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Wettbetrug: BGH hebt Urteil gegen Milan Sapina auf

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Milan Sapina: Urteil weitgehend aufgehoben

Monatelang wehrte sich Milan Sapina gegen den Vorwurf, an Fußballmanipulationen beteiligt gewesen zu sein. Das Landgericht Bochum verurteilte ihn trotzdem zu zehn Monaten Haft. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurde das Urteil nun weitgehend aufgehoben.

Hamburg - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Milan Sapina keinen neuerlichen Wettbetrug begangen hat. Die Richter in Karlsruhe kamen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits am 11. März dieses Jahres zu dem Beschluss, dass Sapinas Urteil, verhängt vom Bochumer Landgericht, in dieser Form unwirksam sei.

Sapina, Besitzer des aus dem Hoyzer-Skandal bekannten Café Kings, wurde in Bochum im vergangenen Jahr zu Lasten gelegt, dass er auf manipulierte Spiele aus dem Jahre 2008 gewettet habe. Zudem solle er eine Tatbeihilfe zum Wettbetrug geleistet haben, indem er für zwei bereits verurteilte Wettbetrüger Geld wechselte. Das Landgericht Bochum verurteilte Sapina nach einem monatelangen Prozess zu zehn Monaten Freiheitsstrafe. Der Berliner erhielt bereits 2005 für seine Tatbeteiligung am Hoyzer-Skandal eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.

Der BGH kam nun zu der Einschätzung, dass Sapinas neuerliche Wetterei keinen Straftatbestand erfülle: "Das Urteil bringt Rechtssicherheit und klärt eine wichtige Frage zur Sportwettenproblematik: Zurufe von Dritten, die behaupten, auf ein manipuliertes Spiel zu wetten und damit weiteren Personen, die diese Behauptung nicht prüfen können, einen vermeintlichen Informationsvorsprung verschaffen, sind juristisch nicht zu ahnden. Damit hat der BGH eine klare Grenze beim Insiderwissen gesetzt", sagt der Berliner Revisionsexperte Ali Norouzi, der Sapinas Einspruch vor dem BGH geltend machte.

Unangetastet von diesem Freispruch bleibt, dass Sapina vom Bochumer Landgericht zu vier Monaten Haft verurteilt wurde. Diese Strafe muss er jedoch nicht antreten, da er bereits 2009 und 2010 sechs Monate in Untersuchungshaft verbringen musste.

"Vom dem großen Wettskandal, der einst von den Bochumer Ermittlern bei Milan Sapina gesehen wurde, blieb am Ende lediglich ein Verhalten, dass an der Grenze zur Strafwürdigkeit liegt", sagt Sapinas Anwalt Norouzi. Milan Sapina erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Ich habe immer gesagt, dass ich nichts mit diesem Wettskandal zu tun habe. Nun freue ich mich sehr über dieses Urteil."

Im Fall von Milan Sapinas Bruder Ante, den bekanntesten deutschen Wettbetrüger, wird am Montag, den 14. April, in Bochum das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft plädierte vor wenigen Tagen für eine Haftstrafe von sieben Jahren.

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1. richtig so
natiberlin 05.04.2014
kein sport läuft mehr ohne Absprachen oder doping. Leute die ihr geld daraif setzen können es genauso gut auch in den wunschbrunnen scheissen;) das land berlin kann ich auch nicht verklagen obwohl ich selbst mehrfach geld in den Neptun brunnen geworfen habe.. bin leider immer noch kein Millionär
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