WM-Quartier des DFB Basislager nach Maß

Die Wahl des DFB für ein WM-Quartier, das erst noch errichtet wird, hat große Aufregung verursacht. Manager Oliver Bierhoff widerspricht dem Eindruck, hier werde allein für den DFB gebaut. Aber klar ist: Hier entsteht ein Quartier nach Wunsch.

Nationalmannschafts-Manager Bierhoff: "Wir werden uns wohlfühlen"
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Nationalmannschafts-Manager Bierhoff: "Wir werden uns wohlfühlen"

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Am Quartier kann es jedenfalls nicht scheitern. Wenn der DFB im kommenden Sommer das Projekt Titelgewinn angeht, dann tut er dies von einem Basislager aus, bei dem alles so sein dürfte, wie es dem Bundestrainer und seinem Team gefällt. Als einziger der 32 WM-Teilnehmer bekommt Deutschland ein Quartier nach Maß erstellt.

"Ich bin sicher, dass wir uns sehr wohlfühlen werden. Die Anlage bietet alle Möglichkeiten, die wir uns während der WM wünschen", hat Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff bei der offiziellen Vorstellung des Quartiers am Freitag gesagt. Persönlich davon überzeugen konnte er sich allerdings noch nicht - die Anlage befindet sich noch im Bau. Bis zum Frühjahr sollen die Unterkünfte jedoch stehen. Dass der Komplex derzeit nur Baustelle ist, mache ihn "überhaupt nicht nervös", so Bierhoff. Er habe "die Zusage, dass alles bis März fertig ist".

Die Münchner Hirmer-Gruppe errichtet in dem Dorf Santo Andre nahe der Stadt Porto Seguro auf 15.000 Quadratmeter 14 zweigeschossige Wohnhäuser, dazu ein Trainingsgelände. Auch ein Pressezentrum soll in der Nähe errichtet werden. Das ganze Millionenprojekt nennt sich, so Unternehmenschef Christian Hirmer, "Campo Bahia". Und sowohl er als auch Bierhoff beeilten sich zu betonen, dass das Projekt auch nach der WM, wenn die Nationalspieler längst wieder in Europa sind, seine Bedeutung als Ferienresort behalten werde. Und dass nicht der DFB als Bauherr auftrete, sondern Hirmer.

Kontakte zum DFB gibt es schon seit Monaten

"Wir fördern so den infrastrukturellen Ausbau der Region", sagte der Unternehmer am Freitag bei der Vorstellung der Pläne. Auch Bierhoff legte Wert darauf, dass die Anlage "nicht komplett nach unseren Wünschen gebaut wird".

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Tatsächlich hat Hirmer das Projekt schon seit längerem geplant, Kontakte zum DFB gibt es über das in Brasilien sehr aktive Unternehmernetzwerk Lide bereits seit Mai. Seitdem hat der DFB das Projekt im Auge und konnte somit auch mitreden, was die Ausgestaltung der Anlage angeht.

Man freue sich "außerordentlich, den DFB und sein Team mit einem optimalen Camp zu unterstützen", betont Hirmer. Ab dem 8. Juni wird die Nationalmannschaft im Campo Bahia wohnen, man könne dort "ebenso trainieren wie regenerieren und konzentrieren", sagt Bierhoff. Besonderes Lob hatte er dafür übrig, dass sich die Wohngebäude um einen zentralen Komplex gruppieren, ein Bau, "der den Teamgeist fördert".

Das Projekt als solches jedoch sei "ohnehin errichtet worden", wie Hirmer und Bierhoff gemeinsam und nachdrücklich betonten. Beide bemühten sich damit, die Aufregung zu dämpfen, die am Freitag vor allem in den sozialen Netzwerken herrschte. Die Entscheidung, kein fertiges Quartier zu nutzen, sondern eines zu beziehen, das erst und auch nach den Vorstellungen des DFB errichtet wird, hatte bei Facebook und Twitter Empörung ausgelöst. Der Unmut entlud sich vor allem auf der Facebook-Seite des DFB.

"In einem so gastfreundlichen Land ein eigenes Quartier zu bauen, finde ich mehr als beleidigend", fasste eine Userin die Stimmung zusammen. "Dekadenz a la Sotschi", schrieb ein anderer. Und: "Sind euch die Hotels in Brasilien nicht gut genug?" Mehrere Schreiber kündigten ihren Austritt aus dem Fanclub Nationalmannschaft an. Und immer wieder fiel der Hinweis auf die Proteste in Brasilien im vergangenen Sommer während des Confederation Cups, wo die Menschen auf die Straße gegangen sind, um gegen Geldverschwendung zugunsten der WM zu demonstrieren.

Argumente, die Bierhoff und Hirmer jedoch für die Quartierfrage nicht gelten lassen wollten. Hirmer wies darauf hin, die Konzern-Gruppe engagiere sich schließlich seit längerem bereits bei dem Ausbau des örtlichen Waisenhauses.



insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
Erich91 13.12.2013
1. Naja wenn wir dann schon nicht Weltmeister beim Fussball werden
Zitat von sysopDPADie Wahl des DFB für ein WM-Quartier, das erst noch errichtet wird, hat große Aufregung verursacht. Manager Oliver Bierhoff widerspricht dem Eindruck, hier werde allein für den DFB gebaut. Aber klar ist: Hier entsteht ein Quartier nach Wunsch. http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2014-dfb-bestaetigt-wahl-von-quartier-bei-porto-seguro-a-938914.html
sind wir wenigstens Meister bei der Quartierbeschaffung. Ist doch auch was , oder doch nicht ?
MHB, 13.12.2013
2. Was eine Verschwendung
Da sieht man wie krank das System ist. Und das alles für 3 Spiele? Wird Zeit diesen ganzen Scheiß da mit Löw, Bierhoff und Co. abzuservieren. Schade um das verschenkte Spielerpotential zur Zeit, mit einem richtigen Trainer ... naja lassen wir das.
hinz_&_kunz 13.12.2013
3. Was wurde über Gaddafi gelacht & gespottet
der sein eigenes Zelt bei Staatsbesuchen mitschleppte. Deutschland kann es besser - von der Maas bis nach Bahia. Und ich vermute mal, dass sie ihre eigenen Köche dabeihaben und Verpflegung täglich eingeflogen wird (Flughafennähe!) - den Fraß in Brasilien bringst du ja nicht hinunter.
ralf.e.meier 13.12.2013
4. B asislager nach Mass
Wie müssen sich die Hartz-4-Empfänger fühlen,die sich eine Eintrittskarte vom Munde absparen müssen,fühlen,wenn sich 24 Halbgötter plus Funtionäre eine massgeschneiderte Untwerkunft bauen.Bierhoff und Co haben alle Grenzen des Zumutbaren überschritten.
peture 13.12.2013
5. Völkerverstäningung
Hurra da hat ja der DFB wieder seinen Beitrag zu der Völkerverständigung geliefert. ERstaunlich das nicht ein eigenes Stadions für die Zuckerbubies errichtet werden muss, oder ist die Anlage nur für die Funktionäre? Wider haben deutsche Turisten einen Beitrag für die Beliebteit der Bundesbürger im Ausland gelieset!
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