Klagedrohung von Netzer Zwanziger will keine Unterlassungserklärung abgeben

Günter Netzer droht Theo Zwanziger in der WM-Affäre mit einer Klage und stellt ihm ein Ultimatum. Doch der frühere DFB-Präsident bleibt bei seiner Position.


Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger bleibt angesichts der Klagedrohung von Günter Netzer gelassen. "Da ich die Wahrheit gesagt habe, habe ich keinen Grund, eine Unterlassungserklärung abzugeben", sagte Theo Zwanziger dem SPIEGEL.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 44/2015
"Für Ihre freundliche Unterstützung danken wir Ihnen bestens."

Netzer hatte dem früheren DFB-Präsidenten mit Klage gedroht. Zwanziger solle Behauptungen unterlassen, wonach er von Netzer erfahren habe, dass das Bewerbungskomitee Stimmen von Fifa-Exekutivmitgliedern bei der WM-Vergabe gekauft habe. Für die Unterlassung hatte Netzer eine Frist bis Freitag um 14 Uhr gesetzt.

Wie der SPIEGEL berichtete, will Zwanziger im Herbst 2012 in einem Zürcher Nobelrestaurant beiläufig von Netzer erfahren haben, dass die zehn Millionen Schweizer Franken, die Robert Louis-Dreyfus dem deutschen Bewerbungskomitee für die WM 2006 geliehen hatte, für die vier Stimmen der Asiaten im Fifa-Exekutivkomitee verwendet worden seien. Netzer hat bestritten, eine solche Aussage gemacht zu haben.

Laut Netzers Anwalt Höcker soll eine Unterlassungsklage folgen, falls Zwanziger bei seiner Behauptung gegen Netzer bleibe. "Entweder er verpflichtet sich, die Verleumdungen künftig zu unterlassen oder er muss sich vor Gericht verantworten. Die Wahl liegt bei ihm", so Höcker.

Zugleich führte der Jurist an, dass Netzers Frau bei dem Treffen im Herbst 2012 mit am Tisch gesessen habe und den Inhalt der Unterredung auch bezeugen könne. "Sie kann bezeugen, dass Zwanziger lügt", sagte der Jurist der "Süddeutschen Zeitung".

.

bka/dpa/sid

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 182 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ackergold 28.10.2015
1.
Netzers Frau muss gar nicht vor Gericht bezeugen, dass Zwanziger lügt, sondern Zwanziger muss im Fall einer Unterlassungsklage hieb- und stichfest beweisen, dass Netzer gelogen hat. Das wird ihm mit oder ohne Frau Netzer nicht gelingen, wenn er nicht gerade zufällig eine zeitlich und räumlich exakt zuzuordnende Film- und Tonaufnahme des Gesprächs gemacht hat. Eigentlich kann Zwanziger eine solche Klage nur verlieren. Es wird also spannend.
hman2 28.10.2015
2.
"Zugleich führte der Jurist an, dass Netzers Frau bei dem Treffen im Herbst 2012 mit am Tisch gesessen habe und den Inhalt der Unterredung auch bezeugen könne. "Sie kann bezeugen, dass Zwanziger lügt", sagte der Jurist der "Süddeutschen Zeitung". Soso. Ein Jurist. Und der Herr Jurist weiß nicht, dass die Aussage einer Ehefrau vieles ist, aber kein Beweis, der vor Gericht Bestand hätte?
xvxxx 28.10.2015
3. Fände ich gut
wenn aus diesem Konglomerat von Behauptungen und Gegenbehauptungen, von Erinnerungslücken und Sensationslust, eine gerichtlich nachgeprüfte Tatsache würde, wie herum auch immer. Das geht wohl nur so, denn alles andere ist ja wohl verjährt.
hman2 28.10.2015
4.
Zitat von ackergoldNetzers Frau muss gar nicht vor Gericht bezeugen, dass Zwanziger lügt, sondern Zwanziger muss im Fall einer Unterlassungsklage hieb- und stichfest beweisen, dass Netzer gelogen hat. Das wird ihm mit oder ohne Frau Netzer nicht gelingen, wenn er nicht gerade zufällig eine zeitlich und räumlich exakt zuzuordnende Film- und Tonaufnahme des Gesprächs gemacht hat. Eigentlich kann Zwanziger eine solche Klage nur verlieren. Es wird also spannend.
Nein, wie kommen Sie denn darauf? Zwanziger hat eine Aussage getroffen. Nur falls das die Unwahrheit ist, hat Netzer einen Anspruch darauf, dass Zwanziger das unterlässt... Die Frage ist doch, ob Zwanziger es wagt, es zum Prozess kommen zu lassen. Ganz offensichtlich ist das nur eine Drohkulisse.
rkinfo 28.10.2015
5. Unterlassungsklage Ehepaar Netzer sicherlich erfolgreich
Es gibt keinen Grund dass Theo Zwanziger dem Ehepaar Netzer weiterhin schaden darf da ihm die Beweise fehlen für seine Behauptung. Da wird Rufschädigung betrieben die sich erst in einem Prozess oder 'mangels Beweise' nach Jahren auflöst. Es reicht völlig aus wenn sich Herr Zwanziger einmal vor Gericht dazu äußern kann. Dann kann es aber auch um 'falsche uneidliche Aussage' gehen was für Herrn Zwanziger schlimmer Folgen habe würde. Die FIFA war über Jahrzehnte korrupt was ja längst bekannt war. Die WM's gehen gemäß alter Tradition immer zu wechselnden Kontinenten was 2000 mit den Kandidaten Deutschland, Südafrika und Brasilien eh schon eine Roadmap für 3 WM's ahnen lies. Es ging also bei der Abstimmung eher um die Reihenfolge als k.o. für Konkurrenten was Bestechung unwahrscheinlich macht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.