Ex-Bayern-Profi Willy Sagnol irritiert mit rassistischen Äußerungen

Sie seien "billig, kampfbereit und kräftig", dafür mangele es ihnen an "Technik, Intelligenz und Disziplin": Ex-FC-Bayern-Star Willy Sagnol hat sich in einem Interview abfällig über afrikanische Fußballer geäußert.

Girondins-Trainer Sagnol (rechts): "Weniger Profis aus Afrika verpflichten"
AFP

Girondins-Trainer Sagnol (rechts): "Weniger Profis aus Afrika verpflichten"


Hamburg - Der frühere Fußballweltmeister und langjährige Bayern-Verteidiger Willy Sagnol hat in seiner französischen Heimat mit Äußerungen zu afrikanischen Spielern irritiert. "Solange ich Trainer bei Girondins Bordeaux bin, werden wir weniger Profis aus Afrika verpflichten", sagte der 37-Jährige in einem Interview mit der Zeitung "Sud-Ouest".

Das läge zum einen daran, dass Nationalspieler angesichts des alle zwei Jahre ausgetragenen Afrika-Cups ihren Klubs zu oft nicht zur Verfügung stünden. Vom 17. Januar bis zum 8. Februar 2015 findet das Turnier in Marokko statt.

Doch Sagnol leistete sich auch rassistische Äußerungen. "Typisch afrikanische Spieler", wird Sagnol in der Zeitung zitiert, zeichneten sich durch positive Merkmale aus: "Sie sind billig, kampfbereit und kräftig." Das sei im Fußball aber nicht alles, man benötige auch "Technik, Intelligenz und Disziplin" - offenbar Fähigkeiten, die afrikanischen Profis laut Sagnol fehlten.

Seit der laufenden Saison ist Sagnol Trainer des derzeit Tabellenvierten der Ligue 1. Zuvor war er Coach der französischen U-21-Nationalmannschaft. Als Spieler war er unter anderem neun Jahre lang für den FC Bayern München aktiv und gewann dort zahlreiche Titel. In Bordeaux trainiert er diverse afrikanische Spieler, darunter Ludovic Lamine Sané (Senegal), André Biyogo Poko (Gabun), Wahbi Khazri (Tunesien) sowie die Malier Cheick Diabaté und Abdou Traoré.

mon/sid



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