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WM-Finale 2006: Zidane sieht Rot
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WM-Finale 2006: Zidane sieht Rot

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Sein Kopfstoß gegen Marco Materazzi schrieb WM-Geschichte. Doch Zinedine Zidane sammelte auch vorher schon fleißig Karten in WM-Endrunden. Übertroffen wurde Frankreichs Legende nur von einem.

Was für ein unwürdiges Ende einer großen Karriere: Zinedine Zidane, für ein knappes Jahrzehnt Frankreichs Überspieler, lässt sich im WM-Finale 2006 von Marco Materazzi provozieren und verpasst dem italienischen Abwehrspieler einen Kopfstoß gegen die Brust. Klare Sache: Der Mittelfeldstar sieht Rot. Millionen Zuschauer sind fassungslos, wie sich ein Profi in seinem letzten WM-Spiel so unnötig selbst vom Platz befördern kann.

Doch ein Hitzkopf war Zidane schon immer: Keinen Spieler bestraften die Schiedsrichter bei Weltmeisterschaften so häufig wie den französischen Spielmacher. Sechs Karten erhielt Zidane in seinen WM-Einsätzen zwischen 1998 und 2006 - im Schnitt in jedem zweiten Spiel eine Karte. Auch bei der siegreichen Heim-WM der Franzosen 1998 wurde Zidane vom Platz gestellt, weil er auf einen am Boden liegenden Gegenspieler getrampelt war.

Unter den größten Kartensammlern der WM-Geschichte übertraf Zidane nur einer: Rigobert Song, langjähriger Kapitän von Kameruns Mannschaft. Der Innenverteidiger mit den Rastazöpfchen brauchte nur neun Spiele, um fünf Karten zu bekommen - so effizient foulte nicht einmal Zidane. Neben dem Franzosen ist Song zudem der einzige Spieler der WM-Geschichte, der zweimal mit Rot vom Platz gestellt wurde. Und noch einen Rekord hält der Ex-Kölner: Als 17-Jähriger war er 1994 der jüngste Spieler, der je Rot bekam.

Rigobert Song bei der Afrikameisterschaft 2010
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Rigobert Song bei der Afrikameisterschaft 2010

Seine Karriere für Kamerun behinderte das nicht: Bis heute ist Song Rekordnationalspieler der Afrikaner, bis zu seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 2010 spielte er 137-mal im grünen Dress des ewigen WM-Geheimtipps.

Ab und an hätte er seine Gegner aber wohl lieber etwas sanfter gestoppt: Seine Roten Karten bekam Song jeweils in entscheidenden Gruppenspielen, bald darauf flog sein Team aus dem Turnier. Anders als Zidane brachte Songs Härte nie den gewünschten Erfolg: Vier WM-Endrunden spielte er insgesamt - viermal scheiterte sein Team in der Vorrunde.

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6 Leserkommentare
heinerkarin 30.06.2014
abseitstor 30.06.2014
stiip 30.06.2014
Barry.1964 30.06.2014
abseitstor 30.06.2014
raber 30.06.2014

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