Werder Bremen Der millionenschwere Fehler des Sportdirektors

Weil Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs einen in englischer Sprache verfassten Vertragszusatz nicht richtig las, muss sein Club möglicherweise 3,8 Millionen an den kroatischen Verein NK Zagreb zahlen.


Kostspielige Probleme mit der englischen Sprache: Klaus Allofs
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Kostspielige Probleme mit der englischen Sprache: Klaus Allofs

Bremen - In dem Vertrag, den Fußballbundesligist Werder Bremen vor dieser Saison über die Verpflichtung des 20-jährigen kroatischen Toptalents Ivica Banovic von NK Zagreb abschloss, stand als Ablösesumme in Zahlen: 3,7 Millionen Mark. In Klammern stand dahinter in Englisch ausgeschrieben: "German marks seven million five hundred thousand" - zu deutsch: 7,5 Millionen Mark. Macht eine Differenz von 3,8 Millionen Mark. Genau diese Summe fordert Zagreb nun nachträglich von Werder Bremen ein. Die Bremer weigern sich jedoch, den Aufschlag zu zahlen.

Der Fehler für den möglicherweise äußerst kostspieligen Fauxpas liegt bei Werders Sportdirektor Klaus Allofs, denn der segnete den Vertrag ab. "In der allgemeinen Hektik ist dieser Schreibfehler untergegangen. Ich habe im Vertrag nur auf andere Veränderungen geschaut. Aber entscheidend ist, wer unterschrieben hat - und das war ich", sagte Allofs am Mittwoch der "Bild"-Zeitung.

Trotz des peinlichen Fehlers und der möglicherweise drohenden Folgen gibt man sich im Werder-Lager gelassen. "Fehler kommen vor, das passiert", sagte Werders Marketingchef Manfred Müller. Zudem ist man sicher, dass sich an der ursprünglichen Ablösesumme für Banovic nichts ändern wird. Dazu Allofs: "Wir haben mehrere schriftliche Zeugenaussagen zum DFB geschickt, die bezeugen, dass es eine Einigung über 3,7 Millionen gab. Ich denke, das müsste genügen." Sollte der Streit nicht auf DFB-Ebene geklärt werden, muss die Uefa eingeschaltet werden.

Konsequenzen für den Einsatz von Banovic im Dress der Werderaner hat der Ablösestreit indes momentan nicht: Der Kroate laboriert an einer Meniskusverletzung und kann ohnehin nicht spielen.



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