Werders Unentschieden gegen Stuttgart Früher Schock, später Druck - und doch nur ein Remis

Erst zurückgelegen, dann überlegen: Werder Bremen hat remis gegen den VfB Stuttgart gespielt. Dabei hatten die abstiegsbedrohten Gäste bereits nach zwei Minuten geführt.

Werders Josh Sargent (l.), Stuttgarts Ozan Kabak
DPA

Werders Josh Sargent (l.), Stuttgarts Ozan Kabak


Bremen ist gegen die abstiegsbedrohten Stuttgarter nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Gegen den VfB spielte Werder 1:1 (1:1). Die Gäste bleiben weiter auf dem Relegationsplatz, die Bremer überholen Hertha BSC (die jedoch am Samstag mit einem Sieg gegen Bayern München wieder vorbeiziehen können).

Für Bremen begann das Spiel denkbar schlecht. Stuttgarts Andreas Beck spielte einen langen Ball, Mario Gomez verlängerte in den Lauf von Steven Zuber, der unbedrängt Richtung Strafraum marschieren konnte - und am Werder-Keeper Jiri Pavlenka vorbei zur frühen Führung traf (2. Minute).

Wenige Minuten später hätte Gomez fast den zweiten Treffer nachgelegt. Doch der Angreifer vertändelte nach einem Sprint von der Mittellinie seine Chance, weil er sich gegen einen Schuss entschied, Pavlenka ausspielen wollte - und scheiterte (9.).

Klaassen trifft für Werder

Doch auch Werder hatte seine Chancen: Milot Rashica spielte mehrere Gegenspieler aus und schoss aus 14 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (15.). In der 30. Minute hatte der Angreifer nach einem abgeblockten Versuch von Maximilian Eggestein freies Schussfeld, nutzte die Möglichkeit aus wenigen Metern aber nicht.

Kurz danach scheiterte Gomez zunächst erneut an Pavlenka - dann gelang Werder der Ausgleich. Davy Klaassen zog aus mehr als 20 Metern Entfernung nach einer kurzen Drehung ab und traf mit einem harten, aber nicht sonderlich platzierten Schuss zum Ausgleich (45.).

In der zweiten Hälfte drängte Bremen auf die Führung, Stuttgart spielte nun viele leichte Fehlpässe und hatte kaum noch Chancen. Die größte Möglichkeit für Werder vergab Sebastian Langkamp mit einem Nachschuss aus drei Metern, den er über das Tor schoss (79.).

"Ich habe immer noch gehofft, dass wir mal den Lucky Punch schaffen. Am Ende haben wir kaum noch etwas zugelassen", sagte Stuttgarts Mario Gomez bei Eurosport: "Wenn ich eine davon mache, steht es 2:0. Das tut mir leid für die Mannschaft. Insgesamt war es ein Schritt nach vorne. Der Punkt tut uns gut."

Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:1 (1:1)
0:1 Zuber (2.)
1:1 Klaassen (45.)
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - Sahin (72. Johannes Eggestein) - Maximilian Eggestein, Klaassen (84. Möhwald) - Kruse - Sargent (61. Pizarro), Rashica
Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, Kempf (46. Gentner) - Beck, Castro, Emiliano Insua - Ascacibar, Zuber (81. Badstuber) - Esswein, Gomez (58. Donis)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Zuschauer: 41.000
Gelbe Karten: Moisander (3) - Kabak (3), Zieler (3), Donis (4)

bka/sid



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Schlaflöwe 22.02.2019
1. Mühsam,
sehr mühsam, äußerst mühsam, ernährt sich das Eichhörnchen. So mühsam, dass man als Fan die Geduld kaum noch aufbringt.
bcpt8 23.02.2019
2.
Immerhin "gut für die Moral" laut Gomez sollte die Punktmitnahme aus Bremen (und der saisonal erst dritte Auswärtspunkt überhaupt) sicherlich sein, ob das Spiel allerdings schon "durch gewesen wäre" mit der Verwertung einer seiner Großchancen zur 2:0-Führung, sei mal dahingestellt. Blieb danach ja noch einiges an Zeit übrig für die Bremer. Die zwar besser als beim 1:1 gegen Nürnberg spielten, nach druckvollem (wenngleich nicht ausreichend temporeichem Kombinieren) nach vorne aber tatsächlich keinen ausgeprägt treffsicheren Killerinstinkt am/im VfB-Strafraum zeigten. Das galt umgekehrt auch für die wenigen Entlastungskonter der Schwaben. Kruse, zwar bemüht, aber bis auf seinen Assist zum Ausgleichstreffer ohne entscheidende Geistesblitze, war freilich vielmehr ob der "Einstellung" des Gegners beleidigt ("Stuttgarter nach dem Führungstor nur hinten dringestanden und auf Zeit gespielt; Schiedsrichter hatte nicht seinen besten Tag"). Und mahnte nun also die Bedeutung des nächsten Spiels gegen das bislang nicht allzu heimstarke WOB fürs Erreichen der EL-Plätze an. Seinem Trainer wollte das anschließend im Studio Dr. "Konstellation" Sammer mit einfühlsamer Psychotherapie allerdings eher ausreden ("Ruhig bleiben, auf Kontinuität im Entwicklungsprozess setzen, statt zu früh nach Europa zu wollen - siehe Abstiege HSV, Stuttgart, Köln"). Vor allem sollten dafür Juwelen wie z. B. Rashica im Verein gehalten werden, der m. E. auch diesmal, bis zu seiner wohl erschöpfungsbedingten Auswechslung, zu den Lichtblicken gehörte.
wallabi 23.02.2019
3.
Bevor die Bremer gegen die seit Wochen völlig verunsicherten Stuttgarter überlegen wurden, hätten sie sich über ein 0:3 nicht beklagen dürfen. Was Gomez an Chancen für die Stuttgarter vergab, geht auf keine Kuhhaut. Gomez ist einer der Gründe, warum der VFB tabellarisch so steht. Solche, immer wieder vergebenen, hervorragende Torchancen, schaffen nicht gerade Selbstvertrauen. Hauptfehler war allerdings die Entlassung Korkuts.
aurichter 23.02.2019
4. Ein Punkt
ist ein Punkt, ist ein Punkt. Dieser eine Punkt hat schon über Abstieg und Nichtabstieg gereicht. Evtll reicht dieser eine Punkt zur Teilnahme an Europa und wenn nicht, auch kein Weltuntergang. Im anderen Forum beim SVW schon gesagt, es spielen alle 18 Teams in der Bundesliga und sind eben stark genug auch gegen 17 andere zu gewinnen oder den einen oder anderen Punkt zu holen. Altherrenmannschaften spielen ganz woanders. Realistisch bleiben und den SVW weiter in der Entwicklung begleiten, das ist es was das Team braucht und hilft.
spon1899 23.02.2019
5.
In 6 Spielen gegen die drei Abstiegskandidaten 11 von 18 Punkten abgegeben. Goodbye Europa!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.