Bremer Remis gegen Frankfurt Prozent-Torjäger beim Bundesligaspektakel

Tolle Tore, strittige Entscheidungen, ein überragender Max Kruse - das Duell zwischen Bremen und Frankfurt war Werbung für den Fußball. Die Eintracht durfte sich bei den üblichen Verdächtigen bedanken.

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Szene des Spiels: In einer unübersichtlichen Situation am Rand des eigenen Strafraums fiel Bremens Außenverteidiger Ludwig Augustinsson erst hin und berührte den Ball dann regelwidrig mit der Hand. So kurios die Aktion wirkte, so logisch war der Elfmeterpfiff. Während die Bank der Werderaner Zeter und Mordio schrie, weil sie zuvor ein Foul von Ante Rebic gesehen haben wollte, verwandelte Sébastien Haller sicher (68. Minute). Sein 20. Treffer beim 20. Elfmeterversuch als Profi und zumindest ein Punkt für die Frankfurter, die gegen kein Team in der Bundesliga häufiger gewonnen haben als die Bremer.

Das Ergebnis: Werder Bremen und Eintracht Frankfurt trennten sich 2:2 (1:1). Hier geht es zum Spielbericht.

Taktik und Personal, hier wie da: Bremens Trainer Florian Kohfeldt setzte auf Philipp Bargfrede als defensive Kontrollinstanz, der sich ebenso wie sein Gegenüber Makoto Hasebe immer wieder zwischen defensivem Mittelfeld und Abwehrzentrum bewegte. Frankfurts Coach Adi Hütter gab nach den Trainingseindrücken der vergangenen Woche Simon Falette gegenüber Evan N'Dicka den Vorzug. Eine Entscheidung, die er womöglich nach Falettes schwacher Performance vor dem 1:2 bereut haben dürfe.

Maximilian Eggestein
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Maximilian Eggestein

Die erste Hälfte: Maximilan Eggestein dribbelte sich dank eines Drehers durch drei Frankfurter Verteidiger und traf zum 1:0 (27.), Rebic ließ Niklas Moisander mit einer einfachen Körpertäuschung ins Leere rutschen und zog mit links ins lange Eck ab (35.) - der nahezu ebenso schöne Ausgleich. Martin Harnik vergab zudem gleich zwei gute Möglichkeiten (6. und 12.). Da Maximilian Eggestein nur den Pfosten traf (39.) und sein Bruder Johannes aus aussichtsreicher halblinker Position Kevin Trapp in dessen 100. Spiel für die Eintracht nicht überwinden konnte (43.), blieb es nach 45 Minuten beim 1:1.

Die zweite Hälfte: Nach Kruses Traumpass auf Harnik entledigte sich dieser Falette viel zu leicht, umspielte auch noch Trapp und schob lässig zum 2:1 ein (52.). Frankfurt antwortete mit dem von Augustinsson verschuldeten Strafstoß, Haller verwandelte (68.). Beide Teams agierten in der Folge in einem begeisternden Bundesligaspiel offensiv - ein fünfter Treffer sollte allerdings nicht mehr fallen, wobei die Bremer in der Nachspielzeit Glück hatten: Schiedsrichter Markus Schmidt ließ ein Handspiel von Moisander an der Strafraumgrenze ungeahndet.

Max Kruse (Mitte)
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Max Kruse (Mitte)

Mann des Spiels: Bei gegnerischem Ballbesitz verteidigte Werder im 5-4-1, mit Max Kruse als einzigem Angreifer und Störenfried. Eroberten die Bremer den Ball, ließ er sich fallen und ging in den freien Raum vor Frankfurts Dreierkette. Beides Schlüsselentscheidungen für eine starke Bremer Leistung. Dazu kam Kruses wunderbarer Pass in den Lauf von Martin Harnik, der zum 2:1 vollenden konnte (52.). Schlechte Nachricht für Werder: Am Ende der Saison läuft Kruses Vertrag aus.

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Frankfurter Remis in Bremen: Viele jubeln, keiner siegt

Thunder Rode: In der Winterpause von Borussia Dortmund nach Frankfurt zurückgekehrt, zeigte Sebastian Rode gegen Freiburg gleich eine starke Leistung. In Bremen war er deutlich mehr gefordert und fiel vor allem durch zwei kräftige Fouls gegen Max Kruse zu Beginn der zweiten Hälfte auf. Nach der Gelben Karte war er deutlich gebremster unterwegs und hatte in der 72. Minute Glück, nach einem Foul an Johannes Eggestein nicht Gelb-Rot zu erhalten.

Die großartigen Drei: Rebic, Haller und Luka Jovic hatten nach 18 Spieltagen 29 der 37 Frankfurter Saisontreffer erzielt, also 78 Prozent der Eintracht-Tore. Nach dem Spiel bei Werder sind es 31 von 39 - macht 79 Prozent. Ein Prozent klingt jetzt nicht viel, aber fragen Sie mal einen SPD-Funktionär.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)
1:0 M. Eggestein (27.)
1:1 Rebic (35.)
2:1 Harnik (52.)
2:2 Haller (68. Handelfmeter)
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp (37. Veljkovic), Moisander, Augustinsson - Bargfrede - M. Eggestein, Klaassen - J. Eggestein (86. Pizarro), Kruse, Harnik (69. Sargent)
Frankfurt: Trapp - Abraham (67. Russ), Hasebe, Falette - da Costa, de Guzmán (63. Gacinovic), Rode (87. Stendera), Kostic - Haller, Rebic, Jovic
Schiedsrichter: Markus Schmidt
Gelbe Karten: Gebre Selassie, Vejlkovic, Klaassen, Bargfrede / Kostic, Rode



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
beiblatt1 27.01.2019
1. Prozent
Der Autor sollte sich auf den Fußball beschränken und nicht die sensationelle Quote des SGE-Angriffs zur Diffamierung der SPD verwenden. Zu Recht ist das nicht sein Ressort.
turadot 27.01.2019
2. Prozent
Der Leserbriefschreiber sollte sich auf den Fußball beschränken, und nicht dem Redakteur vorschreiben, was er zu lassen hat und was nicht. Zu Recht ist der Leserbriefschreiber nur Leserbriefschreiber.
ulaij 27.01.2019
3.
Für ein wirklich hochklassiges Spiel war die Eintracht gestern zu schlecht. Bremen zeigte in der Tat ein sehr gutes Spiel! Kohlfeld sehr unsouverän im ZDF Interview mit eigenwilliger Beurteilung der strittigen Szenen. Der VAR hat wieder ein unrühmliches Bild abgegeben! Entweder muss es in der Nachspielzeit elfer für die SGE geben oder einen Freistoß an der Strafraumkante! Dass der VAR nicht eingreifen durfte, ist ja falsch: er überprüfte ja, ob ein Elfmeter vorlag, das unstrittige Handspiel fand aber wohl knapp ausserhalb statt. Aber es war ja dennoch bereits eine Überprüfung gegeben, dass man dann die Regelwidrigkeit gar nicht ahndet, ist ein schlechter Witz!!!
nochnestimme 27.01.2019
4. 100 Prozent
Nun denn, also auch von mir ein Beitrag zum Thema Prozent. Das Spiel war hundert Prozent ansehnlicher Fußball. Ich habe mich als Werderfan hundertprozentig geärgert, weil wieder mal ein Sieg verschenkt wurde. So ein Handspiel darf Augustinsson nicht passieren. Die anderen vermeintlichen Handspiele in oder an beiden Strafräumen waren 100 Prozent nur etwas für Videoenthusiasten. Ich hoffe, dass künftig die Spiele nicht per Zuschauervoting entschieden werden.
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