WM in Brasilien Uruguay beißt Italien weg

Es war kein schönes, aber ein spannendes Spiel: Uruguay hat dank eines knappen Siegs gegen Italien das Achtelfinale der WM in Brasilien erreicht. Aufregung gab es um einen Biss von Uruguay-Angreifer Suárez. Nationaltrainer Prandelli erklärte seinen Rücktritt.

Getty Images

Von


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Italien ist raus: Uruguay hat dank eines 1:0 (0:0)-Sieges gegen die Europäer das Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Brasilien erreicht. Das einzige Tor der Partie erzielte Diego Godin in der 81. Minute. Da Costa Rica im zweiten Spiel der Gruppe D 0:0 gegen England spielte, ist der Außenseiter aus Zentralamerika (sieben Punkte) als Gruppenerster in die K.-o.-Runde eingezogen. Uruguay eroberte mit nun sechs Punkten den zweiten Platz. Für Italien und England ist das WM-Turnier vorbei.

"Ich nehme die Verantwortung für das WM-Aus auf mich", sagte Italiens Trainer Cesare Prandelli nach dem Spiel - und verkündete bald darauf seinen Rücktritt: "Am Ende des Spiels habe ich mit dem Verbandspräsidenten gesprochen. Weil es meine Verantwortung ist, habe ich ihm gesagt, dass ich zurücktrete. Wenn die Strategie versagt, bin ich verantwortlich." Auch Verbandspräsident Giancarlo Abete erklärte auf der Pressekonferenz seinen Rücktritt.

In Natal war von Beginn an zu sehen, welch große Bedeutung dieses Spiel hatte - beide Mannschaften gingen hart in die Zweikämpfe, die Partie wurde oft unterbrochen. So war es nicht verwunderlich, dass die ersten beiden Möglichkeiten durch Freistöße zustande kamen. Doch sowohl Luis Suárez (8. Minute) als auch Andrea Pirlo (12.) scheiterten mit ihren Versuchen.

Viele Fouls, Rote Karte für Marchisio

Die hakelige Spielweise beider Teams hatte dann auch bald die erste Verwarnung des Spiels zur Folge: Angreifer Mario Balotelli sah Gelb, nachdem er im Luftduell Alvaro Pereira mit dem Knie am Kopf erwischt hatte (23.).

Fotostrecke

14  Bilder
Italien in der Einzelkritik: Unsicherer Buffon, unauffälliger Balotelli
Die beste Chance der ersten Halbzeit gab es in der 33. Minute für Uruguay: Nachdem Balotelli in der gegnerischen Hälfte liegen blieb, spielte das südamerikanische Team einen schnellen Gegenangriff. Nicolas Lodeiro passte auf Suárez, der ins Eins-gegen-Eins mit Italiens Gianluigi Buffon ging - das der Torhüter für sich entschied. Auch den Nachschuss von Lodeiro hielt der Kapitän der Italiener.

0:0 stand es also zur Halbzeit, dieses Ergebnis hätte nur den Italienern geholfen. Coach Prandelli nahm Angreifer Balotelli vom Feld, für ihn brachte er Marco Parolo. Aufregung gab es in der 51. Minute, als Uruguay-Angreifer Edinson Cavani im Strafraum der Italiener zu Boden ging, doch Schiedsrichter Marco Rodriguez gab keinen Elfmeter - zu Recht.

Suárez beißt Chiellini in die Schulter

Mit seiner nächsten Entscheidung entfachte der Unparteiische allerdings große Diskussionen: Einen Zweikampf im Mittelfeld zwischen Claudio Marchisio und Arevalo wertete der Mexikaner als grobes Foulspiel und zeigte dem Italiener die Rote Karte. Der Mittelfeldspieler hatte seinen Gegenspieler zwar mit der Fußsohle am Schienbein erwischt - der Platzverweis war jedoch zu hart (59.).

Uruguay hatte nun also einen Mann mehr - und die Überzahl hätte Suárez auch fast schon genutzt, als er Buffon mit einem Außenristschuss überlisten wollte. Doch der italienische Keeper hielt überragend (66.). Auf der anderen Seite wurde Ciro Immobiles Schuss rechtzeitig geblockt.

Aufregung gab es dann erneut im Strafraum der Italiener, als Uruguays Superstar Suárez seinem Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter biss - zumindest zeigte der mutmaßlich Attackierte danach vehement seine blanke Schulter, auf der deutlich Spuren zu sehen waren. Allerdings hatte sich Chiellini ebenfalls mit einem Ellenbogenschlag zur Wehr gesetzt. Schiedsrichter Rodriguez, der die Situation offenbar nicht gesehen hatte, ließ beide weiterspielen (79.).

Nur zwei Minuten später gab es dann für die knapp 40.000 Zuschauer das erste Tor der Partie zu sehen: Nach einer Ramirez-Ecke stieg Diego Godin am höchsten und köpfte aus acht Metern zur Führung. Italien versuchte noch mal, zum Ausgleich zu kommen. Doch Uruguay konnte die Führung erfolgreich verteidigen.

Italien - Uruguay 0:1 (0:0)
0:1 Godin (81.)
Italien: Buffon - Barzagli, Bonucci, Chiellini - de Sciglio, Darmian- Verratti (75. Minute Motta) Pirlo, Marchisio - Balotelli (46. Minute Parolo), Immobile (71. Minute Cassano)
Uruguay: Muslera - Álvaro Pereira (63. Minute Stuani), Godin, Gimenez, Caceres - Lodeiro (46. Minute MaxiPereira) Arevalo Rios, Gonzalez, Rodríguez (78. Minute Ramirez) - Cavani, Suarez
Schiedsrichter: Rodriguez (Mexiko)
Zuschauer: 39.706
Gelbe Karte: Balotelli, De Sciglio - Arevalo Rios, Muslera
Rote Karte: Marchisio

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 441 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sbi 24.06.2014
1. Balotelli...
...wird beim Achtelfinale nicht fehlen.
hagbard2323 24.06.2014
2. weltmeister!!
deutschland wird weltmeister!!
Dublin Lad 24.06.2014
3.
Klar wird Balotelli im Achtelfinale fehlen. Schließlich fahren die Italiener nach Hause
Thunder79 24.06.2014
4. Glückwunsch Uruguay
Aber die Schiedsrichter Leistung ist desaströs...
Crom 24.06.2014
5.
... und es wird weiter munter geschoben. Italien wurde klar benachteiligt. Offenbar will Blatter die Zahl der europäischen Teams für die nächsten Weltmeisterschaften reduzieren, um sich so die Wiederwahl zu sichern. Es ist nicht das erste Spiel, bei dem die Europäer benachteiligt wurden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.