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12. Juli 2006, 13:58 Uhr

Wertvollster WM-Spieler

Zidane droht Verlust seiner Auszeichnung

Die Wahl Zinedine Zidanes zum besten Spieler der WM hat wegen der Roten Karte für Irritationen gesorgt. Der Franzose könnte seine Auszeichnung wieder verlieren. Dennoch will Ramon Calderon, der neue Präsident von Real Madrid, Zidane ein Angebot unterbreiten.

Hamburg - Die Fifa-Disziplinarkommission wird die Hintergründe für Zidanes Platzverweis im WM-Finale gegen Italien (4:6 n.E.) untersuchen. Anschließend soll entschieden werden, ob der 34-Jährige die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler des Turniers behalten darf.

Mittelfeldspieler Zidane: "Außerordentliche Persönlichkeit"
AFP

Mittelfeldspieler Zidane: "Außerordentliche Persönlichkeit"

"Die Exekutive der Fifa hat die Pflicht einzugreifen, wenn die ethischen Grundsätze des Sports verletzt werden", sagte der Präsident des Weltverbandes, Sepp Blatter, italienischen Zeitungen.

Zidane hatte im Finale seinen Gegenspieler Marco Materazzi mit einem Kopfstoß niedergestreckt und dafür die Rote Karte gesehen. "Ich kenne Zidane seit vielen Jahren. Ich kenne seine außerordentliche Persönlichkeit, sein Lebensstil und seine Familie", so Blatter, "ihn so handeln zu sehen, hat mir für ihn und für das Fairplay wehgetan."

Von dem Wirbel um den französischen Volkshelden unbeeindruckt zeigte sich Ramon Calderon, der neue Präsident von Real Madrid. "Ich werde mit ihm sprechen und ihm vorschlagen, für uns als Botschafter zu arbeiten", sagte Calderon, der ein Engagement Zidanes aber erst ab der Saison 2007/2008 für möglich hält. "In der diesjährigen Saison hat Zidane noch zahlreiche Termine mit Sponsoren für Werbeaufnahmen", so Calderon weiter.

Zidane, der nach der vergangenen Saison seine Karriere bei Real beendet hatte, war 2001 von Juventus Turin nach Madrid gewechselt und hatte mit dem spanischen Rekordmeister 2002 die Champions League gewonnen.

hut/sid

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