WM 2010 Uruguay trotzt Frankreich torloses Remis ab

"Es war ein schönes 0:0, aber ein schlechtes 1:0 wäre mir lieber gewesen", sagte der Trainer der französischen Nationalelf nach dem enttäuschenden WM-Spiel gegen Uruguay. Raymond Domenech hat Recht: Seine Mannschaft war zwar besser - aber nicht gut genug.

AFP

Hamburg - Zwei ehemalige Weltmeister standen sich gegenüber - doch weltmeisterlichen Esprit hatte die Partie zwischen Frankreich und Uruguay nur selten. Nach dem 1:1 im Eröffnungsspiel endete auch die zweite Partie der Gruppe A mit einem Remis. Das 0:0 dürfte Uruguay allerdings weitaus besser gefallen haben als den Franzosen.

"Es ist natürlich frustrierend, wenn du ständig Druck machst und der Ball geht nicht rein. Wenn man sich das Niveau in diesem Match ansieht, war es enttäuschend. Es war ein schönes 0:0, aber ein schlechtes 1:0 wäre mir lieber gewesen", sagte der französische Trainer Raymond Domenech.

Dabei bestimmte Frankreich zunächst die Partie und zeigte deutlich mehr Offensivdrang. Fast zwangsläufig resultierte daraus die erste gute Chance der Partie. Bayern-Profi Franck Ribéry setzte sich auf dem Flügel durch und passte in die Mitte. Sidney Govou verwertete den Ball aus kurzer Distanz aber nicht (8.).

Uruguay stand sehr tief. Wenn die Südamerikaner in Ballbesitz kamen, dauerte es zu lange, bis die Mittelfeldspieler und Verteidiger nachrückten. Gefährlich war vor allem Stürmer Diego Forlán. In der 16. Minute scheiterte er an Frankreichs Torwart Hugo Lloris. Es war Uruguays einzige nennenswerte Chance in der ersten Hälfte. "Wir hatten Probleme, im Spielaufbau den Ball zu halten", sagte Forlán, der dennoch von einem "gerechten Ergebnis" sprach.

Frankreich konterte nach seinem Schuss mit einem Freistoß von Yoann Gourcuff. Den raffiniert geschlagenen Ball boxte Uruguays Schlussmann Fernando Muslera jedoch aus der Gefahrenzone (18.). Aus dem Spiel heraus brachten beide Manschaften in der ersten halben Stunde dann nur noch wenig zu Stande. Die Partie verlor immer mehr an Tempo. Frankreich kam durch Nicolas Anelka zumindest noch zweimal in Tornähe (28./43.).

Nach dem Seitenwechsel sahen die 40.000 Zuschauer im Green-Point-Stadion von Kapstadt keine bessere Partie. Uruguay verteidigte, Frankreich spielte bemüht, aber ungenau, harmlos.

Tristesse nach dem Seitenwechsel

In der zweiten Halbzeit fiel beiden Mannschaften erschreckend wenig ein, um für Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen. Wie schon vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft blieben die Franzosen den Nachweis ihrer Klasse schuldig. Auch Ribéry blieb über weite Strecken blass.

Das einzige Mittel blieben Fernschüsse, die ihr Ziel jedoch meist verfehlten. Dies galt auch für den Schuss aus 15 Metern in aussichtsreicher Position von Forlán (72.). Nach dem Platzverweis für Nicolas Lodeira (81.) verteidigten die Uruguayer nur noch das Ergebnis, Frankreich drängte auf den Führungstreffer, spielte aber zu einfallslos. Der erst in der 72. Minute für Anelka eingewechselte Thierry Henry hatte mit einem Kopfball kurz vor Spielende noch die beste Gelegenheit.

Am Ende dürften beide Teams ein Déjà-vu gehabt haben. Bereits 2002 bei der WM in Japan und Südkorea hatten sie sich in der Vorrunde 0:0 getrennt. Frankreich könnte angesichts des Ergebnisses aus der vergangenen WM-Endrunde immerhin Hoffnung schöpfen. Auch vor vier Jahren in Deutschland hieß das erste Ergebnis gegen die Schweiz 0:0. Damals endete die WM erst mit der Finalniederlage im Elfmeterschießen gegen Italien. So zeigte sich Frankreichs Kapitän Patrice Evra keinesfalls niedergeschlagen: "Da war Raum für mehr. Wir hätten gewinnen müssen. Ich bin weiter zuversichtlich. Heute hat nur das Tor gefehlt."

An das letzte große Turnier - die EM 2008 - werden Evra und die Franzosen dagegen nur ungern zurückdenken. Damals war nach einem 0:0 zum Auftakt gegen Rumänien bereits in der Vorrunde Schluss.

Die Chance auf das erste Tor bietet sich Frankreich am Donnerstag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Spiel gegen Mexiko. Dann stehen die Franzosen schon stark unter Druck. Uruguay muss bereits am Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Gastgeber Südafrika antreten.

Uruguay - Frankreich 0:0
Uruguay: Muslera - Victorino, Lugano, Godin - Maximiliano Pereira, Perez (88. Eguren), Arevalo Rios, Gonzalez (63. Lodeiro), Alvaro Pereira - Forlan, Suarez (74. Abreu)
Frankreich: Lloris - Sagna, Gallas, Abidal, Evra - Gourcuff (75. Malouda), Toulalan, Diaby - Govou (85. Gignac), Ribery - Anelka (72. Henry)
Schiedsrichter: Nishimura (Japan)
Zuschauer: 64.100
Gelbe Karten: Victorino, Lugano - Evra, Ribéry, Toulalan
Gelb-Rote Karte: Lodeiro (Uruguay, 81.) wegen wiederholten Foulspiels

ulz/sid/dpa



Forum - WM-Gruppe A: Wer kommt weiter?
insgesamt 449 Beiträge
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Seite 1
CaptainSubtext 01.06.2010
1. Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich!
Zitat von sysopGastgeber Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich - welche Mannschaften machen in Gruppe A das Rennen?
Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich!
Brieli 01.06.2010
2.
Zitat von sysopGastgeber Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich - welche Mannschaften machen in Gruppe A das Rennen?
Uruguay und Mexiko. Oder doch Frankreich und SA? Ich finde, dass diese Gruppe extrem unberechenbar ist.
Umberto, 01.06.2010
3.
Zitat von sysopGastgeber Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich - welche Mannschaften machen in Gruppe A das Rennen?
Ich hoffe darauf, dass die Franzosen es nicht schaffen weiter zu kommen. Mexiko (1), Südafrika (2), Uruguay (3), Frankreich (4), wäre nicht schlecht.
klumpenhund 01.06.2010
4.
Zitat von sysopGastgeber Südafrika Außenseiter Uruguay, Mexiko oder Frankreich - welche Mannschaften machen in Gruppe A das Rennen?
1.) Frankreich, mit solchen Einzelspielern gewinnt man so eine Gruppe, egal wer an der Linie steht. 2.) Uruguay, denn die meisten Spieler kicken in Europa 3.) Mexiko schätze ein klein wenig schwächer ein als Uruguay 4.) Südafrika, das wird leider nichts. Das Team ist einfach nicht konkurrenzfähig und vom Heimvorteil alleine kann man nicht zehren
Umberto, 01.06.2010
5.
Zitat von klumpenhund1.) Frankreich, mit solchen Einzelspielern gewinnt man so eine Gruppe, egal wer an der Linie steht. 2.) Uruguay, denn die meisten Spieler kicken in Europa 3.) Mexiko schätze ein klein wenig schwächer ein als Uruguay 4.) Südafrika, das wird leider nichts. Das Team ist einfach nicht konkurrenzfähig und vom Heimvorteil alleine kann man nicht zehren
Mit solchen Einzelspielern qualifiziert man sich noch nicht einmal ohne Handspiel und blinden Schiedsrichter für die Weltmeisterschaft.
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