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Deutschlands Viertelfinal-Gegner: Furchtlose Franzosen

Aus Brasília berichtet

DPA

Nigeria war zu schwach, um die Leistungsstärke der Franzosen einschätzen zu können. Doch wer sah, mit welcher Entschlossenheit die Deschamps-Mannschaft im letzten Drittel der Partie auftrat, muss gewarnt sein.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Es gibt eine Frage, die ist in den vergangenen Tagen jedem Trainer gestellt worden, dessen Team eine Runde weitergekommen ist. Bisher haben sich alle geweigert, das geforderte Zwischenfazit zu ziehen. Das Turnier sei noch zu jung, um abschließende Bewertungen vorzunehmen, hieß es dann meist.

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps war der erste Vertreter seiner Zunft, der bereitwillig zurückblickte. Eigentlich überraschend, schließlich hatte sein Team trotz des 2:0-Sieges gegen Nigeria nicht den Eindruck der Vorrunde untermauern können. Stattdessen wurde deutlich, dass Frankreich kein Team hat, das jeden Gegner in Grund und Boden spielen kann.

Aber die "Bleus" verfügen über eine solide Mannschaft, die gefestigt auftritt, defensiv wenig zulässt und jetzt schon weiter gekommen ist, als ihr das von den meisten Beobachtern zugetraut worden war. "Was man jetzt schon sagen kann, ist, dass wir nicht enttäuscht haben", sagte Deschamps: "Das ist nicht selbstverständlich, wenn man sich erinnert, wo wir noch vor Kurzem standen."

"Wir haben vor niemandem Angst"

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Frankreich vs. Nigeria: Gewonnen, aber enttäuscht
Ob Deschamps deshalb so gerne zurückblickte, weil dann die nähere Zukunft nicht so stark thematisiert wird? Jedenfalls wollte er sich nicht über den nächsten Gegner äußern. Das tat dafür Mittelfeldmann Paul Pogba, der gefragt worden war, ob er Angst vor einem Viertelfinale gegen Deutschland habe: "Wir sind die französische Nationalmannschaft, da brauchen wir vor niemandem Angst zu haben."

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Achtelfinale gegen Nigeria: Frankreich, wie es jubelt und tanzt
Allerdings war zumindest Deschamps weit davon entfernt, den glanzlosen Sieg nach den beiden späten Toren von Pogba (79. Minute) und Joseph Yobo (90., Eigentor) zu verklären. Er wusste schließlich genau, dass dazu der Gegner zu harmlos und man im ersten Durchgang alles andere als überzeugend aufgetreten war. Dass die biederen Afrikaner kein Maßstab waren, wusste auch der Coach, er drückte es nur diplomatischer aus: "Wir sind gegen sie nicht in enorme Schwierigkeiten geraten, aber wir mussten 60 Minuten lang hart dafür arbeiten, dass bei ihnen die Kräfte schwinden."

So war es. Während Nigeria im ersten Durchgang durchaus gute Szenen hatte, dabei den Franzosen aber widerstandslos das Mittelfeld überließ, baute das afrikanische Team im zweiten Durchgang gnadenlos ab.

Nigeria wittert Verschwörung

Etwa ab der 70. Minute - zu diesem Zeitpunkt stand es noch 0:0 - ahnte wohl jeder der 68.000 Zuschauer, dass dieses Spiel von Frankreich gewonnen werden würde. Und so kam es dann auch, ohne dass die Mannschaft von Trainer Stephen Keshi dem allzu viel hätte entgegensetzen können.

Keshi selbst zog es dann auch vor, nach dem Schlusspfiff Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen. Zwei Tätlichkeiten gegen seine Spieler hatte er ausgemacht, die außer ihm keiner gesehen hatte. Und ein zu Unrecht aberkanntes Tor, über das sich auch die etwa zwei Dutzend nigerianischen Journalisten gebührend aufregten. Nur, dass die Fernsehbilder dem Schiedsrichter Recht gaben: Emmanuel Emenike stand nach der Flanke von Ahmed Musa tatsächlich minimal im Abseits (19.). Traurig, aber wahr: Nigeria war als deutlich schwächeres Team zu Recht ausgeschieden.

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Frankreich in der Einzelkritik: Joker Griezmann bringt die Wende
Was bleibt, ist die Frage nach der tatsächlichen Stärke des französischen Teams: Viel zu viele Fehlpässe hatte sich die Deschamps-Elf im ersten Durchgang geleistet, viel zu viele Spieler - allen voran Karim Benzema, der im ersten Durchgang nur locker vor sich hintrabte - waren abgetaucht. Andererseits stand die Defensive die ganze Partie über sicher. Und im Mittelfeld war sowieso kein Zweifel an der Dominanz der Franzosen, die in Blaise Matuidi, Pogba und Mathieu Valbuena ihre besten Individualisten hatte.

Und hatte nicht auch die niederländische Nationalmannschaft am Vortag lange wenig gezeigt, um dann gegen Ende aufzudrehen?

Bondscoach Louis van Gaal war jedenfalls für seine Taktik gefeiert worden. Wer vernünftig mit seinen Kräften haushaltet, kann eben auch die letzte Viertelstunde einer Partie dazu nutzen, ein Spiel für sich zu entscheiden. Genau das hat die Deschamps-Elf getan.

Frankreich - Nigeria 2:0 (0:0)
1:0 Pogba (79.)
2:0 Yobo (90.+2, Eigentor)
Frankreich: Lloris - Debuchy, Varane, Koscielny, Evra - Pogba, Cabaye, Matuidi - Valbuena (90.+4 Sissoko), Giroud (62. Griezmann), Benzema
Nigeria: Enyeama - Ambrose, Yobo, Oshaniwa, Omeruo - Onazi (59. Gabriel), Mikel - Odemwingie, Moses (89. Nwofor), Musa - Emenike Schiedsrichter: Mark Geiger (USA)
Zuschauer (in Brasília): 67.882
Gelbe Karte: Matuidi -

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Selbstbewusstsein
goethestrasse 01.07.2014
..haben die Franzosen. Die deutschen Natonalspieler kaum.
2. gekauft?
skaiser5 01.07.2014
Zitat von sysopDPANigeria war zu schwach, um die Leistungsstärke der Franzosen einschätzen zu können. Doch wer sah, wie mit welcher Entschlossenheit die Deschamps-Mannschaft im letzten Drittel der Partie auftrat, muss gewarnt sein. http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2014-frankreich-besiegt-nigeria-und-steht-im-viertelfinale-a-978429.html
Wer im Spiel Nigeria-Frankreich die Zeit zwischen dem 1:0 und dem 2:0 gesehen hat, und danach noch die Interviews der nigerianischen Spieler und des Trainers, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eventuell für die Bestätigung einer Ergebnisvorhersage das 2:0 her musste! Dass es dann sogar ein Eigentor wurde, spielt bei dieser Beobachtung noch gar keine Rolle....
3. optional
weiterschlafen 01.07.2014
Deutschland hatte bis jetzt keinen Starken Gegner gehabt.Wenn Deutschland genau so schwach spielt wie bis jetzt dann gutenacht.Und ich werde mich dann genau so sehr freuen wie sich manche gefreut haben als Griechenland rausgeflogen ist :-) Spass bei seite,ich bin der Meinung dass die D.Manschaft zwar technisch und taktisch sehr gut aufgestellt sind aber ihnen fehlt etwas,etwas dass z.B die Algeria hatten und das nennt sich Kampfgeist zu gewinnen und Eigenintiative. Manchmal habe ich das Gefühl, wenn Deutschland spielt,dass sie wie gut programmierte Roboter spielen und sobald eine Situation kommt die nicht im Programmiermodus steht wissen die Spieler nicht was zu tun ist. ERROR ERROR-------warte auf Befehl :-) Nur Neuner ist da eine Ausnahme.
4. Frankreich ist nicht Algerien
spon-facebook-10000372202 01.07.2014
Les bleus sind ein anderes Klaiber als die bisher gegen Deutschlnad spielenden Mannschaften.
5.
mistermoe 01.07.2014
Zitat von spon-facebook-10000372202Les bleus sind ein anderes Klaiber als die bisher gegen Deutschlnad spielenden Mannschaften.
Das gilt allerdings auch in die Gegenrichtung: Deutschland ist ein ganz anderes Kaliber als die bisherigen Gegner der Franzosen. :)
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1990 Italien Deutschland
1986 Mexiko Argentinien
1982 Spanien Italien
1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
1970 Mexiko Brasilien
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