.

jar/sid



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insgesamt 57 Beiträge
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Seite 1
axelkli 01.02.2011
1. Herr Appel sagt:
Mit dem E-Post-Brief wäre das nicht passiert.
Gast100100, 01.02.2011
2.
Zitat von sysopPeinliche Panne: Ein streikendes Faxgerät hat den Transfer von Hamburgs Eric Maxim Choupo-Moting zum 1. FC Köln verhindert. Dringend benötigte Unterlagen konnten erst mit Verzögerung versendet werden. Der Vertrag erreichte die DFL wenige Minuten zu spät - der Transfer platzte. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,742802,00.html
Einen Stau gab es hauptsächlich im Hirn des Spielers oder Beraters. Da wurde offenbar zu lange gezockt, ehe die Technik Erbarmen mit der unbedarften FC-Führung hatte.
zappuser 01.02.2011
3. Sie verzocken Millionen und sind nichtmal in der Lage
ein Faxgerät zu bedienen. Unfähigkeit zum Totlachen.
joey55 01.02.2011
4. Nicht einmal amateurhaft!
Da sind die meisten Amateurvereine besser organisiert!
Gerdjürgen, 01.02.2011
5. Was für Stümper...
Da sind Termine lange bekannt. Da hantieren erwachsene Menschen mit Millionen. Da haben Leute die Verantwortung für Wirtscahftsunternehmen (das sind Bundesligavereine schließlich). Solche "Fachleute" lassen es auf die letzten Minuten ankommen - und vermurksen den Transfer. Mann, Mann, Mann, eines Tages verhungert denen noch der Hennes auf der Wiese...
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