Kurzpässe: Juventus-Stars müssen um Freispruch bangen

Im italienischen Wettskandal wurde gegen die meisten Urteile Berufung eingelegt. Der Chef-Ankläger will so eine Verurteilung von Leonardo Bonucci und Simone Pepe erwirken. Und: Bei der Wahl zum besten Spieler Europas konkurrieren Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Andrés Iniesta.

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Juventus-Verteidiger Bonucci: Im Manipulationsprozess zunächst freigesprochen

Hamburg - Der Prozess um den italienischen Wettskandal geht in die zweite Runde. Anklage und Verteidiger haben gegen die meisten Urteile Berufung eingelegt. Der Chef-Ankläger des italienischen Fußballverbands (FIGC), Stefano Palazzi, will gegen die in erster Instanz freigesprochenen Juve-Spieler Leonardo Bonucci und Simone Pepe eine Verurteilung erwirken. Vor dem FIGC-Bundesgericht in Rom kämpft Juventus Turins Trainer Antonio Conte außerdem darum, dass seine zehnmonatige Sperre reduziert wird. Die Urteile in zweiter Instanz werden bis spätestens Donnerstag kommender Woche erwartet.

Conte war von der Disziplinarkommission wegen einer nicht angezeigten Ergebnismanipulation verurteilt worden. Nachdem das Gericht einen Vergleich mit einer Sperre von drei Monaten überraschend abgelehnt hatte, forderte Palazzi eine Sperre von 15 Monaten. Conte soll zwei Ergebnismanipulationen in der Saison 2010/2011 bei seinem damaligen Club AC Siena verschwiegen haben. Die ebenfalls wegen Spielmanipulation angeklagten Juve-Spieler Bonucci und Pepe wurden freigesprochen, weil das Gericht den Kronzeugen Andrea Masiello offenbar für unglaubwürdig hielt. Dieser hatte den früheren Bari-Spieler Bonucci und den ehemaligen Udinese-Profi Pepe bezichtigt, bei einem Duell ihrer Clubs an einer Ergebnisabsprache beteiligt gewesen zu sein.

Bei der Wahl zum besten Spieler in Europa in der Saison 2011/2012 durch die Europäische Fußball-Union Uefa fällt die Entscheidung zwischen dem argentinischen Weltfußballer Lionel Messi (FC Barcelona), Cristiano Ronaldo (Real Madrid) und Messis Teamkollegen, dem spanischen Welt- und Europameister Andres Iniesta (FC Barcelona). Dies gab die Uefa bekannt. Eine Jury aus 53 Sportjournalisten aus jedem Mitgliedsverband der Uefa hatte die 32 Spieler umfassende vorläufige Liste auf drei Namen reduziert. Vorjahressieger ist Messi, der am Mittwoch im Länderspiel in Frankfurt am Main auf Deutschland trifft (20.45 Uhr, SPIEGEL ONLINE). Als bester Deutscher landete Mesut Özil (Real Madrid), der als einziger deutscher Spieler Aufnahme im Kreis der 32 Top-Spieler fand, auf Platz zehn. Über dieses Trio wird im Rahmen der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase am 30. August in Monaco bei der entscheidenden Wahl abgestimmt.

Wesley Sneijder ist neuer Kapitän der niederländischen Nationalmannschaft. Das gab der neue Bondscoach Louis van Gaal bekannt. Der 87-malige Nationalspieler, der bei Inter Mailand unter Vertrag steht, ist damit Nachfolger von Mark van Bommel. Der frühere Kapitän von Bayern München war nach dem Vorrunden-Aus bei der EM in Polen und der Ukraine aus der Nationalelf zurückgetreten. Gleiches tat kurz darauf sein Schwiegervater Bert van Marwijk als Trainer, es übernahm der frühere Bayern-Coach van Gaal.

Irlands Rekordnationalspieler Shay Given hat nach 125 Länderspielen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. "Ich habe 16 Jahre meines Lebens meinem Land gewidmet, von nun an werde ich Irlands größter Fan sein", sagte der 36 Jahre alte Torhüter von Aston Villa, der bei der EM in Polen und der Ukraine das Vorrunden-Aus nicht verhindern konnte. Teammanager Giovanni Trapattoni hatte Given nicht für das Länderspiel am Mittwoch gegen Serbien nominiert, weil er mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien auf jüngere Torhüter setzen möchte.

Linksverteidiger Christian Fuchs von Schalke 04 ist neuer Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft, einem der deutschen Gegner in der WM-Qualifikation. Dies gab Nationaltrainer Marcel Koller bekannt. Fuchs tritt an die Stelle von Marc Janko, der künftig als Stellvertreter fungieren wird.

Die Gefahr eines Boykotts in der spanischen Liga zum Saisonbeginn ist gebannt. "Die Punktspiele am kommenden Wochenende werden stattfinden", sagte der Präsident der Profi-Liga, José Luis Astiazarán, nach einem Treffen der Vereinspräsidenten in Madrid. 13 Vereine der Primera División hatten mit einem Boykott gedroht, weil sie sich bei der Verteilung der Fernsehgelder und bei der Festsetzung der Anstoßzeiten benachteiligt fühlten. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE spielte der Staatssekretär für Sport, Miguel Cardenal, als Vermittler eine maßgebliche Rolle, den Boykott abzuwenden.

leh/sid/dpa

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