Wechsel im Sommer Van Nistelrooy kündigt Abschied vom HSV an

Weil er nicht gehen durfte, will er auch nicht verlängern: Ruud van Nistelrooy wird den HSV nach Saisonende verlassen. Das kündigte der Berater des Niederländers an - und kritisierte die Haltung des Clubs, der seinen Stürmer den Wechsel zu Real Madrid verweigerte.

HSV-Star van Nistelrooy: Im Sommer Abschied aus Hamburg
dpa

HSV-Star van Nistelrooy: Im Sommer Abschied aus Hamburg


Hamburg - Der Hamburger SV muss für die kommende Saison ohne Stürmerstar Ruud van Nistelrooy planen. Nachdem der Bundesligist dem Niederländer die Freigabe für einen sofortigen Wechsel zu Real Madrid verweigerte, ist van Nistelrooy nicht gewillt, über diese Spielzeit hinaus für die Hamburger aufzulaufen.

"Es ist nun ausgeschlossen, dass Ruud beim HSV verlängert. Das ist jetzt ganz sicher nicht mehr möglich", sagte van Nistelrooys Berater Rodger Linse der "Hamburger Morgenpost" und betonte, wie enttäuscht der Niederländer über die geplatzte Rückkehr zum spanischen Rekordmeister sei. "Er kann es nicht begreifen und hat ein Problem damit. Es tut weh. Sehr weh", sagte Linse: "In Hamburg wissen sie gar nicht, was sie Ruud damit antun."

Van Nistelrooy war vor rund einem Jahr ablösefrei von Real zum HSV gewechselt und steht in Hamburg noch bis zum 30. Juni 2011 unter Vertrag. Weil Stürmer Gonzalo Higuaín bei Madrid bis zum Saisonende verletzt ausfallen wird, wollten die Spanier van Nistelrooy zurückholen. Und weil es auch den Niederländer zurück zu Real zog, hatte dieser zuletzt vehement auf seine Freigabe gedrängt. Einerseits, weil er hofft, mit den Spaniern in der Primera División und in der Champions League um Titel mitspielen zu können. Andererseits, weil er nach Abschluss seiner Karriere in Madrid sesshaft werden möchte.

Van Nistelrooy wollte sich angeblich an Ablösesumme beteiligen

Um den Wechsel zu forcieren, soll van Nistelrooy sogar bereit gewesen sein, sich selbst an einer Ablösesumme zu beteiligen und auf ein Gehalt bei Real zu verzichten. Madrid hatte zuletzt zwei Millionen Euro sowie ein Freundschaftsspiel anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums des HSV 2012 geboten. "Wir wollen alles tun, um einen internationalen Platz zu erreichen. Daher ist es undenkbar, Ruud van Nistelrooy zum jetzigen Zeitpunkt abzugeben", begründete HSV-Boss Bernd Hoffmann die Haltung seines Clubs.

Wegen der Absage aus Hamburg hat Real Emmanuel Adebayor ausgeliehen. Das schreibt der Club auf seiner Homepage. Der Togoer war im Sommer 2009 für geschätzte knapp 30 Millionen Euro innerhalb der englischen Premier League vom FC Arsenal zu Manchester City gewechselt.

ham/sid/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
Maqma 25.01.2011
1. Was ist hier los?
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Diese Typen, denen das Geld haufenweise hinterher geworfen wird, haben zwar Verträge, aber wollen sich nicht daran halten. Sobald einer dieser "Stars" ein Angebot bekommt was ihm besser gefällt will er weg oder ist beleidigt wenn er nicht weg darf. Meiner Ansicht nach kann ein Profi, wenn er eine andere Anfrage erhält ja mal nachfragen ob sein Verein ihn ziehen lässt. Falls ja, dann ist es OK. Falls nein, dann muss er einfach seinen Verpflichtungen, welchen er in seinem Vertrag zugestimmt hat, nachkommen. Er erwartet ja auch das sein Geld pünktlich auf sein Konto kommt. Es ist grausam mit anzusehen wie diese Söldner ihren Egotripp ausleben dürfen.
mimas1789 25.01.2011
2. Verträge?
Gelten ja immer nur für andere, aber niemals für die Millionäros! Und dann werden die noch nach Künstlersteuersätzen besteuert weil sie keine Angestellten, sondern Künstler sind.
LocoGrande 25.01.2011
3. Beraterlogik
Was ist denn das für eine völlig dämliche Logik, die dieser Berater da innehat und die der SPIEGEL auch noch nicht einmal hinterfragt? Er kündigt dem HSV an, der Spieler wolle jetzt nicht mehr verlängern, weil man ihm einen vorzeitigen Wechsel untersagt hat? Wenn er also hätte wechseln dürfen, dann hätte er verlängert, oder wie? Beim HSV geht zwar vieles drunter und drüber, aber die Sammerposse und die Causa van Nistelrooy sind nun wahrlich nicht geeignet, dem Verein ans Bein zu pinkeln.
nordisch-by-nature 25.01.2011
4. Söldner
Wie war das noch mit dem ach so treuen Ruud? Viel Gelaber, von wegen, "er ist dem HSV so dankbar für diese Chance" und "könnte sich vorstellen seine Karriere in Hamburg zu beenden". Und jetzt wie ein bockiges Kind reagieren. Dabei hat der HSV doch kaum eine Alternative. Wobei wenn Mladen Petric unverletzt bleiben würde, wären 2 Millionen besser als am Saisonende nix. Vielleicht doch mit Schimpf und Schande wegjagen! Wenn man das mit Mladen nur voraussagen könnte... Nur der HSV!
kay_ro 25.01.2011
5. spannend
Das der HSV den Ruud nicht aus dem Vertrag rauslässt, finde ich gut und konsequent. Er wird schließlich noch gebraucht. Andrerseits kann es zu rätselhaften Formschwächen, Muskelproblemen und Abschlussschwierigkeiten vor dem Tor kommen, die einen weiteren Einsatz des sympathischen Holländers eigentlich verbieten. Daher lassen andere Vereine, z.B. Werder Almeda, solche Spieler ziehen, weil kein Verlass auf sie ist. Es jetzt mal anders zu versuchen, ist mutig und spannend.
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