Streit mit Fifa Fußballerinnen geben Widerstand gegen Kunstrasen-WM auf

Im Juli wird erstmals eine Fußball-WM auf Kunstrasen gespielt. Die Gegner der umstrittenen Fifa-Entscheidung haben ihren Widerstand aufgegeben. Man handle "im Sinne des Sports".

Kunstrasenplatz: Blatter will Untergrund auch bei Männer-WM
DPA

Kunstrasenplatz: Blatter will Untergrund auch bei Männer-WM


Hamburg - Die Fußballerinnen haben ihre Klage gegen den Weltverband Fifa im Streit um den Kunstrasen bei der WM-Endrunde in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) zurückgezogen. "Unsere rechtlichen Schritte sind eingestellt", sagte US-Starspielerin Abby Wambach am Mittwoch. Damit wird erstmals ein großes Turnier auf Kunstrasen ausgetragen.

Wambach war eine von rund 50 Spielerinnen aus zwölf Ländern, die gegen die ihrer Meinung nach "diskriminierende" Fifa-Entscheidung in Toronto Klage gegen den Weltverband und den ausrichtenden kanadischen Verband CSA eingereicht hatten. Auch die deutsche Torhüterin Nadine Angerer hatte zuletzt gegen den "gesundheitsgefährdenden, zweitklassigen" Untergrund protestiert.

Fifa-Chef Joseph Blatter kann sich dagegen vorstellen, dass schon bald auch die Männer bei einer WM auf dem künstlichen Untergrund spielen: "Vielleicht schon morgen. Wir sind offen für die Vorschläge der jeweiligen lokalen Organisatoren, und dies ist übrigens seit Jahren gemäß dem Fifa-Reglement für die Männer-WM möglich", sagte er im Oktober.

Laut Anwalt Hampton Dellinger sei die Entscheidung für einen Rückzug der Klage "im Sinne des Sports" getroffen worden. Zuletzt war über einen Kompromiss spekuliert worden, wonach die Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Endspiel auf Naturrasen stattfinden. Dazu wird es jedoch nicht kommen: Im Finalstadion in Vancouver soll nun lediglich ein neuer Kunstrasen verlegt werden.

Wambach forderte in ihrer Stellungnahme erneut einen verstärkten Kampf für Gleichberechtigung im Sport. "Ich hoffe, dass die Bereitschaft der Spielerinnen, gegen unterschiedliche Beläge vorzugehen, der Beginn eines noch größeren Engagements ist", sagte Wambach.

cte/sid

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Malshandir 21.01.2015
1. Schade
Es waere endlich mal Zeit gewesen, dass Blatter einen Rueffel bekommt. teuer wird es, wenn es Verletzungen gibt, die bei Kunstrasen haeufiger und schwerer sind, dann wird es teuer fuer Herrn Blatter.
--00-- 21.01.2015
2. Wieviel Geld
da wohl von der Fifa in Richtung der 50 Spieler geflossen sein muss, dass diese so plötzlich aufgeben...aber was solls
isoprano 22.01.2015
3.
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie werden es nicht glauben, aber die Evolution hat selbst nicht vor dem Kunstrasen halt gemacht. Kunstrasen sind heute eine Wohltat für Haut und Gelenke. Es handelt sich um High-Tech Fasern, die in den USA schon lange in der Sparten Football und Fußball genutzt werden. Bitte nehmen Sie Abstand von Ihren Erfahrungen aus den 80'ern oder von Spielerinnen, die nur die low budget Kunstrasen aus den kleinen Dorfvereinen kennen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.