Einzug ins Achtelfinale Shaqiri lässt die Schweiz jubeln

Beeindruckend war das nicht, aber es hat gereicht: Die Schweiz hat dank eines Dreierpacks von Xherdan Shaqiri 3:0 gegen Honduras gewonnen und das Achtelfinale erreicht. Dort trifft das Team von Ottmar Hitzfeld auf Argentinien.

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Hamburg - Eine starke Anfangsphase und ein treffsicherer Xherdan Shaqiri haben der Schweiz gereicht, um den Einzug ins Achtelfinale zu sichern. Das Team von Ottmar Hitzfeld schlug Honduras 3:0 (2:0) und profitierte in der Gruppe E vom 0:0 zwischen Ecuador und Frankreich. Hätten die Südamerikaner mit zwei Toren Vorsprung gewonnen, wären die Schweizer trotz ihres Sieges ausgeschieden.

Mann des Spiels war Shaqiri vom FC Bayern München. Der 22-Jährige traf dreimal (6., 31. und 71. Minute) und zog damit in der Torschützenliste unter anderem mit Thomas Müller gleich. Brasiliens Neymar und der Argentinier Lionel Messi haben bislang viermal getroffen. Im Achtelfinale trifft Hitzfelds Mannschaft am Dienstag auf Argentinien (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

"Es hat schon eine große Bedeutung, wenn man bei einer WM drei Tore schießt", sagte Shaqiri nach dem Spiel. "Wichtig ist, dass wir als Mannschaft zusammengehalten haben. Mal schauen: Jetzt sind wir im Achtelfinale. Jetzt ist alles möglich."

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Schweizer Sieg gegen Honduras: Shaqiri, Shaqiri, Shaqiri
Die Schweiz begann furios. Bereits in der dritten Minute setzte sich Josip Drmic auf der linken Seite durch und legte quer für Shaqiri. Doch der Bayern-Spieler brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht an Honduras-Torhüter Noel Valladeres vorbei.

Nur drei Minuten später machte er es besser: Shaqiri ließ seinen Gegner am Strafraumrand stehen und zirkelte den Ball perfekt ins linke obere Eck. Valladeres hatte keine Chance. Die Schweizer, bei denen sieben Bundesliga-Spieler auf dem Feld standen, ließen es danach deutlich ruhiger angehen. Sie zogen sich zurück, überließen Honduras den Ball und warteten auf Konter.

Shaqiri auf den Spuren von Adrian Knup

Honduras konnte mit der Spielkontrolle wenig anfangen. Selbst wenn die Schweizer einen Fehler machten, passierte nichts. So zum Beispiel in der 25. Minute, als Torhüter Diego Benaglio einen Fehlpass spielte. Honduras brauchte zu lange, um zu reagieren und war einfach zu harmlos.

Nach einer halben Stunde war es dann erneut Shaqiri, der auf 2:0 erhöhte. Der 22-Jährige lief nach einem Konter über Drmic frei auf Valladeres zu und schob den Ball sicher ins lange Eck. Er ist damit der erste Schweizer seit 20 Jahren, dem zwei Tore in einem WM-Spiel gelangen.

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Honduras kam in der ersten Hälfte nicht einmal gefährlich vor das Tor von Benaglio. Das änderte sich nach Wiederanpfiff: Gleich zweimal bot sich dem Außenseiter die Chance zum Anschlusstreffer. Beide Male war es Jerry Bengtson, der in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam. Zunächst köpfte er den Ball nach einer Flanke von Wilson Palacios am Tor vorbei (50.), drei Minuten später hatte er Benaglio aus kurzer Distanz schon überwunden, doch der Wolfsburger Ricardo Rodriguez klärte auf der Linie.

Die Schweiz tat nicht mehr viel, sondern brachte den Vorsprung über die Zeit und ließ dabei noch einige Kontergelegenheiten liegen. Nur einen Gegenstoß nutzten sie noch: Nach einer Vorlage von Drmic war erneut Shaqiri zur Stelle und erzielte sein drittes Tor. "Wir haben super harmoniert", sagte Shaqiri zum Zusammenspiel mit dem künftigen Leverkusener.

Danach ergab sich Honduras in sein Schicksal. Dem Außenseiter fehlten über 90 Minuten die spielerischen Mittel, um das Hitzfeld-Team ernsthaft zu gefährden. Honduras belegt mit null Punkten und 1:8 Toren den letzten Platz in der Gruppe E. Der Trainer Luis Suarez erklärte seinen Rücktritt: "Es ist Zeit für einen Wechsel", sagte der Kolumbianer. "Ein neuer Trainer findet gutes Material vor, wir haben gute junge Spieler. Wir sind auf einem gutem Weg. Ich bin traurig, dass wir das Achtelfinale verpasst haben."

Honduras - Schweiz 0:3 (0:2)
0:1 Shaqiri (6.)
0:2 Shaqiri (31.)
0:3 Shaqiri (71.)
Honduras: Valladares - Beckeles, Bernardez, Figueroa, Juan García - Wilson Palacios, Claros - Boniek Garcia (77. Najar), Espinoza (46. Marvin Chávez) - Costly (40. Jerry Palacios), Bengtson
Schweiz: Benaglio - Lichtsteiner, Djourou, Schär, Rodriguez - Behrami, Inler - Shaqiri (87. Dzemaili), Xhaka (77. Lang), Mehmedi - Drmic (73. Seferovic)
Schiedsrichter: Pitana (Argentinien)
Zuschauer: 40.322
Gelbe Karten: Jerry Palacios

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Tony 26.06.2014
1. Viel Glück...
...wünsche ich den Schweitzern gegen Argentinien, lasse mich gerne überraschen...
qewr 26.06.2014
2. War doch klar,
... dass die Eidgenossen weiterkamen: Sepp, der Blatter saß im Stadion zu Manaus und hat dem Schiedsrichter laufend Instruktionen mit einer Taschenlampe zugemorst. Arme Equadorianer!
Mr. Swiss 26.06.2014
3. Messy
Gegen Messi und Co. wird es für die Schweiz messy. Aber das ganze Land hier träumt vom Finale...
besserwissy 26.06.2014
4. Ausländer in der Schweiz
Was wäre die schweizer Nationalmannschaft ohne ihre Migranten?!
pr8kerl 26.06.2014
5. Hopp Xherdan!
Schön, dass er mal nicht verletzt ist wie zuletzt bei Bayern. Endlich zeigt er mal was er kann. Davon haben wir im vergangenen Jahr kaum was gesehen. Das darf gern so weitergehen gegen Argentinien und ab August bei Bayern. Von seinem unsäglichen Manager sollte er sich aber trennen.
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