Ronaldo über WM-Demonstranten "Mit dem Knüppel drauf, runter von der Straße"

Brasiliens ehemaliger Superstar holt zum Rundumschlag aus: Der 37-jährige Ronaldo kritisiert gewaltbereite Demonstranten und fordert ein hartes Durchgreifen der Polizei. Auch mit der Regierung ging Ronaldo ins Gericht.

Ronaldo: "Mit dem Knüppel drauf einschlagen und runter von der Straße"
AP/dpa

Ronaldo: "Mit dem Knüppel drauf einschlagen und runter von der Straße"


Hamburg - Der zweimalige Weltmeister Ronaldo sorgt mit einem Rundumschlag für Aufsehen. Der WM-Botschafter des brasilianischen Organisationskomitees kritisierte bei einer Diskussionsrunde der Zeitung "Folha de São Paulo" sowohl die Regierung als auch gewalttätige Demonstranten. Die Proteste seien zwar legitim, weil die Regierung es nicht geschafft habe, ihre Versprechen zu halten. Für maskierte Unruhestifter habe er aber kein Verständnis: "Was ich über die Vandalen denke? Mit dem Knüppel drauf einschlagen und runter von der Straße", sagte Ronaldo.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in Brasilien teils gewalttätige soziale Proteste, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert wurden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in die Prestigeprojekte zu stecken und wichtige andere Aufgaben wie Bildung und Gesundheit zu vernachlässigen. Zudem kommt es immer wieder zu Streiks bei der Polizei, im Nahverkehr und im Bildungswesen.

Auch mit der Regierung ging der 37-Jährige hart ins Gericht: "Es wurden viele Investitionen versprochen, aber nicht erbracht." Von den angekündigten Projekten zur Verbesserung von Straßen, Flughäfen und öffentlichem Nahverkehr werden bis zum WM-Start in zwei Wochen "nur 30 Prozent" umgesetzt sein, so Ronaldo.

Er schäme sich für die Verzögerungen, sagte Ronaldo. Die Menschen in Brasilien hätten sich große Hoffnungen gemacht, "sie sind diejenigen, die von der Situation am meisten getroffen werden".

cte/sid/AFP

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mwroer 30.05.2014
1.
Zitat von sysopAP/dpaBrasiliens ehemaliger Superstar holt zum Rundumschlag aus: Der 37-jährige Ronaldo kritisiert gewaltbereite Demonstranten und fordert ein hartes Durchgreifen der Polizei. Auch mit der Regierung ging Ronaldo ins Gericht. http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2014-ronaldo-schimpft-ueber-demonstranten-in-brasilien-a-972444.html
Der Mann hat Recht. Sie werden getroffen - von den fehlenden Milliarden für Hilfe die sie wirklich bitter nötig hätten. Das ist aber nicht die Schuld der Demonstranten. So sehr ich die Wahl der Mittel missbillige - Gewalt braucht dort nicht sein - so greift Ronaldo doch die falsche Partei an. Die ganze WM in Brasilien abzuhalten ist Wahnsinn - das Geld hätte man investieren sollen um das Gefälle 'arm > reich' abzufedern. Wenn die Menschen aus den Slums von Rio auch nur einen Tag einen Schweigemarsch in's Zentrum machen würden - ohne Gewalt - hätte die Regierung dem nichts entgegenzusetzen.
koelnrio 30.05.2014
2. genau mwroer
Ich kann mich dir nur anschließen. Gewalt ist sicherlich kein gutes Mittel der Wahl. Wenn man aber weiß, wie lange die Menschen in Brasilien schon verarscht werden und wie wenig Chancen es gibt, diese Gesellschaft mit legalen Mitteln zu verändern, kann nachvollziehen, dass es irgendwann knallt. Aber ja, ein Schweigemarsch wäre sicherlich eindrucksvoller und zwar jeden Tag!
hobbyleser 30.05.2014
3. Tja Ronaldo
Vielleicht täte dem aufgedunsenen FIFA-Legionär mal eine Probebohrung in der Realität gut. Was glaubt dieser abgehobene Realitätsverweigerer eigentlich, woher das Geld für Investitionen kommen soll, wenn sein Arbeitgeber FIFA in guter Tradition die Ausrichtungsländer dahin erpresst, eine komplette Steuerbefreiung und Zusicherung zur Übername der WM-Kosten zu bekommen? Ist er mal auf die Idee gekommen, dass das Geld, was dafür fehlt auf seinem Konto vergammelt? Fußballer sind in einem Aspekt wirklich wie Models. Am besten sie halten die Kla...
behrliner 30.05.2014
4. Proteste und Gewalt
Das Gastgeberland sollte definitiv keine neuen Infrastrukturen bauen müssen oder Stadien bauen müssen. Man sollte die Vergabe nur an Länder weiterreichen, die über die nötigen Vorkehrungen verfügen. Brasiliens Polizei macht ja auch gern mal Streiks, eigentlich ein ganz passabler Ort für einen Terroranschlag. Hoffen wir das er ausbleibt und sich die Entscheider der Vergabe eine neue Linie ausdenken. Gewalt sei so schlimm lese ich immer. Da muss ich immer über diese, in meinen Augen, unreflektiertheit immer schmunzeln. Gewalt ist ein äußerst probates Mittel zur Staatsführung und um einen Staat aufrecht zu erhalten(Steuern, Polizei, fehlende Sozialsysteme um den Leuten die Wahl zu nehmen, bei uns z.b. die Rundfunkgebühr, oder auch friedliche (Bürgerliche) Proteste niederzuschlagen mit Medien oder Agent Provocateur´s. Selbst erlebt bei den Hartz4-Protesten 2004. Diese Liste ließe sich unbegrenzt fortführen. Aber wenn verzweifelte Menschen die fast nix zu essen haben Gewalt anwenden ist der Aufschrei der Empörung immer riesengroß. Kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht erklärt mir das mal einer.
tomymind 30.05.2014
5.
Zitat von behrlinerDas Gastgeberland sollte definitiv keine neuen Infrastrukturen bauen müssen oder Stadien bauen müssen. Man sollte die Vergabe nur an Länder weiterreichen, die über die nötigen Vorkehrungen verfügen. Brasiliens Polizei macht ja auch gern mal Streiks, eigentlich ein ganz passabler Ort für einen Terroranschlag. Hoffen wir das er ausbleibt und sich die Entscheider der Vergabe eine neue Linie ausdenken. Gewalt sei so schlimm lese ich immer. Da muss ich immer über diese, in meinen Augen, unreflektiertheit immer schmunzeln. Gewalt ist ein äußerst probates Mittel zur Staatsführung und um einen Staat aufrecht zu erhalten(Steuern, Polizei, fehlende Sozialsysteme um den Leuten die Wahl zu nehmen, bei uns z.b. die Rundfunkgebühr, oder auch friedliche (Bürgerliche) Proteste niederzuschlagen mit Medien oder Agent Provocateur´s. Selbst erlebt bei den Hartz4-Protesten 2004. Diese Liste ließe sich unbegrenzt fortführen. Aber wenn verzweifelte Menschen die fast nix zu essen haben Gewalt anwenden ist der Aufschrei der Empörung immer riesengroß. Kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht erklärt mir das mal einer.
Zustimmung. Gleich dürften die "Sport ist nicht Politik" und "Friede, Freude, Fussball" um die Ecke kommen
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