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DFB-Pokal-Viertelfinale: Werder wirft Leverkusen raus

DFB-Pokal: Werders nächster Coup Fotos
Getty Images

In der Liga stecken sie im Abstiegskampf, im DFB-Pokal spielen die Bremer jedoch groß auf: In Leverkusen hat Werder den nächsten Top-Klub ausgeschaltet - auch dank eines umstrittenen Treffers.

Werder Bremen steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Bremer setzten sich im Viertelfinale bei Bayer Leverkusen 3:1 (2:1) durch. Dabei waren die Gastgeber zunächst durch einen von Javier Hernández verwandelten Foulelfmeter in Führung gegangen (22. Minute). Santiago García glich für Werder aus (31.), Claudio Pizarro drehte die Partie noch vor der Pause ebenfalls per verwandeltem Strafstoß (42.).

Florian Grillitsch besorgte den Endstand (82.) - der Treffer sorgte für Aufregung, weil er aus einer Abseitsposition heraus entstand. Leverkusen spielte nach einer Roten Karte gegen Wendell ab der 41. Minute in Unterzahl.

"Es ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben", sagte Werder-Stürmer Pizarro bei Sky: "Wir haben gezeigt, dass wir dran sind, jetzt gehen wir weiter im Pokal." Bayers Sportdirektor Rudi Völler suchte die Schuld am Aus nicht beim Schiedsrichtergespann: "Daran lag es nicht, wir haben es einfach schlecht gemacht."

Am vergangenen Wochenende rang Leverkusen dem FC Bayern ein Unentschieden ab. Gegen Bremen stand die Werkself vor einer gänzlich anderen Aufgabe: Statt auf Balleroberungen und Gegenstöße zu setzen, musste Bayer gegen defensive Bremer selbst die Rolle der spielmachenden Mannschaft einnehmen. Und damit tat sich die Elf von Trainer Roger Schmidt von Beginn an schwer, bis auf einen harmlosen Abschluss von Karim Bellarabi (11.) brachte Bayer zunächst nichts zustande.

Die Bremer, in dieser Saison mit wenigen Highlights (wie dem 4:3-Achtelfinalsieg im Pokal bei Mönchengladbach) und vielen Problemen (wie beim jüngsten 1:5 in der Liga, erneut bei Mönchengladbach), zeigten sich hingegen zeigte von ihrer besseren Seite. In einem kompakten 4-1-4-1 gewährten sie Bayer kaum Torchancen - bis zur 21. Minute. Da verlor Levin Öztunali bei einem Konterversuch den Ball in der eigenen Hälfte an Ömer Toprak. Dessen Pass landete im Strafraum bei Stefan Kießling, den Bremens Alejandro Gálvez mit einem plumpen Foul zu Fall brachte. "Chicharito" ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und brachte Bayer mit einem präzisen Strafstoß in Führung.

Wendell foult, Pizarro feiert

Doch diese währte nicht lange. Eine Freistoßvariante - Florian Grillitsch flankte auf Fin Bartels, der für Torschütze García auflegte - sorgte neun Minuten nach dem 0:1 für den Ausgleich. Noch vor der Pause drehte Werder sogar das Spiel: Öztunali, bis zum Sommer von Leverkusen ausgeliehen, passte den Ball in den Lauf von Bartels, der im Strafraum von Wendell gefoult wurde. Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied zu recht auf Strafstoß, den Pizarro souverän verwandelte. Zudem sah Wendell die Rote Karte.

Und es kam noch schlimmer für Leverkusen. Kurz nach der Pause musste Torjäger Chicharito, für Bayer zuletzt mit 22 Treffern in 27 Pflichtspielen, verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Zuvor war der Mexikaner knapp mit einem Schuss aus halbrechter Position gescheitert (47.).

Es entwickelte sich ein offenes Spiel: Leverkusen verteidigte hinten mit einer Dreierkette und übte Druck auf Werders Abwehr aus, Kevin Kampl vergab die beste Gelegenheit auf den Ausgleich (80.), später traf Hakan Calhanoglu per Freistoß den Pfosten (89.). Die Bremer lauerten ihrerseits auf Konter, scheiterten jedoch entweder an Bayer-Torwart Bernd Leno (Bartels/55.) oder an ihrer eigenen Abschlussschwäche (Grillitsch/77.).

Dass Werder am Ende jubeln durfte, lag auch an einer Fehlentscheidung der Schiedsrichter: Einen Schuss von Pizarro konnte Bayer-Keeper Leno abwehren. Grillitsch staubte ab - allerdings aus einer klaren Abseitsposition heraus.

Das Halbfinale findet am 19. und 20. April statt. Die Auslosung der Partien erfolgt im Anschluss an die Begegnung zwischen dem VfL Bochum und Bayern München (Mittwoch, 20.30 Uhr; TV: ARD und Sky; Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:3 (1:2)
1:0 Hernández (22., Foulelfmeter)
1:1 Santiago García (31.)
1:2 Pizarro (42., Foulelfmeter)
1:3 Grillitsch (82.)
Leverkusen: Leno - Hilbert (46. Ramalho), Tah, Toprak, Wendell - Kampl, Kramer (76. Brandt) - Bellarabi, Calhanoglu - Kießling, Hernández (57. Papadopoulos)
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Gálvez, Djilobodji, Santiago García (74. Guwara) - Vestergaard - Öztunali (89. Veljkovic), Fritz, Bartels, Grillitsch - Pizarro (86. Ujah)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 24.104
Rote Karte: Wendell nach einer Notbremse (41.)
Gelbe Karten: Calhanoglu - Gálvez (2), Santiago García

mon

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Hauptsache gegen Bayern
max4711 09.02.2016
Unentschieden
2. Abseits???
meberz 09.02.2016
Wo bitte war der Treffer von Grillitsch Abseits??? BS...
3. Bravo SVW
aurichter 09.02.2016
warum nicht auch in der Liga so ? Die rote Karte für Wendell, wie schon oft diskutiert diese blödsinnige Doppelbestrafung, war nicht nötig. Auch wenn das Tor dritte Tor (??) aus Abseits gefallen ist, so wäre Bremen dennoch mit dem 1:2 in das HF eingezogen. Jetzt ein Heimspiel, dann geht es Richtung Berlin :-))
4.
lorenzino 09.02.2016
Wie geil für mein Verein. Gab es jemals ein Absteiger mit nem Pokal?
5. Von wegen
spitzaufknoof 09.02.2016
Dank des 2:1 durch Pizzaro und nicht durch den angezweifelten Treffer von Grillitsch ist Werder ins Halbfinale eingezogen. Immer schön bei den Fakten bleiben. Danke.
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