WM 2014 in Brasilien Fifa überrascht bei Lostopf-Einteilung

Vor allem nach regionalen Kriterien hat die Fifa die Töpfe für die Auslosung der WM in Brasilien eingeteilt. Während Deutschland als Gruppenkopf feststeht, droht europäischen Top-Teams wie den Niederlanden und Italien bereits in der Vorrunde ein Duell mit Brasilien oder Argentinien.

Auslosungsbühne in Costa do Sauípe: 32 Mannschaften, vier Lostöpfe
AFP

Auslosungsbühne in Costa do Sauípe: 32 Mannschaften, vier Lostöpfe


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die Fußballweltverband Fifa hat die Einteilung der Lostöpfe für die Auslosung zur WM 2014 in Brasilien am Freitag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD) bekanntgegeben. Während die Köpfe der acht Vorrundengruppen bereits feststanden, wurden vier weitere Töpfe nach "regionalen und sportlichen Kriterien" von den Organisationskomitees von Brasilien und der Fifa eingeteilt.

In Lostopf 1 sind neben Gastgeber Brasilien, der in Gruppe A spielen wird, die sieben höchstplatzierten Mannschaften der Fifa-Weltrangliste. Dazu gehören: Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Uruguay und die Schweiz.

Im zweiten Topf sind alle Teams aus Afrika und die beiden verbleibenden Mannschaften aus Südamerika. Im dritten Topf sind die Vertreter Asiens sowie Nord- und Mittelamerikas und der Karibik. Im vierten Topf sind die neun weiteren europäischen Teams. Einige Experten hatten damit gerechnet, dass die Fifa Frankreich, das schwächste für die WM qualifizierte europäische Team in der Weltrangliste, in Topf 2 platzieren würde.

Daraus ergibt sich eine Problematik: Da nur sieben Mannschaften in Topf 2 sind und neun in Topf 4, wird die Fifa zu Beginn der Auslosung ein Land aus dem europäischen Topf 4 losen. Dann wird ein Topf X mit den vier südamerikanischen Teams aus Topf 1 gebildet - Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Uruguay. Aus diesem Topf X wird ebenfalls eine Mannschaft ausgelost und der europäischen Mannschaft aus Topf 2 zugeteilt.

Grund für dieses komplizierte Procedere ist die Fifa-Regel, dass nur ein Team pro Kontinentalverband in einer Gruppe sein darf. Ausnahme ist dabei Europa, maximal sind zwei Uefa-Mitglieder pro Gruppe erlaubt.

Für Deutschland ändert sich an der Ausgangsposition vor der Auslosung nichts. Sowohl eine schwere Gruppe mit den Niederlanden, Chile oder den USA als auch drei vermeintlich leichte Gegner sind möglich. Nur die vier Gruppenköpfe aus Südamerika müssen etwas zittern. Sie haben eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es schon in der Vorrunde gegen mindestens ein gutes Team aus Europa geht. So könnten beispielsweise Brasilien oder Argentinien direkt auf die Niederlande und Italien treffen.

Am Spielplan der WM wird es laut Fifa-Präsident Joseph Blatter trotz möglicherweise extremer Hitze keine Veränderungen geben. Teilweise werden WM-Partien um 13.00 Uhr Ortszeit angepfiffen. Vor allem in den Städten im Nordosten Brasiliens (Fortaleza, Natal, Recife und Salvador) kann es tropisch-schwül werden. Der Spielplan werde so beibehalten wie im Oktober 2011 festgelegt, sagte Blatter. Die Spielergewerkschaft FIFPro hatte zuletzt eine Verlegung von Spielen in die Abendstunden gefordert. Auch das Eröffnungsspiel soll trotz des tödlichen Kran-Unfalls in der vergangenen Woche wie geplant in São Paulo ausgetragen werden.

Die Töpfe im Überblick:

  • Topf 1: Brasilien, Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Schweiz, Uruguay
  • Topf 2: Chile, Ecuador, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria
  • Topf 3: Australien, Iran, Japan, Südkorea, Costa Rica, Honduras, Mexiko, USA
  • Topf 4: Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Russland, Frankreich

WM-Teilnehmer 2014
    EUROPA (13 Teilnehmer)
    - Belgien (Sieger Gruppe A)
    - Italien (Sieger Gruppe B)
    - Deutschland (Sieger Gruppe C)
    - Niederlande (Sieger Gruppe D)
    - Schweiz (Sieger Gruppe E)
    - Russland (Sieger Gruppe F)
    - Bosnien-Herzegowina (Sieger Gruppe G)
    - England (Sieger Gruppe H)
    - Spanien (Sieger Gruppe I)

    Durch die Playoffs:
    - Portugal
    - Frankreich
    - Griechenland
    - Kroatien

  • SÜDAMERIKA (6 Teilnehmer)
    - Brasilien (Gastgeber)
    - Argentinien (Gruppensieger)
    - Kolumbien
    - Chile
    - Ecuador
    - Uruguay

  • NORD- und MITTELAMERIKA und KARIBIK (4 Teilnehmer)
    - USA (Gruppensieger)
    - Costa Rica
    - Honduras
    - Mexiko

  • AFRIKA (5 Teilnehmer)
    - Nigeria
    - Elfenbeinküste
    - Kamerun
    - Ghana
    - Algerien

ASIEN (4 Teilnehmer)
- Iran (Sieger Gruppe A)
- Japan (Sieger Gruppe B)
- Australien (2. Gruppe B)
- Südkorea (2. Gruppe A)



max

insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
ambergris 03.12.2013
1. .
Hmm, ok, also als Gruppen sind wie Brasilien Italien USA Niederlande genauso möglich wie Belgien Algerien Honduras Bosnien-Herzegowina...
kausalnexus 03.12.2013
2. Bemerkenswert..
Belgien Kolumbien...Schweiz ? so weit vorne in der Weltrangliste ?? Wie das denn.. ?
xxbigj 03.12.2013
3. optional
Ist doch Super Alles---Hauptsache wir gewinnen endlich mal wieder!!!
widower+2 03.12.2013
4. Deutsches Losglück
Bei dem Glück, dass die Deutschen bei diesen Auslosungen fast immer haben, tippe ich auf Ecuador, Australien und Griechenland als Gruppengegner unserer Nationalmannschaft.
Loddarithmus 03.12.2013
5. Anderherum wird ein Schuh draus,
nicht Italien oder Niederlande (s. Bildunterschrift), sondern Brasilien muss zittern. Eine Euro-Elf von genannter Qualität plus ein guter Afrikaner, und schon droht dem Gastgeber das Vorrundenaus. Aber da wird schon Blatter einen weg finden, nicht? ;-)
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