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Sommermärchen-Affäre: Wichtige Dokumente aus DFB-Archiv verschwunden

Niersbach (l.), Beckenbauer 2004: Damals DFB-Pressesprecher und WM-OK-Chef Zur Großansicht
DPA

Niersbach (l.), Beckenbauer 2004: Damals DFB-Pressesprecher und WM-OK-Chef

Hat der Deutsche Fußball-Bund versucht, Spuren im Skandal um die WM-Vergabe 2006 zu vertuschen? Darauf deuten nach SPIEGEL-Informationen Aussagen der Archivleiterin beim DFB hin.

In der Sommermärchen-Affäre um mögliche Bestechungszahlungen für die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland sind offenbar Dokumente verschwunden. Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.

Wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, ergibt sich das aus Vernehmungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt, die seit Monaten der Frage nachgeht, wo die 6,7 Millionen Euro gelandet sind, die die deutschen WM-Planer vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhalten hatten.

Die Fahnder interessieren sich auch für die Frage, ob DFB-intern Fakten vertuscht werden sollten, bevor der SPIEGEL im Oktober vergangenen Jahres die Affäre öffentlich machte.

Darauf deutet nun auch die Aussage der Leiterin des DFB-Archivs gegenüber den Ermittlern hin. Sie hatte erklärt, dass die Sekretärin des damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach am 22. Juni 2015 im Archiv gewesen sei und eine Akte mit dem Titel "WM 2006" mitgenommen habe. Wo der Ordner verblieben ist, weiß derzeit niemand zu sagen.

Für die Rolle von Niersbachs Sekretärin interessieren sich die Strafverfolger insbesondere deshalb, weil die Frau in ihrer eigenen Vernehmung zunächst behauptet hatte, erst im Oktober 2015 aus der Presse von den schon seit Mai laufenden internen Ermittlungen des DFB in der Sache gehört zu haben.

Mit der Aussage der DFB-Archiv-Leiterin konfrontiert, sie habe die WM-2006-Akte schon im Juni aus dem Archiv geholt, sagte die Dame, sie könne sich an den Vorgang nicht erinnern. Ebenso fehle ihr die Erinnerung, ob der Auftrag dazu von Niersbach gekommen sei. Auf SPIEGEL-Anfrage wollte sich die Betroffene nicht zu dem Thema äußern.

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

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