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Achtelfinal-Drama gegen Algerien: 2:1 - Deutschland zittert sich ins Viertelfinale

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Deutschland vs. Algerien: Die besten Bilder des Achtelfinals Fotos
Getty Images

Was für ein Krampf, was für ein Kampf gegen starke Algerier! Deutschland zieht durch ein 2:1 ins WM-Viertelfinale ein. Nach einer schwachen Leistung erlösen Schürrle und Özil das Löw-Team erst in der Verlängerung. Jetzt geht's gegen Frankreich.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Es sah wie ein Traumtor aus. Mit der Hacke schoss André Schürrle Deutschland im Achtelfinale gegen Algerien in Führung. Allerdings war auch reichlich Glück dabei. Passend zum deutschen Spiel, das für das Team von Bundestrainer Joachim Löw lange wie ein Albtraum war. Die Deutschen zeigten ihre bislang schlechteste Turnierleistung, gewannen aber dennoch 2:1 (1:0, 0:0, 0:0) nach Verlängerung. Mesut Özil gelang in der 120. Minute der zweite Treffer, in der Nachspielzeit traf noch Algeriens Abdelmoumene Djabou. Im WM-Viertelfinale muss Deutschland am Freitag gegen Frankreich antreten (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

"Völlig egal wie, Hauptsache, wir sind im Viertelfinale", sagte Innenverteidiger Per Mertesacker, der sehr angefressen wirkte. Löw sagte: "Ein Sieg des Willens und der Willenskraft. In der ersten Halbzeit waren wir schlecht. Es wurde in der zweiten besser, und wir hätten das Spiel da schon entscheiden müssen."

In Porto Alegre war zunächst nichts von der deutschen Souveränität aus der Gruppenphase zu sehen. Die Mannschaft hatte große Probleme mit den Algeriern; die Abwehr wirkte teilweise überfordert. So kamen die Nordafrikaner in der Anfangsphase gleich zu einigen Möglichkeiten. Torwart Manuel Neuer musste in der neunten Minute weit außerhalb des Strafraums in ein Laufduell mit Islam Slimani und grätschte den Ball zur Ecke - die beste Aktion eines DFB-Defensiven in der ersten halben Stunde.

Wenig später drang Sofiane Feghouli in den deutschen Strafraum ein, doch anstatt zurückzulegen, versuchte es Algeriens Star selbst - drüber (15.). Zwei Minuten später köpfte Slimani den Ball ins Tor, er hatte allerdings im Abseits gestanden. Kurz darauf hatte Deutschland wieder Glück: Faouzi Ghoulams Schuss rauschte vorbei.

Löw sehnt die Pause herbei

Bei Deutschland gab es hingegen riesige Abstände im Spielaufbau, meist waren nur zwei Spieler in Ballnähe. Umgekehrt waren auch die Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld bei algerischen Angriffen groß. Allerdings entzog sich der Außenseiter stark dem deutschen Pressing: Einige kurze Pässe, dann ein langer Ball nach vorne, vorzugsweise auf die Außen - und das deutsche Team war bloßgestellt.

Erst Ende der ersten Hälfte wurde die DFB-Auswahl gefährlicher, was vor allem an Mesut Özil lag. Beim ersten gelungenen Angriff wurde ein Schuss von Mario Götze nach Özil-Vorarbeit abgeblockt (31.). Zehn Minuten später war es erneut Götze, der die Führung verpasste: Toni Kroos hatte aus 25 Metern abgezogen, Algeriens Rais M'Bolhi nur nach vorne abgewehrt, aber Götze brachte den Nachschuss direkt auf den Keeper.

Löw sehnte derweil die Pause herbei, immer wieder schaute er auf die Uhr. Tatsächlich sah das deutsche Spiel nach dem Seitenwechsel etwas besser aus, wirklich überzeugend wurde es dennoch nicht. Die erste gute Chance hatte Shkodran Mustafi, der im Anschluss an eine Ecke direkt auf M'Bolhi köpfte (49.). In der 55. Minute versuchte es Philipp Lahm, doch Algeriens Schlussmann klärte noch mit den Fingerspitzen zur Ecke.

In der Folge wirkte Deutschland nur zunächst sicherer. Doch in der 70. Minute war Bundestrainer Löw zu einem weiteren Wechsel gezwungen: Mustafi verletzte sich ohne Fremdeinwirkung am linken Oberschenkel, für ihn kam Sami Khedira, Lahm wechselte dafür auf die rechte Abwehrseite.

Spannung bis zur letzten Minute

Der Wechsel führte kurzzeitig zu einem Bruch im deutschen Spiel, die nächste große Chance hatte Algerien, Neuer hielt jedoch gegen Slimani (75.). Vier Minuten später köpfte Bastian Schweinsteiger auf der anderen Seite nach Müller-Flanke knapp vorbei. Thomas Müller kam kurz darauf selbst zum Abschluss, köpfte jedoch zentral auf M'Bolhi, André Schürrles Nachschuss wurde abgeblockt. Die nächste Riesenchance ließ nur Sekunden auf sich warten: Khedira mit einem langen Ball auf Müller, der einen Verteidiger aussteigen ließ, aber mit dem Außenrist am Tor vorbeischoss (82.).

Spielerisch ließ die Partie zu wünschen übrig, aber es blieb spannend. Zum Beispiel in der 90. Minute: Erst klärte Neuer 35 Meter vor seinem Tor im Stile eines Liberos vor Feghouli, im Gegenzug hätte Schweinsteiger mit einem Kopfball das Spiel entscheiden können, brachte aber nur eine bessere Rückgabe zustande.

Es ging in die Verlängerung. Und die begann mit dem Führungstreffer für Deutschland. Müller passte den Ball flach von links auf Schürrle, der mit der Hacke das 1:0 erzielte. "Bei meinem Treffer war ein bisschen Glück dabei", gab Schürrle zu. Müllers Pass war leicht abgefälscht worden.

Deutschland zitterte dennoch, nicht zuletzt wegen einiger ungenutzter Chancen und trotz Özils 2:0. In der Nachspielzeit gelang Abdelmoumene Djabou sogar noch der Anschlusstreffer.

Deutschland - Algerien 2:1 (1:0, 0:0, 0:0) n.V.
1:0 Schürrle (92.)
2:0 Özil (120.)
2:1 Djabou (120.+1)
Deutschland: Neuer - Mustafi (70. Khedira), Mertesacker, Boateng, Höwedes - Lahm, Schweinsteiger (109. Kramer) - Özil, Kroos, Götze (46. Schürrle) - Müller
Algerien: M'Bolhi - Mandi, Mostefa, Belkalem, Halliche (97. Bougherra), Ghoulam - Lacen - Taïder (78. Brahimi), Feghouli, Soudani (100. Djabou) - Slimani
Schiedsrichter: Sandro Ricci (Brasilien)
Zuschauer (in Porto Alegre): 42.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lahm - Halliche
Ballbesitz (in Prozent): 67 / 33
Schüsse: 28 / 10
Zweikämpfe (in Prozent): 56 / 44

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insgesamt 15 Beiträge
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1. In Südtirol nur Schafskopf gespielt...??
schwaebischehausfrau 01.07.2014
Wie vorausgesehen, wurden alle, sich bereits in den Spielen zuvor klar abzeichnenden Schwachstellen gnadenlos aufgedeckt - nur noch viel schlimmer als befürchtet. 1. Es sah 90 Minuten so aus, als hätte die DFB-Elf noch nie zusammengespielt - noch nie so viele grausame Fehlpässe gesehen. Haben die in Südtirol die ganze Zeit nur Schafskopf gespielt? 2. Leider haben sich die 80 Millionen Amateur-Bundestrainer doch nicht geirrt (sondern nur der eine, der für diesen Job bezahlt wird): Innenverteidiger als Aussenverteidiger geht nicht. Geht nicht Geht nicht!!! Hinten brutal überfordert und überlaufen worden und nach vorne null Impulse (sorry, die Jungs können ja nichts dafür, sind ja Innenverteidiger). 3. Grausam anzusehen, was Löw aus einer Truppe von 11 guten Kickern macht, indem er sie fast alle auf Positionen spielen lässt, auf denen sie am wenigsten effektiv sind: Leider nicht nur die beiden Aussenverteidiger. Lahm als Sechser?? Özil nicht zentral, sondern rechts. Müller ist noch besser, wenn er von hinten kommen kann, Götze ein Totalausfall auf dieser Position. Das Schöne daran: Schlechter kann's gar nicht mehr werden!!!
2. Boateng, Özil, Khedira
spon-facebook-10000372202 01.07.2014
Komisch, dass ausgerechnet diese 3 Spieler immer in harter Kritik geraten....wobei sie haben gestern sehr gutes Spiel geliefert. Khedira est un bon casseur, Özil ist ein guter Torvorleger, Boateng ist eine Mauer....er hatte gestern zahlreiche Bällle im Strafraum gecutet... was sollen noch diese Jungs machen?
3. Das ist Manuels Spiel?
cerceau 01.07.2014
"Das ist Manuels Spiel" sagt da Jogy Löw und ich kann es mal wieder nicht fassen! Da muss der Junge 5-10 mal Kopf und Kragen riskieren, weil die Innenverteidigung beim stand von 0:0 bis zur Mittellinie aufrückt. Das wird dann im Viertelfinale Balotelli 2.0 Ein langer Ball und schon rappelt es im Kasten. Mertesacker und Boateng wurden überfordert, da die merkwürdigen deutschen Aussenverteidiger bis fast an den gegnerichen 16 Meterraum aufgerückt waren. Eine hervorragende einladung zum kontern. Schweinsteiger musste sich totschuften, um diese ganzen Löcher zu stopfen. Taktisch wurden Löw und Co. ausgeguckt und über den Tisch gezogen. Löw hat keinen Plan B während eines Spieles. immer weiter mit dem Kopf durch die Wand. Erst als Lahm da spielte, wo er hingehört und Khedira ins Zen trum rückte wurde es etwas besser .und sicherer. Die Mannschaft hat ein enormes Kämpferherz bewiesen, alles gegeben, und litt über 90 Minuten an den taktischen Anweisungen des Trainerteams. Das hat die Mannschaft nicht verdient.
4. nicht vergessen: Algerien hat in der vorrunde 7 Tore geschossen
kloppskalli 01.07.2014
Gegen Geheimfavorit Belgien nur gaaanz knapp unterlegen und 4 Tore gegen Sued Korea und 4 Tore gegen Russland muss man auch erstmal machen - das war keine Laufkundschaft ... trotzdem hatte ich beinahe koerperliche Schmerzen beim Zuschauen gestern - souveraen ist anders. Jogi, quo vadis?
5. Löw nach der WM auswechseln
birka12 01.07.2014
Viele Spieler in der Truppe sind nicht in Form. Viele haben lange Verletzungen hinter sich. Einige der Besten fehlen. Daran kann der Trainer wenig machen. Was der Trainer allerdings kann, er kann seine Mannschaft mit der richtigen Aufstellung auf den Platz schicken, das ist Herrn Löw in keiner Weise gelungen.
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2010 Südafrika Spanien
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2002 Japan und Südkorea Brasilien
1998 Frankreich Frankreich
1994 USA Brasilien
1990 Italien Deutschland
1986 Mexiko Argentinien
1982 Spanien Italien
1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
1970 Mexiko Brasilien
1966 England England
1962 Chile Brasilien
1958 Schweden Brasilien
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1950 Brasilien Uruguay
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